Frauen, Grönland

DĂ€nemark entschĂ€digt GrönlĂ€nderinnen fĂŒr Spiralen-Skandal

10.12.2025 - 16:45:44 | dpa.de

Zahlreichen grönlĂ€ndischen Frauen und MĂ€dchen wurde einst ohne ihre Zustimmung eine Spirale eingesetzt. DafĂŒr können sie bald finanzielle Wiedergutmachung erhalten.

MinisterprÀsidentin Mette Frederiksen hatte sich im September im Namen des dÀnischen Staates bei den Betroffenen auf Grönland entschuldigt. (Archivbild) - Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

Zahlreiche GrönlĂ€nderinnen können bald beim dĂ€nischen Staat EntschĂ€digung in Höhe von umgerechnet rund 40.000 Euro beantragen, wenn ihnen unrechtmĂ€ĂŸig eine Spirale zur SchwangerschaftsverhĂŒtung eingesetzt worden ist. Die dĂ€nische Regierung und eine breite Mehrheit der Parlamentsparteien haben eine Vereinbarung getroffen, die den Betroffenen des Spiralen-Skandals finanzielle Wiedergutmachung zusichert. 

Wie das Innen- und Gesundheitsministerium in Kopenhagen mitteilte, können Frauen, denen im Zeitraum von 1960 bis 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Spiralen eingesetzt wurden, ab April 2026 EntschĂ€digung in Höhe von jeweils 300.000 dĂ€nischen Kronen beantragen. Es werde geschĂ€tzt, dass rund 4.500 Frauen dafĂŒr infrage kommen. Ausgezahlt werden soll die Summe dann ab dem kommenden Herbst.

Dunkles Kapitel der dÀnisch-grönlÀndischen Geschichte

Das Ministerium sprach von «einem dunklen Kapitel in der gemeinsamen Geschichte DĂ€nemarks und Grönlands», das mit großen persönlichen Kosten fĂŒr die grönlĂ€ndischen Frauen verbunden sei. DĂ€nemarks MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen hatte sich dafĂŒr bereits im September auf einer Zeremonie auf Grönland offiziell im Namen des dĂ€nischen Staates entschuldigt.

Tausenden grönlĂ€ndischen Frauen und MĂ€dchen wurden vor allem in den 1960er und 1970er Jahren von dĂ€nischen Ärzten Spiralen eingesetzt, ohne dass sie dafĂŒr ihr EinverstĂ€ndnis gegeben hatten. Manche von ihnen waren laut dem dĂ€nischen Institut fĂŒr Menschenrechte zum Zeitpunkt des Eingriffs erst zwölf Jahre alt. Es besteht der Verdacht, dass die dĂ€nischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.

Der Spiralen-Skandal zĂ€hlt zu einer Reihe schwerer VersĂ€umnisse, die die GrönlĂ€nderinnen und GrönlĂ€nder dem dĂ€nischen Staat vorwerfen. DĂ€nemark war bis 1992 fĂŒr das Gesundheitswesen in Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die grĂ¶ĂŸte Insel der Erde weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich DĂ€nemark.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
unterhaltung | 68416039 |