Zeitumstellung, Winterzeit

Zeitumstellung: Deutschland dreht am 25. Oktober die Uhren zurĂŒck

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Am 25. Oktober beginnt in Deutschland wieder die Normalzeit. Die zusĂ€tzliche Stunde bringt lĂ€ngeren Schlaf, zugleich bleibt die Diskussion ĂŒber gesundheitliche Folgen und eine Abschaffung auf EU-Ebene ungelöst.

Die doppelte Stunde am 25. Oktober

  • Deutschland stellt die Uhren am Sonntag von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurĂŒck.
  • Die erste doppelte Stunde heißt 2A, die zweite 2B.
  • Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt steuert die FunkĂŒbertragung ĂŒber DCF77.
Die Winterzeit steht bevor, am Sonntagmorgen (25. Oktober) werden die Uhren von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurĂŒckgestellt. (Symbolbild) - Bild: Jennifer BrĂŒckner/dpa

Winterzeit beginnt am 25. Oktober

In Deutschland und den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern werden die Uhren am Sonntag, 25. Oktober, von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurĂŒckgestellt. Die zusĂ€tzliche Stunde verlĂ€ngert die Nacht, doch die regelmĂ€ĂŸige Umstellung bleibt wegen möglicher gesundheitlicher Belastungen und der ungelösten EU-Debatte umstritten.

Eine Stunde erscheint zweimal

Bei der Umstellung gibt es die Stunde zwischen 2.00 und 3.00 Uhr zweimal. Die erste wird als 2A, die zweite als 2B bezeichnet; bis zum 28. MĂ€rz 2027 gilt anschließend wieder die Normalzeit.

Deutschland hatte die Umstellung 1980 erneut eingefĂŒhrt, um Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. FĂŒr viele Menschen ist der Wechsel im Herbst zunĂ€chst angenehm, weil sie eine Stunde lĂ€nger schlafen können.

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Kritik an der Zeitumstellung

Gegner bemÀngeln, dass der Wechsel Verwirrung stiftet und die innere Uhr aus dem Takt bringen kann. Genannt werden unter anderem Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und MigrÀne; Studien sehen zudem mögliche ZusammenhÀnge mit Herz-Kreislauf- und Darmerkrankungen sowie SchlaganfÀllen.

EU-Staaten suchen gemeinsame Lösung

Die EuropĂ€ische Kommission hatte 2018 vorgeschlagen, die Zeitumstellung abzuschaffen. Zuvor hatten sich mehr als 80 Prozent der Teilnehmer einer Online-Befragung dafĂŒr ausgesprochen.

Nach dem Vorschlag sollten die Mitgliedstaaten selbst entscheiden, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit verwenden. Sie mĂŒssten sich dafĂŒr abstimmen, damit der Binnenmarkt nicht durch unterschiedliche Regelungen beeintrĂ€chtigt wird. Eine Einigung der EU-Staaten ist bislang nicht erreicht; eine Studie zu den Folgen einer möglichen Abschaffung soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden.

PTB sorgt fĂŒr die automatische Umstellung

FĂŒr die technische Verbreitung des Zeitsignals ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig zustĂ€ndig. Der Langwellensender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main versorgt Funkuhren, Bahnhofsuhren und zahlreiche Industrieanlagen mit dem Signal.

Die Zeitumstellung bleibt trotz jahrelanger politischer Debatte Bestandteil des europĂ€ischen Alltags. In Deutschland gilt seit 1980 wieder die Regel, im FrĂŒhjahr auf Sommerzeit und im Herbst auf Normalzeit umzustellen. Das Verfahren soll die Nutzung des Tageslichts verbessern, sein ursprĂŒnglicher Energiespareffekt ist jedoch seit Langem Gegenstand unterschiedlicher Bewertungen.

Die gesundheitliche Debatte richtet sich vor allem gegen den wiederkehrenden Wechsel der biologischen Uhr. Schlafrhythmus, Konzentration und Wohlbefinden können vorĂŒbergehend beeintrĂ€chtigt werden. Beim Wechsel zur Winterzeit fĂ€llt die Anpassung vielen Menschen leichter als im FrĂŒhjahr, weil eine Stunde hinzukommt. Gleichzeitig wird es am Abend frĂŒher dunkel, was den Alltag und die Verkehrssicherheit beeinflussen kann.

Politische Lösung bleibt offen

Eine dauerhafte Abschaffung wĂ€re nur mit einer abgestimmten europĂ€ischen Regelung sinnvoll, weil unterschiedliche Zeitzonen innerhalb des Binnenmarkts Probleme fĂŒr Verkehr, Handel und grenzĂŒberschreitende Arbeitszeiten schaffen könnten. Der Vorschlag der EU-Kommission aus dem Jahr 2018 fĂŒhrte deshalb nicht zu einer Entscheidung: Die Mitgliedstaaten konnten sich weder auf eine gemeinsame dauerhafte Zeit noch auf einen verbindlichen Zeitplan einigen.

FĂŒr Verbraucher bedeutet das, dass die bekannten Umstellungen vorerst fortbestehen. Praktisch wichtig ist vor allem die doppelte Stunde in der Umstellungsnacht: Funkuhren korrigieren sich hĂ€ufig automatisch, analoge Uhren sowie GerĂ€te ohne Funk- oder Internetabgleich mĂŒssen von Hand angepasst werden. Die nĂ€chste Umstellung auf Sommerzeit ist fĂŒr den 28. MĂ€rz 2027 vorgesehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „DAK-Studie enthĂŒllt Wende: Warum vor allem junge Erwachsene die Zeitumstellung plötzlich verteidigen“ (20.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt den bevorstehenden Wechsel am 25. Oktober und setzt einen Schwerpunkt auf die Einstellungen der Bevölkerung. Anders als die dpa-Meldung rĂŒckt er eine aktuelle DAK-Erhebung und den Umgang jĂŒngerer Menschen mit der Debatte in den Mittelpunkt.

Bayerischer Rundfunk: „Eine Stunde zurĂŒck: Die Winterzeit kommt“ (20.10.2026)

Der BR bestĂ€tigt Datum und Richtung der Umstellung und konzentriert sich auf die praktischen Folgen fĂŒr den Alltag. Gemeinsam bleibt offen, wann und ob die EU-Staaten eine dauerhafte gemeinsame Regelung beschließen.

Beide BeitrĂ€ge stimmen beim konkreten Umstellungstermin ĂŒberein, setzen aber unterschiedliche Akzente: WĂ€hrend die Frankfurter Rundschau aktuelle Einstellungen zur Zeitumstellung beleuchtet, erklĂ€rt der BR vor allem den praktischen Ablauf.

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