Wolfsangriff, Wildpark Johannismühle

Wolfsangriff in Wildpark: Achtjährige bei Baruth schwer verletzt

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein achtjähriges Mädchen wurde bei einem Kinderprogramm in der Polarwolfanlage schwer verletzt. Der Wildpark bleibt geschlossen, bis die zuständige Behörde die Wiedereröffnung freigibt.

Folgen für Wildpark und Ermittlungen

  • Der Landkreis Teltow-Fläming kündigte eine umfassende Prüfung des Vorfalls und der Anlagen an.
  • Der Angriff ereignete sich am 28. Oktober 2026 bei einem gebuchten Tierpflegertag für Kinder.
  • Das Veterinäramt soll eine tierschutzrechtliche Kontrolle im Wildpark durchführen.
  • Die Polizei untersucht, wie es zu dem Angriff eines Wolf im Wildpark Johannismühle kommen konnte. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Ein Teil des Wildparks ist abgesperrt. - Bild: Carsten Koall/dpa
Die Polizei untersucht, wie es zu dem Angriff eines Wolf im Wildpark Johannismühle kommen konnte.   - Bild: Carsten Koall/dpa Ein Teil des Wildparks ist abgesperrt.  - Bild: Carsten Koall/dpa

Wolfsangriff im Wildpark Johannismühle bei Baruth

Ein Wolf hat am Mittwochmorgen ein achtjähriges Mädchen in einem Wildpark bei Baruth/Mark südlich von Berlin schwer verletzt. Das Kind wurde per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht, während eine Tierpflegerin zwei weitere Mädchen vor einem Angriff bewahrte.

Angriff während Kinderprogramm

Nach Angaben des Landkreises Teltow-Fläming ereignete sich der Vorfall vor der regulären Öffnung im Rahmen eines am 28. Oktober 2026 gebuchten Tierpflegertags für Kinder. Der Angriff soll während der Versorgung der Tiere in der Polarwolfanlage passiert sein.

Der Wildpark bleibt vorerst geschlossen. Eine Wiedereröffnung soll erst erfolgen, wenn die zuständige Behörde die Anlage freigegeben hat.

Polizei untersucht den Hergang

Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort. Sie soll klären, wie es zu dem Angriff kommen konnte und welche Abläufe im Wildpark eine Rolle spielten.

Der Landkreis kündigte an, die Sicherheitsvorgaben und betrieblichen Abläufe zu überprüfen. Auch das Veterinäramt soll eine tierschutzrechtliche Kontrolle durchführen.

Notfallseelsorger im Einsatz

Der Vorfall belastete nach Angaben des Landkreises die Beteiligten. Notfallseelsorger unterstützten Menschen vor Ort.

Die Tierpflegerin griff nach Darstellung des Landkreises schnell ein und verhinderte dadurch weiteres Leid für zwei weitere Mädchen, die ebenfalls anwesend waren.

Der Angriff ereignete sich nicht während des regulären Publikumsbetriebs, sondern bei einem gebuchten Tierpflegertag für Kinder vor der Öffnung des Wildparks. Diese Formate ermöglichen Besuchern Einblicke in die Versorgung und Haltung von Tieren, führen aber zugleich zu besonderen Anforderungen an Einweisung, Zugangskontrolle und die Trennung von Menschen und Raubtieren.

Im Mittelpunkt der nun angekündigten Aufarbeitung stehen deshalb mehrere Ebenen: der konkrete Ablauf bei der Versorgung der Wölfe, die Aufsicht über die teilnehmenden Kinder, die bauliche Sicherung der Anlage und die betrieblichen Vorgaben. Der Landkreis will diese Abläufe prüfen; das Veterinäramt soll zusätzlich tierschutzrechtlich kontrollieren. Die Polizei untersucht den Hergang und mögliche Verantwortlichkeiten.

Sicherheitsfragen im Fokus

Nach Angaben der Behörden waren bei einer früheren Überprüfung im Juli 2025 keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen oder Einfriedungen festgestellt worden. Das schließt eine Prüfung des aktuellen Ablaufs nicht aus: Für die Bewertung sind auch Türen, Wege, Abstände, Warnhinweise und die konkrete Organisation des Kinderprogramms relevant.

Für Besucher bedeutet die vorläufige Schließung, dass der Wildpark erst nach behördlicher Freigabe wieder öffnen soll. Für andere Tierparks dürfte der Fall die Frage aufwerfen, unter welchen Bedingungen Kinderprogramme in Raubtieranlagen stattfinden können. Eine belastbare Bewertung setzt die Ergebnisse der Ermittlungen und der behördlichen Kontrollen voraus.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

rbb24: „Mädchen im Wildpark Johannismühle von Wolf angegriffen und schwer verletzt“ (28.10.2026)

Der Beitrag habe den Angriff, die laufenden Ermittlungen und die Beteiligung von Naturschutz- und Veterinärbehörde geschildert. Anders als die dpa-Meldung habe er zusätzlich berichtet, dass möglicherweise mehrere Wölfe beteiligt gewesen seien und frühere Kontrollen keine sicherheitsrelevanten Mängel ergeben hätten.

FOCUS online: „Kind wird in Wildpark von Wolf attackiert und verletzt“ (28.10.2026)

Der Bericht habe den Kinder-Tierpflegertag, den Angriff während der Versorgung der Tiere und die angekündigte Kontrolle zusammengefasst. Einen zusätzlichen Schwerpunkt habe er auf die dokumentierte Überprüfung der Zäune vom 23. Juli 2025 gelegt.

Beide Beiträge hätten den schweren Angriff und die vorläufige Schließung bestätigt. Unterschiede lägen vor allem bei den ergänzten Details zu möglichen weiteren beteiligten Wölfen, früheren Sicherheitskontrollen und der Rolle der zuständigen Fachbehörden; offen bleibe der genaue Ablauf des Angriffs.

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