«Sie sind Dr. Tod»: Anklage will lebenslang fĂŒr Klinikarzt
12.12.2025 - 17:52:03Im Prozess gegen einen AnĂ€sthesisten in Ostfrankreich, der 30 Patienten vergiftet und 12 davon getötet haben soll, hat die Anklage lebenslange Haft gefordert. «Sie sind âDoktor Todâ, Sie sind ein Mörder, Sie haben diese Klinik in einen Friedhof verwandelt, Sie beleidigen alle Ărzte», sagte StaatsanwĂ€ltin Christine de Curraize zum Abschluss des mehrstĂŒndigen PlĂ€doyers vor dem Schwurgericht in Besançon, wie die Zeitung «L'Est RĂ©publicain» aus dem Verhandlungssaal berichtete. Eine zweite StaatsanwĂ€ltin, die im Wechsel mit ihrer Kollegin das PlĂ€doyer vortrug, brach am Ende ihrer AusfĂŒhrungen in Schluchzen aus.
In einem fĂŒr Frankreich beispiellosen Prozess wird dem 53 Jahre alten Arzt vorgeworfen, als AnĂ€sthesist zwischen 2008 und 2017 an zwei Privatkliniken Patienten im Alter zwischen 4 und 89 Jahren vorsĂ€tzlich hoch dosierte Giftstoffe verabreicht und damit jeweils einen Herzstillstand ausgelöst zu haben. 12 der Patienten starben. In 23 der FĂ€lle soll der Angeklagte versucht haben, die Patienten wiederzubeleben. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld, sein Verteidiger wird am Montag plĂ€dieren.
Giftstoffe in Infusionen
Die Ermittlungen gegen den Mediziner begannen 2017 nach zwei NotfĂ€llen wĂ€hrend Routine-Operationen, wĂ€hrend denen Patienten schwere Herzstörungen erlitten und nur mit MĂŒhe gerettet werden konnten. In Infusionen, die den Patienten verabreicht worden waren, wurden Stoffe in einer massiven und potenziell tödlichen Ăberdosierung gefunden. Schrittweise weiteten sich die Ermittlungen auf immer mehr Ă€hnliche FĂ€lle der Vergangenheit aus, mit dem AnĂ€sthesisten als VerdĂ€chtigen.
Als Motiv vermuten die Ermittler, dass der AnĂ€sthesist gezielt Patienten von Ărzten in Lebensgefahr brachte oder tötete, mit denen er in einen persönlichen Streit oder in eine RivalitĂ€t verwickelt war. Auf diese Weise habe er ihrem Ruf schaden und sie diskreditieren wollen. «Er wollte diese Patienten töten, um seine Kollegen zu treffen», sagte StaatsanwĂ€ltin De Curraize. Der Angeklagte selbst hat sich als Opfer eines Komplotts anderer Mediziner dargestellt, hinter dem ein mit ihm verfeindeter Arzt stecken soll. Das Urteil wird noch vor Weihnachten erwartet.


