Tod, Ukrainer

Tod zweier Ukrainer in Oberhausen - Schwierige Motivsuche

21.02.2024 - 13:29:12

Zwei junge MĂ€nner sterben bei einem Messerangriff in Oberhausen. Die mutmaßlichen TĂ€ter sind fast noch Kinder. Nun rĂ€tseln die Ermittler, was die 14- und 15-JĂ€hrigen zu der Tat getrieben haben könnte.

Nach dem Tod von zwei jungen Ukrainern durch einen Messerangriff am Hauptbahnhof in Oberhausen ist das Motiv fĂŒr die Tat weiter unklar. «Die Mordkommission ermittelt sehr akribisch mit starkem Personal», sagte ein Polizeisprecher. Vier 14- bis 15-jĂ€hrige Jugendliche gelten als dringend tatverdĂ€chtig und sitzen in Untersuchungshaft.

Die beiden 17 und 18 Jahre alten Ukrainer waren am 10. Februar angegriffen und durch Messerstiche sehr schwer verletzt worden. Der 17-JÀhrige starb unmittelbar nach der Tat im Krankenhaus. Laut Obduktion war ein Messerstich tödlich. Der 18-JÀhrige wurde auf der Intensivstation behandelt und starb dort laut Polizei am Dienstag zehn Tage nach dem Angriff.

Man gehe davon aus, dass die VerdĂ€chtigen die Tat im Vorfeld abgesprochen und «arbeitsteilig begangen» hĂ€tten, sagte der Polizeisprecher. Als HaupttĂ€ter gilt ein 15-jĂ€hriger Deutsch-TĂŒrke aus Gelsenkirchen. Er soll mit einem Messer auf die beiden Ukrainer eingestochen haben.

Manche reden, manche schweigen

Welche Rolle die anderen drei VerdĂ€chtigen bei der Tat gespielt haben sollen, sagte der Polizeisprecher mit Verweis auf die Ermittlungen nicht. Von den mutmaßlichen TĂ€tern hĂ€tten sich einige bislang in den Vernehmungen geĂ€ußert - einige schwiegen aber auch komplett. Zumindest einige der VerdĂ€chtigen sind laut Polizei schon zuvor «erheblich kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten».

Der Angriff auf die Ukrainer habe schon in einem Bus begonnen und sei dann eskaliert, als beide Gruppen am Hauptbahnhof ausgestiegen seien. Die Provokation sei aber nach den bisherigen Ermittlungen komplett einseitig gewesen, betonte der Polizeisprecher. «Es hat keine Auseinandersetzung zwischen den Gruppen gegeben. Die ukrainische Gruppe ist provoziert und angegriffen worden und hat immer wieder versucht, sich dem zu entziehen.»

Hinweise, dass die Tat rassistisch motiviert gewesen sein könnte, gebe es nicht. «Das 'Warum' ist fĂŒr uns eine ganz wesentliche Frage bei der Aufarbeitung», betonte der Sprecher.

Die beiden Opfer galten als große Basketball-Talente und waren vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflĂŒchtet. In DĂŒsseldorf spielten sie bei den ART Giants in der U19-Bundesliga. Die Mannschaft zeigte sich in einer Reaktion geschockt. «Wir werden euch fĂŒr immer in Erinnerung behalten und weiter in unseren Herzen tragen. Ruhet in Frieden!», schrieb der Verein auf seiner Homepage.

@ dpa.de