Weniger Unternehmen wollen Preise erhöhen
26.05.2023 - 07:47:05Die Preiserwartungen sanken fĂŒr die Gesamtwirtschaft im Mai auf 19 Punkte, von 21,5 im April, teilte das MĂŒnchener Ifo-Institut am Freitag mit. Das war der achte RĂŒckgang in Folge.
"Bis das bis zum Verbraucher durchschlĂ€gt, wird aber noch einige Zeit vergehen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user. Beim Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln sank die Zahl ebenfalls, aber auf sehr hohem Niveau, von 69,7 auf 63,2. Die Inflationsrate fĂŒr die Verbraucher wird daher nur ganz langsam sinken, denn auch bei vielen Dienstleistern gehen die Preiserwartungen nur schleppend zurĂŒck; zum Beispiel in der Gastronomie von 36,4 auf 34,1 oder bei den ReisebĂŒros von 48,6 auf 46,5 Punkte. Im Handel insgesamt gingen die Preiserwartungen zurĂŒck, von 26,4 auf 18,6 Punkte. Bei den FahrradhĂ€ndlern, einem AusreiĂer, stĂŒrzte die Zahl sogar ab, von plus 31,2 auf minus 21,8. Diese Betriebe planen also mehrheitlich PreiskĂŒrzungen. Damit rechnen können auch die Auftraggeber beim Bau. In der Branche sank die Zahl von plus 3,9 auf minus 6,9. In der Industrie sanken die Preiserwartungen von 12,1 auf 7,7 Punkte. In einzelnen Branchen zeichnen sich sogar deutliche Preissenkungen ab. Zu erwarten sind Preissenkungen bei den Papierherstellern (minus 55,4 nach minus 71), in der Chemie (minus 27,9 nach minus 23), bei Gummi- und Kunststoffwaren (minus 14,2 nach minus 4,4) bei Glas, Keramik (minus 9,5 nach minus 3,8) und bei Textilien (minus 20,7 nach minus 10,1). Die Punkte bei den Ifo-Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, lĂ€ge der Saldo bei +100 Punkten, wĂŒrden alle ihre Preise senken wollen, lĂ€ge er bei -100.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


