Grosse Moschee von Kairouan, Kairouan

Grosse Moschee von Kairouan: Zeitlose Ikone des Islams in Tunesien

05.06.2026 - 10:37:56 | ad-hoc-news.de

Die Grosse Moschee von Kairouan, die Great Mosque of Kairouan in Tunesien, gilt als Herz der heiligen Stadt Kairouan. Warum dieses Bauwerk Reisende aus Deutschland bis heute in den Bann zieht.

Grosse Moschee von Kairouan, Kairouan, Reise
Grosse Moschee von Kairouan, Kairouan, Reise

Wer durch das Tor der Altstadt von Kairouan tritt, spĂŒrt schnell, warum die Grosse Moschee von Kairouan – die Great Mosque of Kairouan (sinngemĂ€ĂŸ „Große Moschee von Kairouan“) – seit Jahrhunderten als Herz einer der heiligsten StĂ€dte des Islams gilt. Der Blick fĂ€llt auf den massiven, sandfarbenen Mauerring, den mĂ€chtigen quadratischen Minarettturm und den weiten Hof, in dem das Licht der nordafrikanischen Sonne auf den hellen SteinflĂ€chen flimmert. Die AtmosphĂ€re ist zugleich andĂ€chtig und monumental – ein Ort, der religiöse Geschichte, Architektur und stillen Alltag miteinander verbindet.

Grosse Moschee von Kairouan: Das ikonische Wahrzeichen von Kairouan

Die Grosse Moschee von Kairouan ist weit mehr als ein religiöses Zentrum: Sie gilt in der islamischen Welt als eine der Ă€ltesten und bedeutendsten Moscheen des Maghreb und als geistiges Herz der Stadt Kairouan im Norden Tunesiens. FĂŒr viele GlĂ€ubige in Nordafrika besitzt sie einen Status, der nur mit Mekka, Medina und Jerusalem vergleichbar ist, weshalb Kairouan hĂ€ufig als „vierte heilige Stadt des Islams“ bezeichnet wird. Dieser Rang macht die Moschee zu einem Symbol fĂŒr Glauben, Gelehrsamkeit und regionales SelbstverstĂ€ndnis.

Schon der erste Eindruck ist ĂŒberwĂ€ltigend: ein nahezu wehrhaft wirkender Baukörper mit massiven Außenmauern, dahinter ein Hof, der zu den grĂ¶ĂŸten Moscheehöfen der frĂŒhen islamischen Architektur gehört. Besucherinnen und Besucher erleben einen Ort, an dem sich die nĂŒchterne Klarheit der WĂŒste mit raffinierter Baukunst verbindet. Die UNESCO hebt in ihrer Beschreibung von Kairouan besonders hervor, dass die Moschee als Musterbeispiel der frĂŒhen islamischen Architektur im westlichen Mittelmeerraum gilt und auf viele spĂ€tere Sakralbauten in Nordafrika und Andalusien gewirkt hat.

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist die Grosse Moschee von Kairouan damit nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein SchlĂŒssel, um den Islam im Maghreb, die Geschichte des arabischen Nordafrikas und die kulturellen BezĂŒge bis nach Spanien besser zu verstehen. Wer sich Zeit nimmt, ĂŒber den Hof zu gehen, den Schatten der Arkaden zu beobachten und die leisen GerĂ€usche der Stadt im Hintergrund wahrzunehmen, erkennt schnell: Dies ist ein Bauwerk, das sich eher erlebt als „abgehakt“ wird.

Geschichte und Bedeutung von Great Mosque of Kairouan

Die Geschichte der Great Mosque of Kairouan beginnt im 7. Jahrhundert n. Chr., als die Araber nach Nordafrika vordringen und Kairouan als militĂ€rischen und spĂ€ter religiösen StĂŒtzpunkt grĂŒnden. Historische Quellen fĂŒhren die erste Moschee auf den Feldherrn Uqba ibn Nafi zurĂŒck, der um das Jahr 670 n. Chr. eine frĂŒhe GebetsstĂ€tte errichtete. Die heutige Gestalt geht jedoch grĂ¶ĂŸtenteils auf eine umfassende Neubebauung und Erweiterung im 9. Jahrhundert zurĂŒck, insbesondere unter der Herrschaft der Aghlabiden-Dynastie, die Kairouan zu einem bedeutenden Zentrum von Politik, Religion und Wissenschaft machte.

Die Moschee diente nicht nur als Ort des Gebets, sondern lange Zeit auch als Hochschule und Rechtsschule. Gelehrte aus der gesamten islamischen Welt reisten nach Kairouan, um hier zu lehren und zu studieren. Die Stadt war in jener Zeit eines der wichtigsten intellektuellen Zentren des westlichen Islams, vergleichbar mit spĂ€teren europĂ€ischen UniversitĂ€tsstĂ€dten. FĂŒr unsere heutige Perspektive lĂ€sst sich die Rolle der Moschee in etwa mit der Verbindung aus Kathedrale und UniversitĂ€t in mittelalterlichen europĂ€ischen StĂ€dten vergleichen.

Im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Moschee mehrfach restauriert, erweitert und an verĂ€nderte liturgische und bauliche Anforderungen angepasst. Dennoch haben Fachleute der UNESCO und Denkmalpfleger immer wieder betont, dass der Kern der Anlage – insbesondere der Hof, das Minarett und der Gebetssaal – eine außergewöhnlich hohe AuthentizitĂ€t bewahren. Viele Elemente, etwa SĂ€ulen und Kapitelle, stammen aus antiken römischen oder byzantinischen Bauten der Umgebung und wurden beim Bau wiederverwendet. Diese Spolien machen deutlich, wie sich die frĂŒhe islamische Architektur vorhandener Materialien bediente und sie in einen neuen religiösen und Ă€sthetischen Kontext stellte.

Mit der Ernennung der Altstadt von Kairouan und damit auch der Grossen Moschee zum UNESCO-Welterbe wurde die internationale Bedeutung erneut unterstrichen. Fachgremien verweisen besonders auf die Rolle Kairouans fĂŒr die Ausbreitung des Islam in Nordafrika sowie auf die Vorbildfunktion der Moschee fĂŒr die Architektur des westlichen Islams. FĂŒr ein deutsches Publikum ist spannend: Die heutige Anlage ist rund 1.000 Jahre alt und damit deutlich Ă€lter als das Brandenburger Tor in Berlin oder viele große Kathedralen Mitteleuropas. Sie öffnet ein Fenster in eine Epoche, in der der Mittelmeerraum kulturell eng verflochten war.

Die religiöse Bedeutung bleibt bis heute spĂŒrbar. Auch wenn Kairouan heute touristisch vergleichsweise ruhig ist, strahlt die Grosse Moschee von Kairouan eine starke spirituelle Anziehungskraft aus. GlĂ€ubige kommen zum Gebet, Pilgerinnen und Pilger besuchen die Stadt, und nicht-muslimische GĂ€ste erhalten – mit Respekt und entsprechender Kleidung – Einblicke in einen der wichtigsten islamischen Sakralbauten Nordafrikas.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch gehört die Great Mosque of Kairouan zu den SchlĂŒsselbauten der frĂŒhen islamischen Kunst. Kunsthistoriker beschreiben sie als Prototyp der nordafrikanischen Hypostylmoschee, also einer Moscheeform mit einem großen, von SĂ€ulen getragenen Gebetssaal. Viele der heute in LehrbĂŒchern gezeigten Beispiele fĂŒr islamische Architektur im Maghreb nehmen direkt Bezug auf die Anlage in Kairouan.

Zu den markantesten Merkmalen gehört das mĂ€chtige Minarett, ein quadratischer Turm mit drei ĂŒbereinanderliegenden Geschossen. Seine massive, fast wehrhafte Anmutung erinnert eher an einen Festungsturm als an die filigranen Minarette spĂ€terer Epochen. Fachleute sehen in diesem Turm eines der Ă€ltesten erhaltenen Minarette der islamischen Welt und einen wichtigen Schritt in der Entwicklung dieser Bauform. Der Turm ragt deutlich ĂŒber die AltstadtdĂ€cher hinaus und prĂ€gt als Landmarke die Silhouette von Kairouan.

Der Innenhof der Moschee ist außergewöhnlich weitlĂ€ufig. Sein Boden besteht aus großen Steinplatten, die das Sonnenlicht reflektieren und eine beinahe mediterrane Helligkeit erzeugen. Mehrere Zisternen und Wasserbecken, teils reich mit antiken SĂ€ulen und architektonischen Fragmenten eingefasst, erinnern an die Funktion des Wassers fĂŒr rituelle Waschungen und den Alltag in einer WĂŒstenstadt. Der Hof wird von ArkadengĂ€ngen eingefasst, deren Bögen auf SĂ€ulen ruhen, die aus unterschiedlichen Epochen und Baustilen stammen – ein sichtbares Zeugnis fĂŒr die Wiederverwendung antiker Bauteile.

Der Gebetssaal selbst ist von außen relativ schlicht, entfaltet seine Wirkung aber im Inneren. Reihen von SĂ€ulen tragen hufeisenförmige Bögen, die eine rhythmische Abfolge schaffen und an spĂ€tere Bauwerke in CĂłrdoba oder anderen andalusischen StĂ€dten erinnern. Viele Kapitelle zeigen römische oder byzantinische Formen; sie wurden bei der Errichtung der Moschee aus nahegelegenen antiken StĂ€tten herbeigeschafft. Diese Verwendung von Spolien ist typisch fĂŒr frĂŒhe islamische Architektur im Mittelmeerraum und zeigt, wie pragmatisch mit vorhandenen Materialien umgegangen wurde.

Besonders kunstvoll ist das Mihrab, die Gebetsnische, die die Richtung nach Mekka markiert. Es gehört zu den frĂŒhesten reich ausgestalteten Mihrabs und wird von Fachleuten hĂ€ufig als Meisterwerk islamischer Kunst im westlichen Mittelmeerraum beschrieben. Marmor, kunstvolle Stuckarbeiten und fein verzierte Keramikfliesen bilden einen reich dekorierten Rahmen, der sich deutlich von der eher zurĂŒckhaltenden Gestaltung der ĂŒbrigen WĂ€nde abhebt. Über dem Mihrab finden sich Kuppeln, die den Raum zusĂ€tzlich gliedern und betonen.

Auch der Minbar, die Kanzel, von der freitags die Predigt gehalten wird, ist von besonderem Interesse. In der Great Mosque of Kairouan befindet sich ein hölzerner Minbar, der als einer der Ă€ltesten erhaltenen Minbare der islamischen Welt gilt. Kunsthistorische Untersuchungen betonen die feinen Holzintarsien und die geometrischen Muster, die typisch fĂŒr islamische Ornamentik sind. Solche Details geben Besuchern einen Eindruck davon, wie stark sich Handwerk und religiöse Funktion in der frĂŒhen islamischen Kunst durchdringen.

Anders als in vielen spĂ€teren Moscheen, in denen eine reiche Fliesen- und Farbgestaltung dominiert, wirkt die Grosse Moschee von Kairouan insgesamt eher zurĂŒckhaltend. Der Einsatz von Stein, Putz und dezenten Farbtönen fĂŒgt sich harmonisch in die WĂŒstenlandschaft ein und unterstreicht die nĂŒchterne, meditative AtmosphĂ€re. FĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Mitteleuropa, die vielleicht die Farbigkeit osmanischer Moscheen in Istanbul kennen, entfaltet sich hier eine andere, eher ruhige Ästhetik, die auf Proportionen, Licht und Materialwirkung setzt.

Grosse Moschee von Kairouan besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Die Great Mosque of Kairouan ist grundsĂ€tzlich fĂŒr Nicht-Muslime in bestimmten Bereichen zugĂ€nglich, allerdings mit wichtigen EinschrĂ€nkungen. In der Regel dĂŒrfen Besucherinnen und Besucher den großen Hof und die ArkadengĂ€nge betreten und in den Gebetssaal hineinblicken, der eigentliche Innenraum bleibt jedoch glĂ€ubigen Muslimen vorbehalten. Vor einem Besuch sollte man sich stets aktuell informieren, da Zugangsregelungen, Öffnungszeiten und EintrittsmodalitĂ€ten sich Ă€ndern können.

  • Lage und Anreise: Kairouan liegt im Landesinneren von Tunesien, etwa 150 km sĂŒdlich von Tunis und rund 60 km von der KĂŒstenstadt Sousse entfernt. FĂŒr Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel FlĂŒge zu den internationalen FlughĂ€fen Tunis, Monastir oder Enfidha an, meist mit Umstieg ĂŒber große europĂ€ische Drehkreuze. Von Tunis aus dauert die Fahrt nach Kairouan mit dem Auto je nach Verkehr etwa zwei bis drei Stunden. Innerhalb Tunesiens verbinden Busse und Sammeltaxis (Louages) die wichtigsten StĂ€dte, sodass sich Kairouan auch ohne Mietwagen erreichen lĂ€sst.
  • Einreise fĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger: FĂŒr Aufenthalte in Tunesien sollten deutsche StaatsbĂŒrger die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. Dies betrifft insbesondere die GĂŒltigkeit von ReisepĂ€ssen, eventuelle Visumspflichten und Hinweise zur Sicherheitslage. Da sich Bestimmungen Ă€ndern können, empfiehlt sich die Kontrolle kurz vor Reiseantritt.
  • Öffnungszeiten der Moschee: Die Grosse Moschee von Kairouan ist in der Regel tagsĂŒber fĂŒr Besucher geöffnet, außerhalb der Gebetszeiten und religiösen Hauptfeiertage. Konkrete Uhrzeiten variieren je nach Saison, Wochentag und religiösem Kalender. Es ist ratsam, die Öffnungszeiten direkt vor Ort, ĂŒber lokale Tourismusinformationen oder ĂŒber die Verwaltung der Moschee zu prĂŒfen, da es zu kurzfristigen Änderungen kommen kann.
  • Eintritt und Tickets: FĂŒr den Besuch von Hof und bestimmten Bereichen wird hĂ€ufig ein Eintritt erhoben, der meist in tunesischer WĂ€hrung (TND) bezahlt wird. Da Preise angepasst werden können, sollten Reisende vor Ort mit einem ĂŒberschaubaren Betrag in tunesischen Dinar rechnen. Wer planen möchte, kann sich bei offiziellen Tourismusstellen oder zuverlĂ€ssigen ReisefĂŒhrern ĂŒber die ungefĂ€hren Kosten informieren; Wechselkurse zum Euro schwanken.
  • Beste Reisezeit: Klimatisch ist das FrĂŒhjahr (MĂ€rz bis Mai) und der Herbst (September bis November) fĂŒr einen Besuch von Kairouan besonders angenehm, da die Temperaturen oft zwischen etwa 20 und 28 Â°C liegen. Im Hochsommer können die Werte deutlich ĂŒber 30 Â°C steigen, sodass ein Besuch am frĂŒhen Morgen oder spĂ€ten Nachmittag empfehlenswert ist. Wer die Moschee möglichst ruhig erleben möchte, sollte große religiöse Feiertage sowie Freitagsgebete meiden oder mit stĂ€rkerem Andrang rechnen.
  • Dresscode und Respekt: Als aktive Moschee ist die Grosse Moschee von Kairouan ein religiöser Ort. Schultern und Knie sollten bedeckt sein; fĂŒr Frauen ist ein Tuch oder Schal zum Bedecken der Haare empfehlenswert, auch wenn dies nicht ĂŒberall strikt verlangt wird. Lautes Verhalten, Telefonate oder Essen im Hof sind zu vermeiden. Fotografieren ist in vielen Bereichen erlaubt, allerdings sollte immer mit Respekt und ohne Blitz fotografiert werden; bei Unsicherheit empfiehlt sich die RĂŒcksprache mit dem Personal vor Ort.
  • Sprache, Zahlungs- und Trinkgeldkultur: Amtssprache in Tunesien ist Arabisch, Französisch ist weit verbreitet, besonders im Tourismus. Englisch wird in vielen Hotels und bei StadtfĂŒhrern verstanden, Deutsch deutlich seltener. Bargeld in tunesischen Dinar ist in Souks, Taxis und kleineren Restaurants wichtig, wĂ€hrend in grĂ¶ĂŸeren Hotels und einigen GeschĂ€ften Kreditkarten akzeptiert werden. Trinkgeld ist ĂŒblich, meist in moderater Höhe; fĂŒr gute Dienstleistungen in Restaurants oder bei FĂŒhrungen sind einige Prozent des Rechnungsbetrags ein angemessener Richtwert.
  • Gesundheit und Versicherung: Tunesien liegt außerhalb der EU; eine Auslandskrankenversicherung mit RĂŒcktransportoption ist daher empfehlenswert. Vor der Reise sollten Hinweise des AuswĂ€rtigen Amts zu Gesundheitsrisiken und empfohlenen Impfungen geprĂŒft werden. Sonnenschutz, ausreichend Trinkwasser und Kopfbedeckung sind bei einem Besuch der Moschee und der Altstadt aufgrund der Sonneneinstrahlung dringend angeraten.
  • Zeitverschiebung zu Deutschland: Tunesien liegt meist in derselben Zeitzone wie Mitteleuropa ohne Sommerzeitumstellung. Je nach Jahreszeit kann es zu einer Zeitdifferenz kommen, da Tunesien in den letzten Jahren auf eine verlĂ€ssliche Sommerzeit verzichtet hat. Reisende sollten daher kurz vor der Abreise die aktuelle Zeitverschiebung prĂŒfen, um Transfers und FĂŒhrungen korrekt zu planen.
  • Fotografie und soziale Medien: Die Grosse Moschee von Kairouan ist ein beliebtes Motiv auf Plattformen wie Instagram oder TikTok. Dennoch sollte der Wunsch nach eindrucksvollen Bildern stets mit RĂŒcksicht auf betende Menschen und religiöse AblĂ€ufe verbunden sein. AusdrĂŒcklich untersagt sind in der Regel Drohnenaufnahmen ohne offizielle Genehmigung; auch diese Regel kann sich Ă€ndern und sollte im Zweifel bei lokalen Behörden erfragt werden.

Warum Great Mosque of Kairouan auf jede Kairouan-Reise gehört

FĂŒr viele Reisende ist die Begegnung mit der Great Mosque of Kairouan der Moment, in dem Kairouan seinen besonderen Charakter offenbart. WĂ€hrend die engen Gassen der Medina mit ihren WerkstĂ€tten, Basaren und WohnhĂ€usern den Alltag zeigen, fĂŒhrt der Schritt in die Moschee in eine andere SphĂ€re: Ruhe, Raum und die lange historische Perspektive eines ĂŒber Jahrhunderte gewachsenen religiösen Zentrums.

Die Grosse Moschee von Kairouan ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um die Altstadt – ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes – zu erkunden. In fußlĂ€ufiger Entfernung liegen weitere bedeutende religiöse Orte, etwa Mausoleen und kleinere Moscheen, die zusammen das Bild einer Stadt formen, die lange als geistiges Zentrum Nordafrikas galt. Wer sich fĂŒr islamische Kunst interessiert, findet in Kairouan außerdem traditionelle Teppichmanufakturen, deren Muster zu den bekanntesten im Maghreb gehören.

FĂŒr GĂ€ste aus Deutschland bietet der Besuch ein vielschichtiges Erlebnis: Die Unterschiede zum europĂ€ischen Stadtbild sind deutlich, zugleich lassen sich ĂŒberraschende Parallelen ziehen – etwa in der Art, wie religiöse Monumente das tĂ€gliche Leben strukturieren, oder in der Wiederverwendung antiker Bauteile, die auch aus europĂ€ischen Kirchen bekannt ist. In GesprĂ€chen mit lokalen Guides entsteht hĂ€ufig ein direkter, ungefilterter Einblick in den heutigen Alltag tunesischer Gesellschaft, der ĂŒber gĂ€ngige Schlagzeilen hinausgeht.

Nicht zuletzt vermittelt die Moschee ein GespĂŒr fĂŒr die historische Rolle des Mittelmeerraums als verbindende Region. Die architektonischen BezĂŒge nach Andalusien, die Verwendung römischer Spolien und die Gelehrsamkeit der damaligen Rechtsschulen machen deutlich, wie intensiv der Austausch zwischen Nordafrika, dem Nahen Osten und Europa einst war. Wer heute durch die Arkaden geht, bewegt sich damit in einem Raum, der seit Jahrhunderten von intensiven kulturellen Begegnungen geprĂ€gt ist.

Ob als Station einer Rundreise durch Tunesien, als Tagesausflug von der KĂŒste oder als Schwerpunkt einer kulturhistorischen Reise: Die Grosse Moschee von Kairouan ist ein Ort, der sich tief einprĂ€gt. Sie ist kein Fotospot, den man „schnell mitnimmt“, sondern ein Monument, fĂŒr das sich der Blick schĂ€rft, je lĂ€nger man bleibt. Gerade fĂŒr Reisende, die den Islam jenseits von Schlagworten kennenlernen möchten, ist ein stiller Moment im Hof dieser Moschee ein eindrucksvolles Erlebnis.

Grosse Moschee von Kairouan in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In sozialen Netzwerken taucht die Great Mosque of Kairouan immer wieder in Reiseberichten, Architektur-Accounts und kulturhistorischen Formaten auf. Besonders beliebt sind Aufnahmen des Minaretts im warmen Abendlicht, Weitwinkelbilder des Hofes sowie Detailaufnahmen der SÀulen, Kapitelle und des kunstvollen Mihrab-Bereichs. Viele Nutzerinnen und Nutzer kommentieren die stille, beinahe zeitlose AtmosphÀre, die sich auf Fotos und Videos nur ansatzweise einfangen lÀsst.

HĂ€ufige Fragen zu Grosse Moschee von Kairouan

Wo liegt die Grosse Moschee von Kairouan genau?

Die Grosse Moschee von Kairouan befindet sich im historischen Zentrum der Stadt Kairouan im Norden Tunesiens. Sie liegt innerhalb der Mauern der Altstadt (Medina), die ihrerseits Teil des UNESCO-Welterbes ist. Von vielen Punkten der Stadt ist das Minarett bereits aus der Ferne sichtbar und dient als Orientierungsmarke.

Wie alt ist die Great Mosque of Kairouan?

Die UrsprĂŒnge der Great Mosque of Kairouan gehen auf das 7. Jahrhundert n. Chr. zurĂŒck, als der arabische Feldherr Uqba ibn Nafi eine erste Moschee errichten ließ. Die heutige prĂ€gende Gestalt entstand im 9. Jahrhundert unter der Herrschaft der Aghlabiden. Damit gehört die Moschee zu den Ă€ltesten großen Sakralbauten des Islams im westlichen Mittelmeerraum.

Können Nicht-Muslime die Grosse Moschee von Kairouan besuchen?

Nicht-muslimische Besucher dĂŒrfen in der Regel den großen Hof, die ArkadengĂ€nge und ausgewiesene Bereiche rund um den Gebetssaal betreten. Der eigentliche Innenraum bleibt glĂ€ubigen Muslimen vorbehalten. Da sich Zugangsregelungen Ă€ndern können, sollten Reisende vor Ort nach den aktuellen Bestimmungen fragen und stets respektvolle Kleidung sowie Verhalten beachten.

Was ist das Besondere an der Architektur der Moschee?

Die Grosse Moschee von Kairouan gilt als SchlĂŒsselbau der frĂŒhen islamischen Architektur im Maghreb. Charakteristisch sind der weitrĂ€umige Hof, das mĂ€chtige quadratische Minarett und der große Gebetssaal mit vielen SĂ€ulen und Bögen. Zahlreiche SĂ€ulen und Kapitelle stammen aus antiken römischen oder byzantinischen Bauten und wurden beim Bau der Moschee wiederverwendet. Das reich verzierte Mihrab und der alte hölzerne Minbar sind kunsthistorische Höhepunkte.

Wann ist die beste Reisezeit fĂŒr einen Besuch aus Deutschland?

Die angenehmsten Reisezeiten fĂŒr Kairouan sind das FrĂŒhjahr und der Herbst, wenn die Temperaturen meist mild bis warm sind. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden, dann bietet sich ein Besuch am frĂŒhen Morgen oder spĂ€ten Nachmittag an. UnabhĂ€ngig von der Jahreszeit sollten Reisende auf Sonnenschutz, ausreichend Wasser und angepasste Kleidung achten.

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