Jugendstilviertel Riga, Reise

Jugendstilviertel Riga: Wo Riga seine verspielte Pracht zeigt

14.06.2026 - 07:37:36 | ad-hoc-news.de

Im Jugendstilviertel Riga, dem berühmten Art Nouveau district Riga, treffen in Lettlands Hauptstadt opulente Fassaden, versteckte Innenhöfe und lebendige Stadtgeschichte aufeinander – ein Viertel, das mehr erzählt, als man auf den ersten Blick sieht.

Jugendstilviertel Riga, Reise, Kultur
Jugendstilviertel Riga, Reise, Kultur

Wer durch das Jugendstilviertel Riga spaziert, erlebt eine der dichtesten und eindrucksvollsten Sammlungen von Jugendstil-Architektur in Europa: Im sogenannten Art Nouveau district Riga (auf Deutsch etwa „Jugendstilviertel Riga“) reihen sich verspielte Fassaden, plastische Figuren, florale Ornamente und symbolistische Reliefs wie ein überdimensionales Kunstwerk entlang der Straßen.

Zwischen Alberta iela, Elizabetes iela und Str?lnieku iela öffnet sich ein Stadtviertel, das Riga vom hanseatischen Handelsplatz zur europäischen Kulturmetropole katapultierte – und bis heute wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch der Architekturgeschichte wirkt.

Jugendstilviertel Riga: Das ikonische Wahrzeichen von Riga

Riga, die Hauptstadt von Lettland, ist für viele Reisende aus Deutschland zunächst mit der mittelalterlichen Altstadt und dem Domplatz verbunden. Nur wenige Gehminuten nördlich davon zeigt das Jugendstilviertel Riga jedoch ein ganz anderes Gesicht: breite, grüne Boulevards, elegante Stadthäuser, opulente Portale und Balkone, die eher an Wien oder Brüssel erinnern als an eine baltische Stadt.

Der Kern des Viertels liegt im sogenannten „Neustadt“-Bereich (Centrs), insbesondere in der Alberta iela, Elizabetes iela und Str?lnieku iela. Hier entstanden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bürgerliche Wohn- und Geschäftshäuser, die den Wohlstand Rigas als damals bedeutende Handelsmetropole des Russischen Reiches widerspiegelten. Kunsthistoriker heben hervor, dass Riga weltweit zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Jugendstilgebäuden gehört; in vielen Fachveröffentlichungen wird von mehreren Hundert Bauten gesprochen, mit einer außergewöhnlichen Konzentration im heutigen Jugendstilviertel.

Die UNESCO führt die historische Innenstadt von Riga, inklusive der ausgreifenden Jugendstilquartiere, als Welterbestätte. Damit wird nicht nur der gotisch geprägte Altstadtkern, sondern ausdrücklich auch die spätere städtebauliche Erweiterung mit ihren Jugendstil-Boulevards als schützenswertes Kulturerbe anerkannt. Für deutsche Reisende bedeutet das: Ein Spaziergang durch das Jugendstilviertel ist nicht nur ästhetischer Genuss, sondern auch eine Reise durch ein Kapitel europäischer Stadt- und Architekturgeschichte.

Besonders auffällig ist die Vielfalt innerhalb des Stils: Vom streng geometrischen, fast nordisch-kühlen Jugendstil über verspielt dekorative Fassaden bis hin zu nationalromantischen Bauten mit Anklängen an lettische Volkskunst ist alles vertreten. Selbst wer sich sonst wenig für Architektur interessiert, bleibt hier automatisch vor Skulpturen, Gesichtsmasken, Fabelwesen und floralen Ranken stehen, die sich um Fenster und Türen schmiegen.

Geschichte und Bedeutung von Art Nouveau district Riga

Um die Bedeutung des Art Nouveau district Riga zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Zeit um 1900. Riga war damals Teil des Russischen Reiches und entwickelte sich rasant zu einem der wichtigsten Ostseehäfen. Der wirtschaftliche Aufschwung brachte eine wohlhabende Bürgerschicht hervor, die in repräsentativen Wohnhäusern das eigene Selbstverständnis als moderne, europäische Elite zum Ausdruck bringen wollte.

Gleichzeitig formierte sich in den baltischen Provinzen eine lettische nationale Bewegung, die nach kultureller und später politischer Selbstbehauptung strebte. Die Architektur bot dafür eine sichtbare Bühne: Neben dem internationalen Jugendstil mit seinen floralen und symbolistischen Formen entstand eine Variante, die Elemente der lettischen Volkskunst und traditionelle Motive aufgriff. Dieser sogenannte nationalromantische Jugendstil ist in Riga bis heute gut ablesbar, etwa an rustikalen Natursteinfassaden, stilisierten ethnografischen Ornamenten und Dachformen, die an ländliche Holzarchitektur erinnern.

Ein Schlüsselmoment für das Jugendstilviertel war die Aufhebung der alten Festungsanlagen im 19. Jahrhundert. Anstelle der abgetragenen Bastionen entstanden großzügige Grünanlagen, die heutigen Esplanaden und Boulevards, entlang derer sich neue Wohnviertel entwickeln konnten. In dieser städtebaulichen Erweiterungszone setzten junge Architekten die neuesten europäischen Strömungen um – vom Jugendstil (Art Nouveau) bis zu frühen Formen der Moderne.

Die lettische und internationale Fachliteratur betont immer wieder den Namen Mikhail Eisenstein, eines in Riga tätigen Architekten russischer Herkunft, der als einer der prägendsten Gestalter des Viertels gilt. Seine Gebäude in der Alberta iela und Elizabetes iela sind besonders reich dekoriert und zählen heute zu den meistfotografierten Motiven Rigas. Parallel dazu formten Architekten wie Konstant?ns P?kš?ns und Eižens Laube mit eher nationalromantischen Entwürfen den spezifisch lettischen Charakter des Viertels.

Die politische Geschichte Rigas – vom Russischen Reich über die erste lettische Republik, die sowjetische Besatzungszeit bis zur erneuten Unabhängigkeit 1991 – spiegelt sich auch im Jugendstilviertel wider. Viele Gebäude wurden im 20. Jahrhundert umgenutzt, teilweise vernachlässigt, später restauriert. Heute steht das Viertel exemplarisch für den Wunsch des unabhängigen Lettlands, sein kulturelles Erbe sichtbar zu pflegen und als Identifikationspunkt einer europäischen, aber eigenständigen Nation zu präsentieren.

Dass das Jugendstilviertel auch international Beachtung findet, zeigt sich daran, dass renommierte Kulturinstitutionen, Reisemagazine und Stadtführer Riga explizit als eine der wichtigsten Jugendstil-Städte Europas hervorheben – oft in einem Atemzug mit Wien, Brüssel oder Helsinki. Gerade diese Vergleichsebene macht den Besuch für Reisende aus Deutschland besonders interessant, die vielleicht bereits den Wiener Secessionsstil oder den Münchner Jugendstil kennen und in Riga eine baltische Variante entdecken können.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die architektonische Bandbreite des Art Nouveau district Riga ist beeindruckend. Am bekanntesten sind die Häuser in der Alberta iela, einer kurzen Straße, in der fast jedes Gebäude als Einzeldenkmal gelten könnte. Über den Eingängen und Fensterachsen thronen Masken mit dramatischen Gesichtsausdrücken, mythologische Figuren, Löwenköpfe, Sphinxen und Fabelwesen. Ornamente in Form von Girlanden, Blüten, Muscheln und geometrischen Mustern ziehen sich teppichartig über die Fassaden.

Viele dieser Bauten werden dem sogenannten deklarativen oder eklektischen Jugendstil zugerechnet: Die Formen sind üppig, fast überladen, und greifen vielfältige Motive aus Mythologie, Natur und Symbolismus auf. Gleichzeitig sind die Grundrisse funktional und auf den Komfort einer wohlhabenden Stadtbevölkerung ausgelegt: hohe Räume, großzügige Treppenhäuser, Lichtschächte und repräsentative Eingangsbereiche.

In der Elizabetes iela sind vor allem die Hausnummern im Abschnitt nahe der Esplanade bekannt. Hier zeigt sich besonders eindrücklich, wie der Jugendstil mit vertikalen Fassadengliederungen und rhythmisch gesetzten Fenstern arbeitet. Einige Gebäude weisen auch frühe Tendenzen zum Art Déco oder zur sachlicheren Moderne auf – ein Hinweis darauf, dass Riga um 1910–1914 architektonisch auf der Höhe der Zeit war.

Der nationalromantische Jugendstil ist in Straßen wie der V?landes iela und in Teilen der ?ertr?des iela zu finden. Dort dominieren Naturstein, dunklere Putzflächen, stilisierte ethnografische Muster und Dachformen, die an traditionelle Holzbauweisen erinnern. Anders als die weißen oder pastellfarbenen Fassaden der dekorativen Jugendstilbauten wirken diese Häuser oft schwerer, fast burgartig – Ausdruck eines bewusst ernsthaften, identitätsstiftenden Architekturprogramms.

Ein zentrales Element für Besucher:innen ist das Jugendstilmuseum Riga, offiziell „Riga Art Nouveau Museum“, das in einer ehemaligen Jugendstilwohnung eingerichtet wurde. Die Räume sind detailreich im Stil der Entstehungszeit rekonstruiert, mit Möbeln, Leuchten, Stoffen und Alltagsgegenständen. So wird der stilisierte Fassadenschmuck plötzlich mit dem damaligen Lebensalltag verbunden: Man sieht, wie bürgerliche Familien um 1905 wohnten, arbeiteten und repräsentierten.

Kunsthistoriker betonen, dass Riga ein nahezu vollständiges Ensemble eines bürgerlichen Jugendstil-Stadtviertels bewahrt hat – vom Straßenraster über die Fassaden bis hin zu Treppenhäusern und Innenhöfen. Dadurch können Besucher:innen die Entwicklung von frühen, historismusnahen Jugendstilbauten bis hin zu reifen, eigenständigen Ausprägungen beobachten. Viele Reiseführer empfehlen, in den Wohnhäusern (wo erlaubt) einen Blick in die Eingangsbereiche oder Treppenhäuser zu werfen: Oft sind dort originale Fliesenböden, schmiedeeiserne Geländer und Bleiglasfenster erhalten.

Fotografisch spannend sind nicht nur die großen Fassadenansichten, sondern auch Details: lachende oder trauernde Gesichter in den Masken, kleine Tierreliefs über Fenstern, kunstvolle Haustüren mit geschnitzten Ornamenten. Bei bewölktem Himmel kommen die plastischen Fassadenelemente durch die weichen Schatten besonders gut zur Geltung; bei Sonne leuchten die Farben stärker. Viele Fotograf:innen schwören auf die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag, wenn das Licht die Reliefs modelliert und die Straßen noch bzw. schon wieder ruhiger sind.

Jugendstilviertel Riga besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Für Reisende aus Deutschland ist das Jugendstilviertel Riga relativ unkompliziert zu erreichen und gut in einen Städtetrip von zwei bis drei Tagen integrierbar. Der Stadtteil liegt nördlich der Altstadt im zentralen Stadtgebiet und ist fußläufig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

  • Lage und Anreise
    Das Jugendstilviertel liegt im Stadtteil „Centrs“, etwa 10–20 Gehminuten nördlich der historischen Altstadt von Riga, je nachdem, wo man startet. Die Alberta iela, als eine der bekanntesten Straßen, dient vielen Besucher:innen als Orientierung. Vom Domplatz in der Altstadt erreicht man sie in einem angenehmen Spaziergang durch Parks und entlang der Esplanade.
    Für die Anreise aus Deutschland bietet sich in der Regel das Flugzeug an. Von großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt (FRA), München (MUC), Berlin (BER), Düsseldorf (DUS) oder Hamburg (HAM) gibt es – teils mit Umstieg über große Drehkreuze – Flüge nach Riga. Die Flugzeit liegt je nach Abflugort und Verbindung im Bereich von rund 2 bis 3 Stunden. Nach der Ankunft am Flughafen Riga International Airport fährt man mit Bus oder Taxi in etwa 20–30 Minuten ins Stadtzentrum.
    Wer mehr Zeit mitbringt und gern über Land reist, kann Riga auch per Bahn und Fähre kombinieren. Direkte Zugverbindungen aus Deutschland gibt es nicht; üblich sind Umstiege etwa über Warschau, Vilnius oder Tallinn. Ebenso möglich ist eine Anreise mit dem Auto über Polen und das Baltikum, wobei mehrere Zwischenstopps eingeplant werden sollten. In Lettland herrscht Rechtsverkehr; auf einigen Straßenabschnitten kann es Maut- oder Vignettenpflicht für bestimmte Fahrzeugtypen geben, weshalb sich eine aktuelle Recherche vor Fahrtantritt empfiehlt.
  • Öffnungszeiten
    Das Jugendstilviertel als Stadtquartier ist grundsätzlich frei zugänglich. Straßen wie Alberta iela und Elizabetes iela können jederzeit besucht werden. Da es sich um ein Wohnviertel handelt, sollten Besucher:innen Rücksicht auf Anwohner:innen nehmen, insbesondere früh morgens und spät abends. Einzelne Einrichtungen wie das Jugendstilmuseum oder geführte Touren haben eigene Öffnungszeiten.
    Öffnungszeiten von Museen, Galerien und Tourenanbietern im Jugendstilviertel können saisonal sowie an Feiertagen variieren. Es empfiehlt sich, unmittelbar vor dem Besuch die offiziellen Webseiten der jeweiligen Einrichtungen oder der Tourismusinformationen von Riga zu konsultieren, um tagesaktuelle Informationen zu erhalten. Eine zeitnahe Online-Prüfung hilft, unerwartete Schließtage oder geänderte Zeiten zu vermeiden.
  • Eintritt
    Der Spaziergang durch das Viertel selbst ist kostenfrei, da es sich um öffentliche Straßen handelt. Kosten entstehen vor allem, wenn man das Jugendstilmuseum, spezielle Ausstellungen oder geführte Stadtführungen bucht. Die Eintrittspreise für Museen und Touren können je nach Angebot, Saison und eventuellen Ermäßigungen variieren.
    Da Preise in Lettland in der Regel in Euro ausgezeichnet werden, ist für Reisende aus Deutschland keine Währungsumrechnung notwendig. Für konkrete aktuelle Ticketpreise empfiehlt sich ein Blick auf die offiziellen Seiten des Jugendstilmuseums oder seriöser Touranbieter.
  • Beste Reisezeit
    Riga lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr über besuchen, aber das Jugendstilviertel entfaltet seine besondere Wirkung bei gutem Tageslicht und angenehmen Temperaturen. Viele Reiseführer empfehlen die Zeit von späten Frühling bis frühen Herbst, etwa von Mai bis September, wenn die Tage länger sind und die Bäume an den Boulevards grün sind. Im Sommer kann das Licht in den Abendstunden besonders schön sein, um die Reliefs und Skulpturen zu fotografieren.
    Im Winter – häufig mit Schnee und kühleren Temperaturen – wirkt das Viertel ruhiger und teilweise märchenhaft, insbesondere wenn sich Schnee auf den Gesimsen und Figuren sammelt. Allerdings sind die Tage kurz und das Wetter oft wechselhaft, was man bei der Tagesplanung berücksichtigen sollte. Wer Menschenmengen vermeiden möchte, wählt am besten den frühen Vormittag oder den späten Nachmittag unter der Woche, wenn weniger Reisegruppen unterwegs sind.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    In Riga sind Lettisch und Russisch die am häufigsten gesprochenen Sprachen im Alltag. In touristisch geprägten Bereichen, insbesondere im Jugendstilviertel und im Zentrum, kommen Besucher:innen mit Englisch in der Regel gut zurecht. Deutsch wird vereinzelt gesprochen, etwa in der Hotellerie oder bei Stadtführungen, ist aber deutlich weniger verbreitet als Englisch.
    Lettland gehört zur Eurozone, bezahlt wird also mit dem Euro (€). Kartenzahlung ist in Riga weit verbreitet; in Hotels, Restaurants, Museen und vielen Geschäften werden gängige Kreditkarten akzeptiert. Auch kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch ist zunehmend üblich. Ein kleiner Bargeldbetrag ist dennoch sinnvoll, etwa für kleinere Cafés, Märkte oder Trinkgeld.
    Die Trinkgeldkultur ist moderat: In Restaurants sind 5–10 % üblich, wenn man zufrieden ist, sofern kein Servicezuschlag ausgewiesen ist. Bei Stadtführungen oder individuellen Dienstleistungen werden freiwillige Trinkgelder geschätzt, sind aber nicht zwingend. In Cafés reicht es oft, auf- oder abzurunden.
    Beim Besuch des Jugendstilviertels sollten Besucher:innen bedenken, dass es sich trotz seiner Popularität um ein Wohngebiet handelt. Laute Musik, Drohnenflüge oder das Fotografieren direkt in Wohnungen hinein sollten vermieden werden. Für Innenaufnahmen in Treppenhäusern oder privaten Höfen ist es ratsam, auf Hinweisschilder zu achten oder gegebenenfalls höflich um Erlaubnis zu fragen.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Lettland ist Mitglied der Europäischen Union und Teil des Schengen-Raums. Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise für touristische Aufenthalte in der Regel unkompliziert. Dokumente wie Personalausweis oder Reisepass sollten jedoch gültig und während der gesamten Reise mitgeführt werden.
    Da sich Einreisebestimmungen, Sicherheitslagen und Gesundheitshinweise ändern können, sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich auch Hinweise zu empfohlenen Versicherungen, medizinischer Versorgung und möglichen Besonderheiten im Zielland.
    Riga gilt im europäischen Vergleich als relativ sichere Stadt. Wie in anderen Großstädten sind jedoch grundlegende Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll: Wertsachen nicht offen tragen, insbesondere in der Altstadt und in öffentlichen Verkehrsmitteln; Achtung vor Taschendiebstahl in Menschenmengen; nachts Taxi oder Fahrdienste nutzen, wenn man sich unsicher fühlt. Das Jugendstilviertel selbst wird von vielen Reisenden als angenehm und gut begehbar beschrieben.

Warum Art Nouveau district Riga auf jede Riga-Reise gehört

Die meisten Reisenden kommen wegen der charmanten Altstadt nach Riga – doch wer die Stadt wirklich verstehen möchte, sollte das Art Nouveau district Riga nicht auslassen. Hier zeigt sich der Moment, in dem Riga bewusst in die Moderne aufbricht. Die reich dekorierten Fassaden erzählen von wirtschaftlichem Aufschwung, kultureller Selbstbehauptung und einem bürgerlichen Selbstverständnis, das sich in Stein, Stuck und Glas eingeschrieben hat.

Für Besucher:innen aus Deutschland ist die Erfahrung zudem eine Reise durch vertraute und zugleich neue ästhetische Welten. Viele Motive erinnern an den Jugendstil in München, Darmstadt oder Berlin, an den Wiener Secessionsstil oder den Brüsseler Art Nouveau – und doch ist vieles anders. Die oft kräftigen Gesichter, die Mischung aus Leichtigkeit und Schwere, die nationalromantischen Anklänge machen deutlich, dass hier eine baltische Variante des Stils entstanden ist, geprägt von der spezifischen Geschichte Lettlands und Rigas.

Das Viertel eignet sich hervorragend, um einen halben Tag oder länger zu verbringen. Man kann einen geführten Rundgang buchen, bei dem Hintergrundgeschichten zu Architekten, Bauherren und Symbolik erzählt werden, oder auf eigene Faust losziehen: Straßenschilder, Infotafeln und Stadtpläne helfen bei der Orientierung. Wer tiefer einsteigen möchte, kombiniert den Spaziergang mit einem Besuch des Jugendstilmuseums, das Einblicke in das damalige Wohn- und Lebensgefühl bietet.

Auch atmosphärisch ist das Jugendstilviertel reizvoll. Zwischen eleganten Wohnhäusern finden sich kleine Cafés, Boutiquen, Galerien und Restaurants, die sich ideal für Pausen eignen. In den wärmeren Monaten sitzen Einheimische und Besucher:innen an Außentischen, während über ihnen die Gesichter der Fassaden auf den Straßenverkehr hinabblicken. Dieser Kontrast zwischen lebendigem Stadtalltag und beinahe theatraler Kulisse macht den besonderen Reiz des Viertels aus.

Für Fotografie-Begeisterte bietet sich ein mehrstufiger Rundgang an: Zunächst ein Überblick über ganze Straßenzüge, dann eine Konzentration auf Details – etwa ein Nachmittag, der nur den Masken und Gesichtern gewidmet ist, oder ein Fokus auf Türen und Eingangsportale. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann eine Art „Fassaden-Safari“ daraus machen und nach bestimmten Tieren oder Symbolen suchen, die auf Reliefs versteckt sind.

Nicht zuletzt ist das Jugendstilviertel ein idealer Ausgangspunkt, um weitere Teile von Riga zu erkunden. In unmittelbarer Nähe liegen die Esplanade mit der Nationaloper, die lettische Nationalbibliothek (auf der anderen Seite der Daugava), verschiedene Museen sowie moderne Einkaufsstraßen. So lässt sich ein Tag in Riga elegant strukturieren: Vormittags Jugendstil und Museumsbesuch, nachmittags Altstadt und abends ein Blick vom Flussufer auf die beleuchtete Skyline.

Jugendstilviertel Riga in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien taucht das Jugendstilviertel Riga regelmäßig als Fotomotiv, Reisetipp und Architektur-Highlight auf. Besonders die Alberta iela und einzelne Fassaden mit markanten Gesichtern und Figuren werden häufig auf Instagram und TikTok geteilt. Reisende posten kurze Videoclips von Spaziergängen, „Before/After“-Vergleiche von restaurierten Fassaden oder Fotostrecken, die den Wechsel von Sonne und Schnee im Viertel zeigen.

Häufige Fragen zu Jugendstilviertel Riga

Wo genau liegt das Jugendstilviertel Riga?

Das Jugendstilviertel Riga liegt nördlich der Altstadt im zentralen Stadtteil Centrs. Besonders bekannt sind die Straßen Alberta iela, Elizabetes iela und Str?lnieku iela, die in rund 10–20 Gehminuten von der historischen Altstadt aus erreichbar sind. Das Viertel schließt an die großen Boulevards und Parkanlagen an, die den Altstadtkern umgeben.

Warum ist das Art Nouveau district Riga so berühmt?

Das Art Nouveau district Riga ist berühmt, weil es eine außergewöhnlich hohe Dichte an Jugendstilbauten auf engem Raum vereint. Die Fassaden sind reich mit Skulpturen, Masken, floralen Ornamenten und symbolistischen Motiven geschmückt. Fachleute zählen Riga zu den wichtigsten Jugendstil-Städten Europas, und die UNESCO hat die historische Innenstadt mit den Jugendstilvierteln als Welterbe anerkannt.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck reicht ein Spaziergang von 1 bis 2 Stunden durch die wichtigsten Straßen des Jugendstilviertels. Wer die Architektur intensiver erleben und zusätzlich das Jugendstilmuseum besuchen möchte, plant besser einen halben Tag ein. Fotografie-Enthusiasten oder besonders Architekturinteressierte können problemlos einen ganzen Tag in Viertel und Umfeld verbringen.

Gibt es Führungen im Jugendstilviertel Riga?

In Riga werden regelmäßig geführte Touren durch das Jugendstilviertel angeboten. Diese können als klassische Stadtführung, thematische Architekturführung oder in Kombination mit dem Jugendstilmuseum gestaltet sein. Es empfiehlt sich, vorab bei offiziellen Tourismusinformationen der Stadt oder bei seriösen Anbietern zu recherchieren und gegebenenfalls online zu reservieren, insbesondere in der Hauptreisesaison.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten für Fotos im Jugendstilviertel?

Die Monate von Mai bis September bieten mit langen Tagen und oft freundlichem Licht besonders gute Bedingungen für Fassadenfotografie. Im Frühling und Sommer kommen die Farben der Gebäude im Zusammenspiel mit dem Grün der Bäume gut zur Geltung. Im Winter entstehen dagegen stimmungsvolle Bilder mit Schnee und tiefem Licht, allerdings bei kürzeren Tagen und kälteren Temperaturen. Für weiche Schatten und weniger Andrang bieten sich der frühe Morgen oder der späte Nachmittag an.

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