Butchart Gardens: ein Garten aus einem ehemaligen Steinbruch
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 08:25 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Butchart Gardens bei Brentwood Bay in Kanada sind eine groĂe Schau- und Gartenanlage, die aus einem ehemaligen Kalksteinbruch entstanden ist und heute als vielgestaltige Gartenlandschaft mit mehreren Themenbereichen erlebbar ist. Ihren Ursprung nimmt die Anlage im frĂŒhen 20. Jahrhundert, als Jennie und Robert Pim Butchart auf dem GelĂ€nde einen Steinbruch fĂŒr Portlandzement betrieben und Jennie Butchart den erschöpften Bruch schrittweise in einen Garten verwandelte.
Vom Kalksteinbruch zum Sunken Garden
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzte der Unternehmer Robert Pim Butchart ein GelĂ€nde an der Brentwood Bay auf der Saanich-Halbinsel von Vancouver Island als Kalksteinbruch fĂŒr seine Zementproduktion. Nachdem der Bruch ausgeschöpft war, begann seine Ehefrau Jennie Butchart damit, die kargen FelswĂ€nde und den Grubenboden mit Erde, Pflanzen und Wegen zu einem Garten umzugestalten, der spĂ€ter als Sunken Garden bekannt wurde.Die Umgestaltung des Steinbruchs zu einem Garten gilt als ein frĂŒhes Beispiel fĂŒr die landschaftliche Nutzung industrieller FlĂ€chen im Gartenbau.
Der Sunken Garden liegt in der ehemaligen Bruchgrube und wird von steilen FelswĂ€nden eingerahmt, in deren Nischen und auf Terrassen Stauden, StrĂ€ucher und BĂ€ume gepflanzt sind. Zwischen den bepflanzten FlĂ€chen verlaufen Wege, Treppen und Aussichtspunkte, die unterschiedliche Blickwinkel auf das Zusammenspiel von Felsstruktur und Pflanzungen erlauben und den alten Steinbruch als Landschaftsraum erfahrbar machen.Die ehemalige Kalksteingrube blieb als geformter Raum erkennbar, wĂ€hrend die Vegetation den technischen Ursprung des GelĂ€ndes ĂŒberlagert.
Japanischer, italienischer und Rosengarten auf einem Anwesen
Parallel zur Gestaltung des Sunken Garden entstanden auf dem Anwesen der Familie Butchart weitere GartenrĂ€ume, die unterschiedliche Gartentraditionen aufgreifen. Die Anlage umfasst einen Japanischen Garten nahe der Wasserlinie, einen italienisch geprĂ€gten Garten auf dem GelĂ€nde eines frĂŒheren Tennisplatzes und einen Rosengarten, der sich ĂŒber ein ehemals als Nutzgarten genutztes Areal erstreckt.Die verschiedenen Gartenbereiche entstanden zwischen 1906 und 1929 und orientieren sich an unterschiedlichen Vorbildern der Gartengestaltung.
Beim Japanischen Garten wirkte der japanische Landschaftsgestalter Isaburo Kishida mit, der in diesen Jahren auch andere Parks in der Region entwarf.Isaburo Kishida unterstĂŒtzte Jennie Butchart beim Ausbau des japanischen Gartens und trug damit eine eigenstĂ€ndige Gartentradition in die Anlage ein. Der italienische Garten mit geometrisch gefassten Beeten und WasserflĂ€chen liegt auf dem ehemaligen Tennisplatz der Familie, wĂ€hrend der Rosengarten aus einem frĂŒheren GemĂŒse- und Obstgarten hervorging und heute eine groĂe Sammlung verschiedener Rosensorten zeigt, die entlang von Wegen, Rundbeeten und Spalieren angeordnet sind.
Familienbesitz und National Historic Site of Canada
Das Anwesen der Familie Butchart erhielt im Jahr 1908 den Namen âBenvenutoâ, italienisch fĂŒr âwillkommenâ, und blieb auch in spĂ€teren Generationen im Besitz der Familie.Jennie und Robert Pim Butchart ĂŒbergaben die Verantwortung fĂŒr die GĂ€rten 1939 an ihren Enkel Ian Ross, der die Anlage ĂŒber Jahrzehnte weiterentwickelte. Die GĂ€rten gelten als historisches Anwesen, das aus einem industriell genutzten GrundstĂŒck hervorgegangen ist und dessen Nutzung sich vollstĂ€ndig der Zier- und Schaugartengestaltung zuwendete.
Butchart Gardens wurde am 12. Oktober 2004 als National Historic Site of Canada anerkannt, wodurch die historische und gartenkulturelle Bedeutung der Anlage offiziell hervorgehoben wird.Die Anerkennung als National Historic Site of Canada im Jahr 2004 stellt den Bezug zur kanadischen Gartengeschichte her. Die GĂ€rten werden weiterhin privat gefĂŒhrt und als Schauanlage betrieben, in der unterschiedliche Gartentypen, Pflanzenzusammenstellungen und historische Elemente kombiniert sind.
Butchart Gardens besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Anlage liegt nordwestlich von Victoria auf der Saanich-Halbinsel von Vancouver Island nahe der Brentwood Bay und ist ĂŒber StraĂenverbindungen sowie regionale Buslinien von Victoria aus erreichbar.
- Im Bereich des Sunken Garden fĂŒhren Wege und Treppen vom oberen Rand des ehemaligen Steinbruchs in die Tiefe, darunter eine lĂ€ngere Treppe mit mehreren AbsĂ€tzen, sodass fĂŒr einen Rundgang Trittsicherheit und Bereitschaft zu Höhenunterschieden erforderlich sind.
- In den verschiedenen Gartenteilen verlaufen ĂŒberwiegend befestigte Wege, stellenweise mit moderater Steigung, und es gibt gröĂere Rasen- und PflanzflĂ€chen, die als gestaltete GartenrĂ€ume wahrgenommen werden können.
- Die GĂ€rten liegen in KĂŒstennĂ€he an einem Arm des Pazifik; je nach Jahreszeit Ă€ndern sich die Vegetationsaspekte, beispielsweise durch FrĂŒhlingsblĂŒte, Sommerpflanzungen und spĂ€tere LaubfĂ€rbung.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Butchart Gardens auf Social-Media-Plattformen
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Butchart Gardens: hÀufige Fragen
Wo liegen die Butchart Gardens genau?
Die GĂ€rten befinden sich bei Brentwood Bay auf der Saanich-Halbinsel von Vancouver Island in der Provinz British Columbia und liegen in der NĂ€he von Tod Inlet und der Stadt Victoria.
Was bietet ein Besuch der Butchart Gardens?
Ein Besuch fĂŒhrt durch mehrere unterschiedlich gestaltete GartenrĂ€ume, darunter den in einem ehemaligen Kalksteinbruch angelegten Sunken Garden, einen Japanischen Garten, einen italienisch geprĂ€gten Garten und einen umfangreichen Rosengarten.
Was kennzeichnet die Butchart Gardens besonders?
Kennzeichnend ist die Entstehung aus einem industriell genutzten Steinbruch, der von Jennie Butchart in eine Gartenlandschaft verwandelt und spÀter durch Themenbereiche ergÀnzt wurde, sowie der Status als National Historic Site of Canada.
