Eremitage Sankt Petersburg, Gosudarstvennyi Ermitazh

Eremitage Sankt Petersburg: Wie der Zarenschatz zur Kultur-Ikone wurde

10.06.2026 - 06:35:17 | ad-hoc-news.de

Die Eremitage Sankt Petersburg, der Gosudarstvennyi Ermitazh, ist Russlands legendĂ€res Kunstmuseum an der Newa. Was macht diesen Palast in Sankt Petersburg fĂŒr Reisende aus Deutschland so unwiderstehlich?

Eremitage Sankt Petersburg, Gosudarstvennyi Ermitazh, Reise
Eremitage Sankt Petersburg, Gosudarstvennyi Ermitazh, Reise

Wer die Eremitage Sankt Petersburg betritt, den Gosudarstvennyi Ermitazh (auf Deutsch sinngemĂ€ĂŸ „Staatliche Eremitage“), steht mitten in einem Meer aus Gold, Marmor und Meisterwerken von Rembrandt, Leonardo da Vinci und Matisse. Die prunkvollen SĂ€le des Winterpalastes, das Glitzern der Kronleuchter und der Blick hinĂŒber zur Newa machen den Besuch zu einem der intensivsten Museumserlebnisse Europas.

Eremitage Sankt Petersburg: Das ikonische Wahrzeichen von Sankt Petersburg

Die Eremitage Sankt Petersburg gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Sankt Petersburg und als eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Oft wird sie in einem Atemzug mit dem Louvre in Paris oder dem Prado in Madrid genannt. Sie erstreckt sich nicht ĂŒber einen einzelnen Bau, sondern ĂŒber ein ganzes Ensemble historischer PalĂ€ste am Ufer der Newa, darunter den Winterpalast mit seiner markanten tĂŒrkis-weißen Fassade.

FĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist die Eremitage gleich in mehrfacher Hinsicht faszinierend: Sie verbindet russische Zaren­geschichte mit europĂ€ischer Kunstgeschichte, sie zeigt Meisterwerke aus fast allen Epochen und sie bildet zugleich das symbolische Herz der Stadt Sankt Petersburg. Der Palastkomplex markiert die Schnittstelle zwischen der Pracht des russischen Kaiserhofs und einem modernen Museum, das sich trotz politischer Spannungen und wechselvoller Geschichte als offenes Haus fĂŒr internationale GĂ€ste versteht.

AtmosphĂ€risch beeindruckt die Eremitage durch ihre GrĂ¶ĂŸe und Dichte: mehrstöckige Galerien, kunstvoll verzierte Decken, SĂ€le in krĂ€ftigem GrĂŒn, Rot oder Blau und Blickachsen, die sich ĂŒber Dutzende Meter erstrecken. Viele Reisende beschreiben den Besuch eher als Spaziergang durch eine Königsresidenz als durch ein klassisches Museum. Dazu kommen die typischen Sankt-Petersburger EindrĂŒcke vor den Fenstern: die breite Newa, die SchlossbrĂŒcke, die AdmiralitĂ€t mit ihrer goldenen Spitze und die gegenĂŒberliegende Peter-und-Paul-Festung.

Geschichte und Bedeutung von Gosudarstvennyi Ermitazh

Die Wurzeln des Museums reichen in das 18. Jahrhundert zurĂŒck. Die Sammlung der Eremitage begann mit Zarin Katharina II., bekannt als Katharina die Große, die 1764 eine grĂ¶ĂŸere Bildersammlung eines Berliner KunsthĂ€ndlers erwarb. Diese Werke wurden zunĂ€chst in einem eher privaten Rahmen im sogenannten „Eremitage“-Bereich des Winterpalastes gezeigt; der Name deutet auf einen RĂŒckzugsort hin, an dem die Herrscherin „im Verborgenen“ Kunst genoss.

Aus dieser privaten Zarenkollektion entwickelte sich im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts eine der grĂ¶ĂŸten Kunstsammlungen Europas. Schritt fĂŒr Schritt wurden weitere GebĂ€ude hinzugenommen, darunter die Kleine und die Alte Eremitage, spĂ€ter auch die Neue Eremitage als erster Bau in Russland, der von Anfang an als Museum konzipiert war. Die Eremitage war damit bereits im 19. Jahrhundert ein Ort, an dem sich die Eliten des Zarenreiches mit europĂ€ischer Kunst befassten.

Nach der Oktoberrevolution 1917 Ă€nderte sich die Rolle des Hauses grundlegend. Der Winterpalast, einst Symbol der zaristischen Autokratie, wurde zum Staatseigentum. Die Eremitage ging in sowjetische Verwaltung ĂŒber und öffnete stĂ€rker fĂŒr die allgemeine Bevölkerung. Konfiszierter Adelsschatz, Verstaatlichungen und der Zugriff auf ehemalige Privatsammlungen vergrĂ¶ĂŸerten den Bestand. Zugleich war das Museum emotional eng mit der Revolution verbunden, da der Sturm auf den Winterpalast zu den symboltrĂ€chtigsten Ereignissen der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts zĂ€hlt.

Im Zweiten Weltkrieg – in Russland als „Großer VaterlĂ€ndischer Krieg“ bezeichnet – ĂŒberstand die Eremitage die mehrjĂ€hrige Blockade von Leningrad unter schwierigen Bedingungen. Ein großer Teil der Sammlung war rechtzeitig evakuiert worden, doch GebĂ€ude und Stadt erlitten schwere Zerstörungen. Heute erinnern Fotografien und Dokumentationen im Haus an diese Zeit, was der Eremitage zusĂ€tzlich eine geschichtliche Tiefendimension verleiht, die ĂŒber ihre Rolle als Kunstmuseum hinausgeht.

Nach dem Ende der Sowjetunion etablierte sich die Eremitage als internationales Flaggschiff Russlands im globalen Kulturbetrieb. Mit internationalen Kooperationen, Leihgaben und Außenstellen – etwa in Amsterdam oder in Partnerprojekten in Europa – betont die Museumsleitung immer wieder den Anspruch, ein globaler Player im Museumswesen zu sein. FĂŒr deutsche Besucher ist die Eremitage damit auch ein Ort, an dem sich die Entwicklung Russlands vom Zarenreich ĂŒber die Sowjetzeit bis in die Gegenwart in einem einzigen Bauensemble ablesen lĂ€sst.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch steht die Eremitage Sankt Petersburg stellvertretend fĂŒr den europĂ€ischen Barock und Klassizismus in Russland. Der Winterpalast, KernstĂŒck des Ensembles, wurde im 18. Jahrhundert unter anderem nach EntwĂŒrfen des italienischen Architekten Bartolomeo Rastrelli errichtet. Seine reich ornamentierte Fassade, die weißen SĂ€ulen vor tĂŒrkisfarbenem Hintergrund und goldene Verzierungen prĂ€gen das Stadtbild und sind auf vielen Fotos und Postkarten Sankt Petersburgs zu sehen.

Im Inneren erwartet die Besucher eine Folge von ReprĂ€sentationssĂ€len: der monumentale Jordantreppen-Aufgang mit seiner eleganten Doppelrampe, der Große Thronsaal, der Malachitsaal, der Georgssaal mit seinem weißen und goldenen Dekor oder die spiegelnden Galerien nach europĂ€ischem Vorbild. Die Architektur ist nicht nur Kulisse, sondern Teil des Gesamterlebnisses: Wer durch die RĂ€ume geht, nimmt die Kunstwerke stets im Dialog mit Stuck, Blattgold, Marmor und Parkett wahr.

Die Sammlung selbst umfasst nach Angaben der Museumsverwaltung mehrere Millionen Objekte. FĂŒr GĂ€ste aus Deutschland sind vor allem die europĂ€ischen GemĂ€lde von Interesse: Die Eremitage besitzt Werke von Leonardo da Vinci, darunter bekannte Madonnen-Darstellungen, sowie GemĂ€lde von Raffael, Caravaggio, Rembrandt und Rubens. Im Bereich der niederlĂ€ndischen und flĂ€mischen Malerei gehört die Sammlung zu den umfangreichsten außerhalb der Niederlande und Belgiens.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden französische Meister des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts: Werke von Monet, Renoir, Degas und CĂ©zanne sowie umfangreiche BestĂ€nde an Matisse und Picasso. Viele Kunsthistoriker betonen, dass gerade die Sammlung der Moderne in der Eremitage exzeptionell ist, weil sie bereits frĂŒh systematisch aufgebaut wurde. So kann man hier zentrale Strömungen vom Impressionismus ĂŒber den Fauvismus bis zum Kubismus nahezu lĂŒckenlos verfolgen.

Hinzu kommen bedeutende BestĂ€nde antiker Kunst – etwa Skulpturen aus dem antiken Griechenland und Rom –, eine große Sammlung von Ikonen und religiösen Objekten, Kunsthandwerk, Möbel, Porzellan und archĂ€ologische Funde. Spezialabteilungen widmen sich der Kunst des Nahen Ostens, Zentralasiens und des Kaukasus. Damit wird die Eremitage zu einem Ort, an dem sich die kulturelle Vielfalt eines riesigen Reichs und seiner Nachbarregionen exemplarisch nachvollziehen lĂ€sst.

Besondere Beachtung finden bei vielen Besucherinnen und Besuchern auch kleinere, atmosphĂ€rische Details: die berĂŒhmten „Pfauen-Uhren“ im Pavillonsaal, ein mechanisches Kunstwerk aus dem 18. Jahrhundert, reich dekorierte Parkettböden, kunstvoll gearbeitete TĂŒren oder Ausblicke auf die Newa, die je nach Tageszeit und Jahreszeit ganz unterschiedlich wirken. Dieser Mix aus Grandezza und Detailreichtum trĂ€gt dazu bei, dass sich ein Besuch selten auf „nur“ ein paar Stunden beschrĂ€nkt; viele Reisende kehren an mehreren Tagen hintereinander zurĂŒck, um unterschiedliche Bereiche des Museums zu erkunden.

Die offizielle Museumsleitung betont immer wieder, dass nur ein kleiner Teil der BestĂ€nde dauerhaft ausgestellt werden kann. Ein betrĂ€chtlicher Anteil der Sammlung befindet sich in Depots oder wird in Wechselausstellungen und internationalen Kooperationen gezeigt. FĂŒr Kunstinteressierte aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet das: Selbst wer schon einmal in der Eremitage war, kann bei einem erneuten Besuch völlig neue Sammlungsbereiche entdecken.

Eremitage Sankt Petersburg besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Die Eremitage liegt im historischen Zentrum von Sankt Petersburg, direkt am Palastplatz und am Ufer der Newa. Von großen deutschen FlughĂ€fen wie Frankfurt, MĂŒnchen oder Berlin gab und gibt es abhĂ€ngig von der politischen Lage zeitweise Direktverbindungen nach Sankt Petersburg oder Verbindungen ĂŒber internationale Drehkreuze. Es empfiehlt sich, aktuelle Flug- und Bahnverbindungen jeweils individuell zu prĂŒfen. FĂŒr Reisende, die auf dem Landweg unterwegs sind, fĂŒhren internationale Bahnstrecken ĂŒber Polen oder die baltischen Staaten nach Russland; hier können sich Fahrzeiten und Verbindungen jedoch Ă€ndern.
  • Öffnungszeiten: Die Eremitage ist traditionell an mehreren Tagen pro Woche geöffnet, in der Regel tagsĂŒber mit verlĂ€ngerten Zeiten an einzelnen Wochentagen. Öffnungszeiten können sich jedoch Ă€ndern – insbesondere an Feiertagen, bei Sonderveranstaltungen oder aufgrund organisatorischer Anpassungen. Es ist daher ratsam, vor dem Besuch die jeweils aktuellen Angaben direkt bei der Eremitage Sankt Petersburg zu prĂŒfen.
  • Eintritt: Die Eremitage erhebt EintrittsgebĂŒhren, die fĂŒr internationale Besucher höher sein können als fĂŒr Einheimische. Es werden in der Regel Tagestickets und zum Teil kombinierte Tickets fĂŒr verschiedene GebĂ€udeteile angeboten. Preise können sich verĂ€ndern; als Orientierung sollte man mit einem Betrag im Bereich ĂŒblicher großer europĂ€ischer Museen rechnen, also im Bereich mehrerer zehn Euro, umgerechnet in die lokale WĂ€hrung (Russischer Rubel). Viele Besucher erwerben Tickets vorab online, um Wartezeiten zu reduzieren.
  • Beste Reisezeit: Sankt Petersburg hat ein deutlich kĂŒhleres Klima als die meisten Regionen Deutschlands. Die Hauptreisezeit liegt meist in den Sommermonaten von etwa Juni bis August, wenn die Temperaturen milder sind und die berĂŒhmten „Weißen NĂ€chte“ mit langen DĂ€mmerungsphasen die Stadt in ein besonderes Licht tauchen. In dieser Zeit ist der Andrang in der Eremitage entsprechend groß. Wer es etwas ruhiger mag, wĂ€hlt eher die Übergangszeiten im spĂ€ten FrĂŒhjahr oder frĂŒhen Herbst. Im Winter kann ein Besuch besonders stimmungsvoll sein, wenn Schnee liegt und die Stadt in klarem Frostlicht erscheint; man sollte dann aber mit deutlich niedrigeren Temperaturen rechnen.
  • Sprachsituation: In der Eremitage selbst sind Beschriftungen und Besucherinformationen hĂ€ufig auf Russisch und Englisch vorhanden. In Sankt Petersburg werden in touristischen Bereichen und im Museumsumfeld typischerweise Englischkenntnisse erwartet. Deutsch wird seltener gesprochen, kann aber in einzelnen Hotels oder von Reiseleitern angeboten werden. FĂŒr deutsche Reisende empfiehlt es sich, zumindest grundlegende englische Begriffe zu beherrschen und gegebenenfalls eine Übersetzungs-App zu nutzen.
  • Zahlung und WĂ€hrung: In Russland ist der Russische Rubel die LandeswĂ€hrung. Beim Besuch der Eremitage sowie in den meisten touristischen Einrichtungen sind internationale Kreditkarten grundsĂ€tzlich weit verbreitet, wobei es – je nach politischer und wirtschaftlicher Lage – EinschrĂ€nkungen bei bestimmten Kartentypen geben kann. Es ist sinnvoll, zusĂ€tzlich etwas Bargeld in lokaler WĂ€hrung mitzufĂŒhren. Kontaktloses Bezahlen und mobile Payment-Systeme können je nach Anbieter unterschiedlich verfĂŒgbar sein. Die klassische deutsche Girocard ist außerhalb des Euro-Raums nicht immer einsetzbar, hier sollte im Vorfeld geprĂŒft werden, ob die eigene Bankkarte international funktioniert.
  • Trinkgeld-Gepflogenheiten: In Russland ist ein moderates Trinkgeld im Dienstleistungsbereich ĂŒblich, etwa in Restaurants oder bei gefĂŒhrten Touren. BetrĂ€ge von rund 5 bis 10 Prozent sind verbreitet, sofern der Service nicht bereits in der Rechnung inkludiert ist. Im Museum selbst wird kein Trinkgeld erwartet, außer vielleicht bei individuellen FĂŒhrungen, wenn dies vorher vereinbart ist.
  • Kleiderordnung und Verhalten: FĂŒr den Besuch der Eremitage gibt es keine strenge Kleiderordnung, gleichwohl erwartet man respektvolle, gepflegte Kleidung. Da es sich um einen historischen Palast mit empfindlichen Böden handelt, kann es Bereiche geben, in denen das Tragen von Überziehschuhen oder das Abgeben von MĂ€nteln in der Garderobe vorgesehen ist. Fotografieren ist in vielen Bereichen erlaubt, Blitzlicht und Stative sind jedoch hĂ€ufig eingeschrĂ€nkt; genaue Hinweise vor Ort sollten beachtet werden.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung: Sankt Petersburg liegt in einer Zeitzone, die in der Regel zwei Stunden vor der MitteleuropĂ€ischen Zeit (MEZ) liegt, wenn in Deutschland Winterzeit gilt. WĂ€hrend der mitteleuropĂ€ischen Sommerzeit betrĂ€gt der Unterschied meist eine Stunde. Da sich Regelungen zu Sommerzeiten und Zeitzonen Ă€ndern können, ist vor der Reise ein aktueller Blick auf die Zeitangaben sinnvoll.
  • Einreisebestimmungen: FĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger galten fĂŒr Russland traditionell Visapflichten und bestimmte EinreiseformalitĂ€ten. Die konkreten Bestimmungen – etwa zur Visabeschaffung, zu Einladungsdokumenten oder zur Krankenversicherung – können sich Ă€ndern. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Sicherheits- und Reisehinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen, bevor sie eine Reise nach Sankt Petersburg und zur Eremitage planen.

Warum Gosudarstvennyi Ermitazh auf jede Sankt Petersburg-Reise gehört

FĂŒr viele Kulturliebhaberinnen und -liebhaber aus Deutschland ist der Gosudarstvennyi Ermitazh der wichtigste Programmpunkt einer Reise nach Sankt Petersburg. Das Museum verbindet die Aura einer ehemaligen Zarenresidenz mit einer Weltklasse-Sammlung, die in ihrer Breite und QualitĂ€t nur von wenigen HĂ€usern weltweit erreicht wird. Ein Spaziergang durch den Palastplatz, der Blick auf die AlexandersĂ€ule und der Eintritt durch die monumentalen Tore des Winterpalastes schaffen das GefĂŒhl, in eine andere Zeit einzutreten.

Wer sich fĂŒr europĂ€ische Kunst interessiert, findet hier vertraute Namen in einem ungewohnten Kontext: Rembrandt und Rubens hĂ€ngen nicht in einem nĂŒchternen White Cube, sondern in prachtvollen SĂ€len, in denen einst höfische Feste stattfanden. Italienische Renaissancewerke und französische Impressionisten entfalten vor der Kulisse russischer Palastarchitektur eine besondere Wirkung. Diese Verbindung von Kunst und Geschichte bietet eine Perspektive, die sich klar von westeuropĂ€ischen Museen unterscheidet.

Gleichzeitig ermöglicht die Eremitage Einblicke in russische Geschichte, die ĂŒber Schulbuchwissen hinausgehen. Die RĂ€ume, in denen einst Zaren und Zarinne residierten, in denen politische Entscheidungen getroffen und Feste gefeiert wurden, erzĂ€hlen vom SelbstverstĂ€ndnis des russischen Kaiserreichs. Spuren der Revolution und Erinnerungen an Krieg und Blockade machen deutlich, wie stark die Geschichte des 20. Jahrhunderts in diese Mauern eingeschrieben ist.

FĂŒr Reisende aus Deutschland spielt zudem die Lage der Eremitage im StadtgefĂŒge eine wichtige Rolle. Der Besuch lĂ€sst sich ideal mit einem Stadtspaziergang kombinieren: Zum Beispiel fĂŒhrt ein typischer Rundgang vom Newski-Prospekt zum Palastplatz, durch den Winterpalast in die MuseumssĂ€le und anschließend an die Newa, wo Boote zu Rundfahrten aufbrechen. In der NĂ€he liegen weitere Highlights wie die Isaakskathedrale, die Bluterlöserkirche oder das Russische Museum, sodass sich ein kompakter, aber inhaltsreicher Kulturtrip planen lĂ€sst.

Die Eremitage ist außerdem ein Ort intensiver visueller EindrĂŒcke, die sich ausgezeichnet in Fotos und Videos festhalten lassen. Viele Besucher berichten, dass gerade die Mischung aus prunkvollen InnenrĂ€umen, Detailaufnahmen von Kunstwerken und Außenansichten mit der Kulisse der Stadt eine besondere Faszination ausĂŒbt. Das spiegelt sich in der starken PrĂ€senz des Museums in sozialen Netzwerken wider, in denen die Eremitage immer wieder als „Instagram-taugliche“ Attraktion hervorgehoben wird – ohne dass sie dadurch ihren ernsthaften musealen Charakter verliert.

Wer tiefer eintauchen möchte, kann FĂŒhrungen nutzen, die sich etwa bestimmten Epochen, KĂŒnstlern oder historischen Aspekten widmen. Es gibt Angebote in verschiedenen Sprachen, zum Teil in Kooperation mit internationalen Reiseveranstaltern. Damit wird der Besuch zu einer Art Zeitreise vom antiken Griechenland ĂŒber die Renaissance bis in die Moderne – eingebettet in die Geschichte eines Landes, das immer wieder Schnittstelle zwischen Europa und Asien war.

Eremitage Sankt Petersburg in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In den sozialen Medien ist die Eremitage Sankt Petersburg seit Jahren ein beliebtes Motiv, sowohl fĂŒr Reisende als auch fĂŒr Kunstinstitutionen, die mit dem Museum kooperieren. Kurze Video-Clips von der Jordantreppe, Panoramen aus dem Thronsaal oder Detailaufnahmen berĂŒhmter GemĂ€lde erzielen regelmĂ€ĂŸig hohe Reichweiten. FĂŒr deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer bieten Plattformen wie YouTube oder Instagram zudem virtuelle Einblicke, wenn eine Reise aus politischen oder organisatorischen GrĂŒnden gerade nicht möglich ist.

HĂ€ufige Fragen zu Eremitage Sankt Petersburg

Wo genau liegt die Eremitage Sankt Petersburg?

Die Eremitage Sankt Petersburg befindet sich im historischen Zentrum von Sankt Petersburg in Russland, direkt am Palastplatz und am Ufer der Newa. Der Haupteingang liegt am Winterpalast, einer der markantesten Fassaden der Stadt. Von hier aus lassen sich viele weitere SehenswĂŒrdigkeiten wie Newski-Prospekt, Isaakskathedrale oder Bluterlöserkirche bequem zu Fuß erreichen.

Wie alt ist der Gosudarstvennyi Ermitazh und wann entstand das Museum?

Die UrsprĂŒnge der Eremitage gehen auf das 18. Jahrhundert zurĂŒck, als Zarin Katharina II. ab 1764 eine umfangreiche private Kunstsammlung im Winterpalast anlegte. Das Museum als öffentliche Institution entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als weitere Palastbauten hinzukamen und die Sammlung systematisch erweitert wurde. In seiner heutigen Form als staatliches Großmuseum mit mehreren Millionen Objekten ist die Eremitage das Ergebnis eines langen historischen Prozesses vom Zarenreich ĂŒber die Sowjetzeit bis in die Gegenwart.

Was ist an der Eremitage fĂŒr deutsche Besucher besonders sehenswert?

FĂŒr deutsche Besucher sind vor allem die europĂ€ischen GemĂ€ldesammlungen attraktiv: Meisterwerke von Leonardo da Vinci, Raffael, Rembrandt, Rubens, Monet, Matisse und Picasso geben einen umfassenden Überblick ĂŒber zentrale Strömungen der europĂ€ischen Kunstgeschichte. Dazu kommen die prĂ€chtigen InnenrĂ€ume des Winterpalastes mit ThronsĂ€len, Treppen und Galerien sowie antike Skulpturen und russische Ikonen. Viele Reisende kombinieren den Museumsbesuch mit einem Spaziergang am Newa-Ufer und ĂŒber den Palastplatz, um die besondere AtmosphĂ€re des Ensembles zu erleben.

Wie viel Zeit sollte man fĂŒr einen Besuch der Eremitage einplanen?

Die Eremitage ist so groß, dass ein einziger Tag kaum ausreicht, um alle Bereiche ausfĂŒhrlich zu erkunden. Viele Besucher planen zunĂ€chst einen halben bis ganzen Tag ein, um einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Highlights zu gewinnen – etwa den Winterpalast, ausgewĂ€hlte GemĂ€ldegalerien und einige zentrale SĂ€le. Wer sich intensiver fĂŒr bestimmte Epochen oder KĂŒnstler interessiert, kann zusĂ€tzliche Tage einplanen oder gefĂŒhrte Touren nutzen, um gezielt Schwerpunkte zu setzen.

Wann ist die beste Reisezeit fĂŒr einen Besuch der Eremitage Sankt Petersburg?

Die beste Reisezeit hĂ€ngt von persönlichen Vorlieben ab. In den Sommermonaten, vor allem im Juni und Juli, erlebt man die Stadt wĂ€hrend der „Weißen NĂ€chte“ mit besonders langen Tagen und lebhaftem Treiben – entsprechend hoch ist dann der Besucherandrang in der Eremitage. FrĂŒhjahr und Herbst bieten ein etwas ruhigeres Erlebnis bei oft noch angenehmen Temperaturen. Im Winter kann der Besuch durch Schnee, Frost und klare Luft eine sehr besondere Stimmung bekommen, erfordert aber eine gute Vorbereitung auf niedrige Temperaturen und kĂŒrzere Tage.

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