Gros Morne National Park, Rocky Harbour

Gros Morne National Park: Landschaft aus Fjorden und freigelegter Erdkruste

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 12:58 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Gros Morne National Park bei Rocky Harbour in Kanada verbindet steile Fjorde, karge Tablelands und die Berge der Long Range Mountains zu einer eindrucksvollen Landschaft.

Pop-Art-Comic von Gros-Morne-Nationalpark in Rocky Harbour, Kanada mit Rasterpunkten
Pop-Art-Comicillustration des Wahrzeichens Gros-Morne-Nationalpark in Rocky Harbour Kanada, kraeftige Konturen Rasterpunkte und satte Farben, Illustration mit AI erstellt.

Gros Morne National Park an der Westküste von Neufundland in Kanada zeigt in einer Landschaft aus Fjorden, Hochebenen und Küsten eine selten klare Sicht in das Innere der Erde. Der Nationalpark liegt bei Rocky Harbour und ist seit 1987 als UNESCO-Welterbe eingetragen, weil hier Gesteine der ozeanischen Kruste und des Erdmantels an der Oberfläche liegen.

Gros Morne National Park zwischen Long Range Mountains und Küste

Gros Morne National Park liegt auf der Insel Neufundland, an der Westküste der Provinz Newfoundland and Labrador, und umfasst einen Abschnitt der Long Range Mountains. Diese Berge gehören zu den Kanadischen Appalachen und steigen von der Küste des Sankt-Lorenz-Golfs abrupt zu einem Plateau auf, das Höhen von über 800 m erreicht. Zwischen den Höhenzügen verlaufen Täler mit Seen, Mooren und Flüssen, die charakteristische Spuren der Vergletscherung tragen.

Der Nationalpark ist nach dem Gipfel Gros Morne Mountain benannt, einem markanten Berg im Norden des Gebietes. Der Name geht auf einen französischen Ausdruck für einen großen, einsamen Berg zurück und beschreibt die Silhouette des Gipfels über dem umliegenden Hochland. Von vielen Punkten der Küstenebene sind die steilen Hänge der Long Range Mountains sichtbar, die sich deutlich von den flacheren Landstrichen Neufundlands abheben.

Zum Parkgebiet gehören ein langgezogenes Küstenband mit Buchten, Stränden und Steilufern sowie ein ausgedehntes Hochplateau im Binnenland. Die Höhenzüge wurden von Gletschern zu abgerundeten Kuppen und tiefen Trogtälern geformt, aus denen Wasserläufe in Richtung Meer abfließen. In den Tälern liegen Seen, die aus ehemaligen Gletscherbecken hervorgegangen sind, und Flussläufe folgen zum Teil den Spuren alter Eisströme.

Tablelands und freigelegter Erdmantel

Das prägnanteste geologische Merkmal von Gros Morne National Park sind die Tablelands im Süden des Parks. Dieses Gebiet wirkt mit seinen rostbraunen Hängen und weitgehend baumfreien Flächen wie eine andere Welt innerhalb der ansonsten grünen Berge. Der Untergrund besteht hier aus Peridotit, einem Gestein aus dem oberen Erdmantel, das bei der Entstehung der Appalachen an die Oberfläche gelangte.

Die Tablelands bilden eine breite, flachkuppige Hochfläche über den angrenzenden Tälern. Ihre Gesteine enthalten wenig Nährstoffe, weshalb Vegetation nur in dünnen Streifen und kleinen Polstern auftreten kann. In Senken und entlang von Bächen breiten sich Gräser, Moose und vereinzelte Sträucher aus, während die Hänge selbst weitgehend von blankem Fels und Geröll bestimmt werden. Der Kontrast zu den bewaldeten Long Range Mountains auf der gegenüberliegenden Talseite gehört zu den auffälligsten Eindrücken des Parks.

In Gros Morne National Park sind neben Mantelgesteinen auch große Abschnitte der ozeanischen Kruste sichtbar, die normalerweise kilometerweit unter dem Meeresboden liegen. An verschiedenen Stellen treffen Besucher auf Abfolgen von basaltischen Laven, Tiefengesteinen und Sedimenten, die zusammen eine sogenannte Ophiolith-Abfolge bilden. Darüber hinaus sind am Rand der alten Kontinentalplatte Sedimentgesteine mit Fossilien erhalten, darunter Karbonate aus warmen Flachmeeren und tonige Abfolgen aus tieferen Becken.

Die UNESCO stuft diese Kombination aus Mantelgestein, ozeanischer Kruste und kontinentalen Randablagerungen als ein anschauliches Beispiel für Plattentektonik ein. Die Gesteine dokumentieren, wie das Iapetus-Meer geschlossen und der Gebirgszug der Appalachen aufgebaut wurde. In den Felswänden und Aufschlüssen des Parks lässt sich dieser Prozess von der alten Kontinentalmarge über die ozeanische Kruste bis zu den heute erodierten Gebirgsresten nachvollziehen.

Fjorde, Seen und Spuren der Eiszeit

Neben der Geologie prägen die Formen der Eiszeiten die Landschaft von Gros Morne National Park. Gletscher haben tiefe U-Täler in die Long Range Mountains eingeschnitten, die heute von Seen und Flüssen gefüllt sind. Steile Felswände begrenzen manche dieser Täler, in denen Wasserfälle von den Hochflächen in die Tiefe stürzen. An der Küste wechseln Buchten mit drumlinartigen Hügeln und erhöhten Strandterrassen, die auf frühere Meeresspiegelstände zurückgehen.

Zu den bekanntesten Landschaftsbildern des Parks gehört Western Brook Pond im nördlichen Teil. Dieser langgestreckte See füllt ein ehemaliges Gletscherfjordtal, dessen steile Wände hunderte Meter über der Wasserfläche aufragen. Da der Talboden sich über dem heutigen Meeresspiegel befindet und ein Fluss den Abfluss bildet, liegt der See im Binnenland und wird mit Süßwasser gespeist. Die Kombination aus steilen Felswänden und ruhiger Wasserfläche steht beispielhaft für die von der Vergletscherung geprägten Fjordlandschaften des Parks.

Auf dem Hochplateau der Long Range Mountains haben Gletscher rundliche Kuppen und ausgedehnte, von Mooren bedeckte Flächen hinterlassen. In Senken sammelte sich Wasser zu Teichen und kleineren Seen, während Blockfelder und Moränenzüge den Verlauf früherer Eisströme markieren. Diese Landschaften sind durch Wege und Aussichtspunkte erschlossen, die Einblicke in die Struktur des Gebirgszuges und in die umgebende Küstenebene ermöglichen.

Entlang der Küste, die in den Nationalpark einbezogen ist, treffen Küstenebenen mit flachen Mooren auf steilere Uferabschnitte. Hier hat Brandung an manchen Stellen Kliffs ausgeformt, während an anderen Stellen sandige Buchten entstanden sind. In den Übergangszonen zwischen Meer und Hochland lassen sich auf kurzer Distanz verschiedene geologische Formationen und Spuren der Eiszeit beobachten.

Gros Morne National Park besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Gros Morne National Park liegt an der Westküste Neufundlands nahe der Ortschaft Rocky Harbour und wird über die Fernstraße Route 430 erschlossen, die entlang der Küste verläuft.
  • Viele Aussichtspunkte und markante Landschaftsbereiche, etwa Western Brook Pond und die Tablelands, sind nur über Wanderwege zu erreichen, die teils über unbefestigtes, steiniges Gelände führen.
  • Im Park reicht das Gelände von Meeresküste auf Meereshöhe bis zu Hochflächen in über 800 m Höhe, so dass bei Touren in die Berge mit deutlichen Höhenunterschieden zu rechnen ist.
  • Gros Morne National Park liegt in Kanada; Amtssprachen sind Englisch und Französisch, gezahlt wird in Kanadischen Dollar.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

Gros Morne National Park auf Social-Media-Plattformen

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Gros Morne National Park: häufige Fragen

Wo liegt Gros Morne National Park?

Gros Morne National Park liegt an der Westküste der Insel Neufundland in der kanadischen Provinz Newfoundland and Labrador, nahe der Ortschaft Rocky Harbour.

Was bietet ein Besuch im Gros Morne National Park?

Ein Besuch führt in eine Landschaft aus Long Range Mountains, Fjorden, Seen und Küstenebenen, in der Gesteine der ozeanischen Kruste und des Erdmantels freiliegen.

Was kennzeichnet Gros Morne National Park besonders?

Besonders kennzeichnend sind die rostbraunen Tablelands mit ihrem Mantelgestein, der Fjordsee Western Brook Pond und die Kombination aus Gebirgsplateau und Küstenlandschaft.

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