Gewalttaten, Berlin

Nach zwei Gewalttaten bei Berlin: VerdÀchtiger in Haft

28.01.2025 - 13:10:53

Zwei Gewalttaten in einer brandenburgischen Kleinstadt lösen BestĂŒrzung aus. Die Innenministerin reagiert. Der in Untersuchungshaft sitzende VerdĂ€chtige war bislang nicht wegen Straftaten aufgefallen.

Ein 23-JĂ€hriger soll in der brandenburgischen Kleinstadt Beelitz sĂŒdwestlich von Berlin einen Mann getötet und einige Tage spĂ€ter eine Frau verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Vorwurfs des Mordes und versuchten Mordes. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Dem Landesinnenministerium zufolge hat er die Taten gestanden.

Der Beschuldigte stammt laut dem Ministerium aus dem westafrikanischen Guinea und war der Polizei bislang nicht wegen Straftaten bekannt.

Die Taten haben sich auf einem Areal im Beelitzer Ortsteil HeilstĂ€tten abgespielt. Vor dem GebĂ€ude lagen Blumen und einige Kerzen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hielt sich mit Angaben zu HintergrĂŒnden der Gewaltverbrechen mit Verweis auf den Schutz der Ermittlungen bedeckt. 

Innenministerin: VerdÀchtiger nicht ausreisepflichtig

Brandenburgs Innenministerin Katrin Lange (SPD) sagte einer Mitteilung zufolge, der 23 Jahre alte Beschuldigte, der als Pfleger arbeitete, sei nach derzeitigem Kenntnisstand nicht ausreisepflichtig. Er habe seit 2016 in Deutschland gelebt und verfĂŒge ĂŒber eine Aufenthaltserlaubnis bis zum 23. Januar 2025, deren VerlĂ€ngerung fristgerecht beantragt worden sei. Weiter heißt es: «Er hat sich mittlerweile zu beiden Taten gestĂ€ndig eingelassen.» 

Ministerium: Opfer war CDU-Mitglied

Bei dem in Beelitz-HeilstĂ€tten getöteten Mann handelt es sich um ein aktives Mitglied der CDU Brandenburg, wie die Innenministerin sagte. Es gebe bislang keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass eine politische Motivation eine Rolle bei der Begehung der Tat gespielt haben könnte. 

Frau aus Ukraine verletzt

Zudem soll der VerdÀchtige am Wochenende bei einer zweiten Gewalttat auf demselben Areal eine Frau verletzt haben. Die 52-JÀhrige stammt laut Innenministerium aus der Ukraine. Ihre Verletzungen seien ambulant Àrztlich versorgt worden, eine stationÀre Versorgung in einem Krankenhaus sei nicht erforderlich gewesen. 

Die Polizei hatte am Montag noch mitgeteilt, der festgenommene Mann soll der Frau lebensbedrohliche Verletzungen zugefĂŒgt haben. 

VerdÀchtiger kam zunÀchst in Haftkrankenhaus

Der VerdĂ€chtige wurde laut Ministerium zunĂ€chst in ein Haftkrankenhaus gebracht und soll anschließend in eine Justizvollzugsanstalt kommen. Die Polizei arbeite derzeit mit Hochdruck an der AufklĂ€rung der HintergrĂŒnde der beiden schweren Gewalttaten, sagte Innenministerin Lange. 

Zu der Tötung des jungen Mannes kam es laut Staatsanwaltschaft am 14. Januar. Die Leiche wurde bei einem Wohnungsbrand entdeckt. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Feuer und dem Mordfall gebe, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte StaatsanwÀltin Isabelle Fabian. 

NÀhere Angaben zum Hintergrund der Verbrechen, zu möglichen Tatwaffen und ob sich der VerdÀchtige und die Opfer kannten, wollte sie nicht machen. Der Beschuldigte sei in Untersuchungshaft gekommen. 

CDU in Trauer um Parteimitglied

Die CDU Brandenburg reagierte fassungslos auf den gewaltsamen Tod ihres Parteimitglieds. Bei Instagram schrieb die Landespartei, sie sei tief entsetzt und in großer Trauer.

Beelitz-HeilstĂ€tten ist durch eine Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Lungenheilanstalt fĂŒr an Tuberkulose erkrankte Menschen bekanntgeworden. Auf dem geschichtstrĂ€chtigen Areal sind GebĂ€ude saniert worden und Wohnungen entstanden. Es gibt dort unter anderem auch eine Grundschule und eine Klinik.

@ dpa.de