Abu Simbel: Felsentempel am Ufer des Nassersees
Veröffentlicht am: 05.09.2026 um 14:01 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Abu Simbel bezeichnet einen archäologischen Komplex aus zwei monumentalen Felsentempeln am Westufer des Nassersees im Süden Ägyptens, nahe der Grenze zu Sudan. Die Anlage geht auf die Regierungszeit von Pharao Ramses II. im 13. Jahrhundert v. Chr. zurück und wurde in den 1960er-Jahren im Zuge des Baus des Assuan-Hochdamms vollständig versetzt.
Abu Simbel: Tempel im Fels und über dem Wasser
Abu Simbel liegt in Nubien im Gouvernement Assuan, wo der Nil zum Nassersee aufgestaut ist und der Felsrücken an seinem Westufer steil ansteigt. In diesen Sandstein wurden in der 19. Dynastie die beiden Felsentempel für Ramses II. und seine Gemahlin Nefertari gehauen, die heute in ihrer rekonstruierten Lage weiterhin über den See und die umgebende Wüstenlandschaft blicken.Abu Simbel liegt in Nubien Der größere der beiden Bauten, meist als Großer Tempel bezeichnet, ist den Göttern Ra-Horakhty, Amun, Ptah und dem vergöttlichten Ramses II. geweiht.
Die Fassade des Großen Tempels dominiert eine Reihe von vier sitzenden Kolossalstatuen Ramses II., die direkt aus dem Fels herausgearbeitet wurden und die gesamte Breite des Bauwerks einnehmen.Vier kolossale Statuen prägen die Fassade Daneben und zwischen ihnen finden sich kleinere Figuren, die Angehörige der königlichen Familie zeigen. Über dem Eingangsbereich zieht sich ein Fries aus Hieroglyphen und Reliefs, der den sakralen Charakter der Anlage hervorhebt, während der Fels darüber in eine künstliche Hügelform überführt wurde.
Großer Tempel, Kleiner Tempel und das Sonnenlicht
Im Inneren des Großen Tempels folgt auf den Eingang eine Folge aus Pfeilerhallen und Räumen, die sich tief in den ehemaligen Fels hineinziehen und mit Reliefs aus der Regierungszeit Ramses II. bedeckt sind.Reliefs aus der Zeit Ramses II. An der Rückwand des Heiligtums steht eine Gruppe von Sitzfiguren, die den Pharao und die Hauptgötter des Tempels zeigt. Durch die Ausrichtung des Bauwerks dringt das Sonnenlicht an bestimmten Tagen des Jahres so weit in den Raum ein, dass diese Figuren direkt beleuchtet werden.
Nördlich des Großen Tempels liegt der kleinere Hathor-Tempel, der der Göttin Hathor und Nefertari, der Großen Königlichen Gemahlin Ramses II., gewidmet ist.Der kleine Tempel ist Hathor und Nefertari geweiht Seine Fassade trägt eine Reihe stehender Figuren des Königs und der Königin, flankiert von darstellenden Symbolen der Göttin. Im Inneren setzen sich die Reliefs mit Szenen fort, in denen Nefertari in kultischen Handlungen erscheint, was die herausgehobene Stellung dieser Königin innerhalb des Ensembles deutlich macht.
UNESCO-Welterbe und die Versetzung von Abu Simbel
Mit dem Bau des Assuan-Hochdamms drohte die ursprüngliche Lage von Abu Simbel am Nil überflutet zu werden, da der entstehende Nassersee bis an den Felsfuß und darüber hinaus reichte. In einer internationalen Kampagne unter der Schirmherrschaft der UNESCO wurden die Tempel in den 1960er-Jahren in mehrere große Blöcke zerteilt und auf eine erhöhte künstliche Felsplattform umgesetzt, deren Vorderseite dem ursprünglichen Abschnitt des Sandsteinrückens nachempfunden ist.Die Tempel wurden auf höheres Gelände umgesetzt Die neue Lage befindet sich einige Dutzend Meter über dem alten Standort und behielt die grundlegende Ausrichtung der Tempel bei.
Abu Simbel gehört gemeinsam mit weiteren Monumenten zwischen Abu Simbel und Philae zu den Nubischen Monumenten, die 1979 als UNESCO-Welterbestätte eingetragen wurden.Die Nubischen Monumente wurden 1979 als Welterbe eingetragen Der Komplex steht damit exemplarisch für das Zusammenspiel von altägyptischer Monumentalarchitektur und moderner Ingenieurtechnik. Die sichtbaren Schnittlinien der Blöcke und die leicht veränderte Topographie am Hang lassen die Rettungsaktion nachvollziehbar werden, während die Tempel selbst weiterhin als Kult- und Erinnerungsort an die Epoche Ramses II. und die Geschichte Nubiens dienen.
Abu Simbel besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Abu Simbel liegt in der Region Nubien im Süden Ägyptens, westlich des Nassersees, und ist über die Stadt Assuan per Straße sowie über den nahegelegenen Flughafen erreichbar.
- Das Gelände der Tempelanlage erhebt sich als künstlicher Felsrücken über dem See, der Zugang führt über Wege und Treppen vom unteren Bereich hinauf zu den Fassaden.
- Rund um die Tempel erstreckt sich Wüstenlandschaft, und der Blick geht vom höher gelegenen Plateau über den Nassersee und die Staubelandschaft des Nil.
- Amtssprache ist Arabisch, gezahlt wird in Ägyptischen Pfund. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Abu Simbel: häufige Fragen
Wo liegt Abu Simbel innerhalb Ägyptens?
Abu Simbel liegt in der Region Nubien im Süden Ägyptens, im Assuan-Gouvernement, am Westufer des Nassersees nahe der Grenze zu Sudan.
Was bietet ein Besuch von Abu Simbel?
Ein Besuch führt zu zwei Felsentempeln aus der Zeit Ramses II., deren Fassaden mit Kolossalstatuen und Reliefs geschmückt sind und deren Lage über dem See die Verbindung von altägyptischer Architektur und Wüstenlandschaft zeigt.
Was kennzeichnet Abu Simbel besonders?
Besonders kennzeichnend sind die vier sitzenden Kolossalstatuen des Pharaos vor dem Großen Tempel und die Geschichte der Versetzung des gesamten Komplexes im Rahmen einer internationalen Kampagne im 20. Jahrhundert.
