Okavango-Delta: Warum dieses Naturwunder Maun zur Safari-Hauptstadt macht
14.06.2026 - 16:19:42 | ad-hoc-news.deWenn sich der Okavango-Fluss nicht ins Meer ergießt, sondern mitten in der Kalahari-Wüste zu einem gewaltigen Labyrinth aus Wasserarmen, Lagunen und Inseln auffächert, entsteht ein Naturwunder, das es so nur einmal auf der Welt gibt: das Okavango-Delta (auf Deutsch sinngemäß „Okavango-Schwemmland“), lokal schlicht Okavango Delta genannt. Für Maun im Norden von Botswana ist dieses riesige Binnendelta Lebensader, Mythos und Tor zu einer der tierreichsten Wildnislandschaften Afrikas zugleich.
Wer hier in einem Mokoro-Einbaumboot lautlos durch die Papyruskanäle gleitet, erlebt eine Szenerie, die eher an einen Traum erinnert als an ein klassisches Safari-Klischee – und versteht schnell, warum das Okavango-Delta von der UNESCO als Weltnaturerbe geschützt wird und bei vielen Afrika-Kennern ganz oben auf der Wunschliste steht.
Okavango-Delta: Das ikonische Wahrzeichen von Maun
Maun gilt als inoffizielle „Safari-Hauptstadt“ von Botswana und ist für die meisten Besucher das Sprungbrett ins Okavango-Delta. Kleine Propellerflugzeuge starten im Minutentakt von der staubigen Landebahn und verteilen Reisende auf die Lodges und Camps, die sich auf Inseln und an Wasserwegen im Delta verteilen. Für viele ist bereits der Anflug über das Netz aus Flussarmen, Tümpeln und grünen Flecken mitten in der sonst trockenen Kalahari ein Höhepunkt der Reise.
Das Okavango Delta ist eines der größten Binnendeltas der Erde und ein seltenes hydrologisches Phänomen: Statt wie die meisten Flüsse den Weg zum Ozean zu finden, versickert der Okavango in der Wüste und speist ein saisonales Feuchtgebiet, das je nach Wasserstand etwa die Fläche eines kleinen deutschen Bundeslandes erreichen kann. Für deutsche Leser lässt sich die Dimension grob so einordnen: Während der Hochwasserzeit erstreckt sich das Feuchtgebiet über Tausende Quadratkilometer – in der Größenordnung von Ländern wie Schleswig-Holstein oder Thüringen, wobei exakte Angaben je nach Quelle variieren.
Die UNESCO beschreibt das Okavango-Delta als „außergewöhnliches Beispiel für an Flussdynamik gebundene ökologische und biologische Prozesse“. Es ist nicht nur Lebensraum für Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel, Flusspferde und zahlreiche Antilopenarten, sondern auch ein Rückzugsgebiet für gefährdete Arten wie Wildhunde und bestimmte Roan- und Sable-Antilopen. Zugleich fungiert es als gewaltiger Wasserspeicher und als kultureller Raum für lokale Gemeinschaften wie das Volk der Bayei und andere Gruppen im Norden Botswanas, die seit Generationen mit den Wasserzyklen des Deltas leben.
Für deutsche Reisende hat das Okavango-Delta dabei eine doppelte Faszination: Es ist naturgeschichtlich einzigartig und steht zugleich für ein Afrika-Bild, das immer stärker von nachhaltigem Tourismus, Schutzgebietsmanagement und hochwertigen, kleinen Camps geprägt ist. Anders als klassische „Big-Five“-Safaris im offenen Savannenland der Serengeti oder im Kruger-Nationalpark steht hier das Wechselspiel von Wasser, Licht und Geräuschen im Mittelpunkt.
Geschichte und Bedeutung von Okavango Delta
Geologisch betrachtet ist das Okavango-Delta das Ergebnis jahrmillionenalter tektonischer Prozesse im südlichen Afrika. Durch Hebungen und Senkungen in der Erdkruste bildeten sich im Bereich des heutigen nördlichen Botswana die sogenannten „Okavango-Grabensysteme“. Diese tektonischen Vertiefungen lenken den Okavango-Fluss, der im Hochland von Angola entspringt, von seinem natürlichen Weg zum Meer ab und führen dazu, dass er in der Kalahari versickert. Das Delta ist also kein klassisches Flussdelta an einer Küste, sondern ein sogenanntes „inland delta“, ein Binnendelta.
Der Okavango selbst legt aus dem angolanischen Hochland über Namibia bis nach Botswana mehrere Hundert Kilometer zurück. Anstatt – wie etwa der Nil – in ein Meer oder einen See zu münden, verliert sich das Wasser allmählich im Sand der Kalahari und verdunstet. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich dabei ein jahreszeitlicher Pulsschlag ergibt: Das Wasser, das im Januar und Februar im angolanischen Einzugsgebiet als Regen fällt, erreicht das Delta erst Monate später und überflutet die Flächen in Botswana typischerweise zwischen Mai und Juli. In dieser Zeit schwillt das Delta an und zieht große Tierwanderungen an, da frisches Gras und Wasser in der sonst trockenen Trockenzeit verfügbar sind.
Für die lokalen Gemeinschaften war das Okavango Delta seit Jahrhunderten Lebensgrundlage. Ethnologische Studien beschreiben, wie Gruppen wie die Bayei, Hambukushu und andere mit traditionellen Einbaumbooten, den Mokoros, Fischfang, Kleinlandwirtschaft und Transport betrieben. Diese Boote werden bis heute genutzt – inzwischen oft mit Glasfaser anstelle der früher verwendeten schweren Holzstämme, um Bäume zu schonen und die Stabilität zu erhöhen.
In der Kolonialzeit rückte das Gebiet in den Fokus europäischer Entdecker. Reisende und Missionare des 19. Jahrhunderts beschrieben die Region als schwer zugänglich, sumpfig und zugleich außergewöhnlich artenreich. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte sich dann nach und nach die Erkenntnis durch, dass ein systematischer Schutz dieses Ökosystems notwendig ist. Botswana, das 1966 unabhängig wurde, entwickelte in den folgenden Jahrzehnten eine vergleichsweise strikte Naturschutzpolitik. Der Moremi Game Reserve am östlichen Rand des Okavango Deltas ist eines der ältesten Schutzgebiete des Landes und wurde bereits in den 1960er-Jahren eingerichtet.
International erlangte das Okavango-Delta besondere Aufmerksamkeit, als die UNESCO das Gebiet 2014 in die Liste des Weltnaturerbes aufnahm. Die Organisation hob in ihrer Begründung drei Kernpunkte hervor: die außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen, die Bedeutung für bedrohte Tierarten und die einmalige hydrologische Situation als Binnendelta in einer semiariden Region. Zudem wird betont, dass Botswana konsequent auf qualitativ hochwertigen, vergleichsweise niedrigvolumigen Tourismus setzt, um Einnahmen für den Naturschutz zu erzielen, ohne das Ökosystem durch Massentourismus zu überlasten.
Heute ist das Okavango Delta nicht nur ein Symbol für intakte Wildnis, sondern auch ein Testfeld dafür, wie Naturschutz, lokale Interessen und internationaler Tourismus in einer sensiblen Region in Balance gebracht werden können. Für deutsche und europäische Reisende wird das Delta dadurch zum Schaufenster einer modernen, afrikanischen Schutzgebietspolitik, die sich bewusst von rein konsumorientierten Safari-Konzepten abgrenzt.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn das Okavango-Delta kein Bauwerk im klassischen Sinn ist, gibt es rund um das Delta eine eigene „Architektur der Wildnis“. Viele Lodges und Camps sind architektonisch so konzipiert, dass sie sich möglichst unauffällig in die Landschaft einfügen, temporär rückbaubar sind und die empfindlichen Ökosysteme nicht dauerhaft stören. Holzstege, auf Stelzen errichtete Zelte und offene Lounge-Bereiche prägen das Bild. Die Dächer aus Canvas oder Reet sind häufig so gestaltet, dass sie die traditionellen Baumaterialien der Region zitieren und gleichzeitig moderne Komfortstandards erfüllen.
Renommierte Reiseverlage wie GEO Saison und das National Geographic Deutschland stellen regelmäßig Camps vor, die mit besonders nachhaltiger Bauweise und Designkonzepten überzeugen. Dazu gehören beispielsweise Camps, die ihre Stromversorgung überwiegend aus Solarenergie gewinnen und Grauwasser aufbereiten, um die Umweltbelastung gering zu halten. Die ästhetische Leitlinie vieler Betreiber ist eine „unsichtbare“ Architektur, die es den Gästen erlaubt, sich mitten in der Natur zu fühlen, ohne sie zu dominieren.
Kulturell ist das Okavango Delta durch vielfältige Traditionen geprägt. Kunsthandwerk, insbesondere Korbflechterei und Holzschnitzerei, spiegelt Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt des Deltas wider. In Maun und in kleineren Gemeinden nahe des Deltas werden handgefertigte Körbe, Textilien und geschnitzte Figuren verkauft, deren Muster oft von Wellen, Schilf und Tierspuren inspiriert sind. Deutsche Reisende finden hier nicht nur Souvenirs, sondern auch Alltagskunst, die in vielen Familien eine wichtige Einkommensquelle darstellt.
Ein besonderes Merkmal des Okavango-Deltas ist die Art und Weise, wie sich Licht und Wasser verbinden. Fotografen berichten, dass die frühen Morgenstunden und die späten Nachmittage mit ihrem weichen, warmen Licht ideale Bedingungen schaffen, um Spiegelungen, Nebelschwaden und Silhouetten von Tieren festzuhalten. In der Trockenzeit, wenn sich Tiere an die verbleibenden Wasserstellen konzentrieren, entstehen Motive, die weltweit in Bildbänden und Kalendern zu sehen sind. Reise- und Naturmagazine wie „Merian“, „GEO“ oder das „ADAC Reisemagazin“ greifen das Delta immer wieder als Titelgeschichte auf, was seine ikonische Stellung im globalen Naturtourismus unterstreicht.
Ein weiterer, eher „unsichtbarer“ Aspekt ist die akustische Landschaft des Deltas. Nachts mischen sich die Rufe von Hyänen, Löwen und Fröschen mit dem Platschen von Flusspferden und dem Rascheln der Vegetation. Ornithologen schätzen das Delta als eines der wichtigsten Gebiete für Wasservögel im südlichen Afrika: Zahlreiche Storch-, Reiher-, Ibis- und Entenarten finden hier Brutplätze und Nahrung. Für vogelkundlich interessierte Reisende aus Deutschland bietet das Delta dadurch eine enorme Artenvielfalt, die mit bekannten europäischen Schutzgebieten wie dem Wattenmeer in ihrer Bedeutung für Zugvögel vergleichbar ist – nur unter tropischen Vorzeichen.
Okavango-Delta besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Maun liegt im Norden von Botswana am südöstlichen Rand des Okavango-Deltas. Aus Deutschland gibt es in der Regel keine Nonstop-Flüge nach Maun. Übliche Routen führen über große afrikanische Drehkreuze wie Johannesburg oder Kapstadt in Südafrika, teilweise auch über Addis Abeba oder weitere Hubs. Von Frankfurt, München oder Berlin sollten Reisende – je nach Verbindung – mit mindestens einem Umstieg und einer Gesamtflugdauer von etwa 13 bis 18 Stunden rechnen, zuzüglich Umsteigezeiten. Von Johannesburg aus fliegen regionale Airlines in rund 1,5 bis 2 Stunden nach Maun, von dort geht es je nach Lodge per Geländewagen oder Kleinflugzeug weiter ins Okavango Delta.
- Öffnungszeiten: Das Okavango-Delta ist kein einzelnes Eintrittstor mit festen Öffnungszeiten, sondern ein weitläufiges Naturgebiet mit unterschiedlichen Schutzgebieten, privaten Konzessionen und Camps. Safaris und Aktivitäten – etwa Mokoro-Fahrten oder Pirschfahrten – werden meist in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag durchgeführt, wenn Tiere besonders aktiv sind. Da die genauen Zeiten je nach Camp, Jahreszeit und Wetter variieren, sollten Reisende die jeweils aktuellen Abläufe direkt bei der gebuchten Unterkunft oder dem Anbieter erfragen. Öffnungszeiten können variieren – direkt bei Okavango-Delta-Betreibern oder Tourenanbietern prüfen.
- Eintritt und Kosten: Für das Okavango-Delta selbst wird in der Regel eine Kombination aus Parkgebühren und Übernachtungskosten in Lodges oder Camps fällig. Die Preise variieren stark je nach Saison, Komfortstandard und Lage der Unterkunft. Viele hochklassige Camps arbeiten mit all-inclusive-Modellen, in denen Safaris, Mahlzeiten und Transfers enthalten sind. Als grobe Orientierung können Reisende mit dreistelligen Euro-Beträgen pro Person und Nacht rechnen, während einfachere Unterkünfte günstiger sein können. Konkrete Preisangaben schwanken stark und sollten direkt bei Veranstaltern oder Lodges abgefragt werden. Generell empfiehlt es sich, in Euro (€) zu kalkulieren; vor Ort ist die Landeswährung der Botswana-Pula (BWP), deren Gegenwert zum Euro je nach Wechselkurs schwankt.
- Beste Reisezeit: Die „beste“ Reisezeit hängt stark vom gewünschten Erlebnis ab. Viele Experten empfehlen die Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober, wenn der Wasserstand des Deltas durch die Flut aus Angola seinen Höhepunkt erreicht und Tiere sich an Wasserstellen konzentrieren. In diesen Monaten sind die Temperaturen tagsüber meist angenehm warm, nachts teils kühl. In der grünen Saison, etwa von November bis März, können Niederschläge einsetzen, die Vegetation wird üppiger, einige Straßen können schwer passierbar sein. Dafür sind in dieser Zeit weniger Besucher unterwegs, und Vogelliebhaber kommen besonders auf ihre Kosten. Wichtig ist: Die genauen Zeitfenster können von Jahr zu Jahr schwanken, da Niederschläge im Einzugsgebiet variieren.
- Sprache, Zahlung, Trinkgeld: Amtssprache in Botswana ist Englisch, zusätzlich sind Setswana und andere lokale Sprachen verbreitet. In Maun und in den Camps im Okavango-Delta kommen Reisende mit Englisch in der Regel gut zurecht; Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen, etwa von einzelnen Guides mit entsprechender Ausbildung. In Lodges und bei internationalen Veranstaltern werden Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard) meist problemlos akzeptiert. In kleineren Betrieben und für Trinkgeld ist Bargeld hilfreich. Trinkgeld ist nicht zwingend, wird aber als Wertschätzung durchaus erwartet; viele Betriebe geben Richtwerte pro Tag und Gast an. Eine moderate, freiwillige Trinkgeldkultur hat sich im Safari-Tourismus etabliert.
- Gesundheit und Sicherheit: Für Reisen nach Botswana wird grundsätzlich empfohlen, sich vorab medizinisch beraten zu lassen, insbesondere zu Malariaprophylaxe und Standardimpfungen. Das Okavango-Delta liegt in einer Region, in der je nach Jahreszeit Malaria vorkommen kann. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption ist für Reisende aus Deutschland sinnvoll, da medizinische Evakuierungen aus abgelegenen Gebieten sehr teuer sein können. Innerhalb der EU gilt die europäische Krankenversicherungskarte, für Botswana jedoch nicht – daher ist eine separate Versicherung wichtig.
- Einreisebestimmungen: Deutsche Staatsbürger benötigen für Botswana nach aktuellem Stand bei touristischen Kurzaufenthalten in der Regel kein Visum, wohl aber einen gültigen Reisepass, der noch ausreichend lang gültig sein sollte. Bestimmungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.
- Zeitzone: Botswana liegt in der Regel in der Zeitzone Central Africa Time (CAT), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in etwa eine Stunde vorauseilt. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) kann es je nach Umstellung dazu kommen, dass kein oder ein anderer Zeitunterschied besteht. Vor der Reise sollten Reisende die aktuelle Zeitverschiebung für die Reisezeit prüfen, um Ankunftszeiten und Transfers korrekt zu planen.
- Kleiderordnung und Fotografieren: Für Safaris im Okavango-Delta empfehlen sich bequeme, atmungsaktive Kleidung in gedeckten Naturtönen (Beige, Grün, Braun), um Tiere nicht zu stören und Insekten nicht zusätzlich anzulocken. In den frühen Morgenstunden kann es frisch werden, während die Mittagszeit sehr warm ist – Zwiebellook ist sinnvoll. Bei Fotografie gilt: Tiere nicht bedrängen, keine Blitzgeräte bei Nachtfahrten einsetzen und die Anweisungen der Guides beachten. In manchen Camps gibt es Einschränkungen für Drohnen, teils sind sie aus Sicherheits- und Naturschutzgründen komplett untersagt.
Warum Okavango Delta auf jede Maun-Reise gehört
Für eine Reise nach Maun und in den Norden Botswanas ist das Okavango-Delta das zentrale Wahrzeichen – vergleichbar damit, wie Neuschwanstein viele Bayern-Reisen prägt oder das Brandenburger Tor Berlin-Besuche strukturiert. Allerdings ist das Erlebnis im Delta weniger auf ein einzelnes Monument ausgerichtet als auf eine Komposition aus Wasser, Wildnis und Stille.
Wer im Mokoro zwischen den hohen Papyruspflanzen gleitet, erlebt die Wildtiere auf Augenhöhe: Ein Schreiadler kreist über den Wasserflächen, ein Eisvogel schießt pfeilschnell ins Wasser, ein Flusspferd taucht nur wenige Meter entfernt auf. Anders als bei klassischen Jeep-Safaris ist der Rhythmus gemächlicher, meditativer. Viele Reisende berichten, dass gerade diese Ruhe und der Verzicht auf Motorengeräusche das Delta-Erlebnis so eindrücklich machen.
Maun selbst bietet neben dem Zugang zum Delta eine Reihe praktischer und kultureller Anknüpfungspunkte: kleine Galerien und Kunsthandwerksläden, die Arbeiten lokaler Künstlerinnen und Künstler zeigen, Restaurants, die traditionelle und internationale Küche verbinden, sowie kleinere Museen und Informationszentren, die über Ökologie und Geschichte des Deltas informieren. Einige Organisationen setzen sich für Gemeindeprojekte ein, etwa Bildung und Gesundheitsversorgung, die teilweise durch Tourismuseinnahmen mitfinanziert werden.
Für deutsche Reisende, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, ist Botswana generell ein interessantes Ziel. Das Land verfolgt seit Jahren eine Strategie des „High Value, Low Impact“-Tourismus: lieber weniger Gäste, dafür höhere Einnahmen pro Person, um Natur und soziale Strukturen zu schonen. Im Okavango-Delta wird dieses Modell sichtbar – etwa durch beschränkte Bettenkapazitäten in Konzessionen, Obergrenzen für Fahrzeugzahlen in bestimmten Gebieten und konsequente Anti-Wilderei-Maßnahmen.
Das Delta eignet sich sowohl für „Safari-Einsteiger“, die zum ersten Mal nach Afrika reisen, als auch für erfahrene Naturreisende, die bereits andere Parks kennen. In Kombination mit anderen Regionen Botswanas, etwa der trockenen Salzpfannen von Makgadikgadi oder den Savannen des Chobe-Nationalparks, entsteht eine abwechslungsreiche Reiseroute, die verschiedene Landschaften und Ökosysteme des südlichen Afrikas abbildet. Maun fungiert dabei als logistischer Knotenpunkt: Hier lassen sich Touren kombinieren, Inlandsflüge koordinieren und Ausrüstung ergänzen.
Ein besonderer Reiz liegt auch darin, das Delta aus verschiedenen Perspektiven zu erleben: – vom Boot aus auf Augenhöhe mit dem Wasser, – im Geländewagen entlang trockenerer Inselbereiche, – zu Fuß auf geführten Buschwanderungen und – aus der Luft bei Rundflügen mit kleinen Maschinen oder Helikoptern, die das Netzwerk aus Kanälen eindrucksvoll sichtbar machen.
Gerade diese Vielschichtigkeit macht das Okavango-Delta zu einem Reiseziel, das auch bei längerem Aufenthalt immer neue Facetten offenbart – und erklärt, warum viele Gäste aus Deutschland nach einem ersten Besuch wiederkommen.
Okavango-Delta in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Medien hat sich das Okavango Delta in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Sehnsuchtsort entwickelt: Aufnahmen von Elefantenherden im Gegenlicht, Drohnenperspektiven ĂĽber Inseln und Papyrusfeldern sowie intime Tierbeobachtungen aus Mokoros heraus erzeugen eine starke emotionale Resonanz. Influencer und professionelle Naturfotografen nutzen die visuelle Kraft des Deltas, um Themen wie Artenschutz, verantwortungsvollen Tourismus und die Verwundbarkeit dieser Ă–kosysteme ins Bewusstsein zu rĂĽcken.
Okavango-Delta — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Okavango-Delta
Wo liegt das Okavango-Delta genau?
Das Okavango-Delta befindet sich im Norden von Botswana im südlichen Afrika. Die nächstgelegene größere Stadt und wichtigste Zugangsbasis ist Maun, die am südöstlichen Rand des Deltas liegt. Von hier aus führen Straßen und Flugverbindungen zu den Lodges und Camps im Delta.
Warum ist das Okavango-Delta so besonders?
Das Delta ist eines der wenigen großen Binnendeltas der Welt und liegt mitten in einer ansonsten trockenen, wüstenähnlichen Region. Der Okavango-Fluss endet hier nicht im Meer, sondern versickert im Sand der Kalahari. Diese besondere hydrologische Situation schafft ein äußerst artenreiches Feuchtgebiet, das von der UNESCO als Weltnaturerbe geschützt ist und als Rückzugsraum für viele bedrohte Tierarten dient.
Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr das Okavango-Delta?
Viele Experten empfehlen die Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober, wenn das Wasser aus dem angolanischen Einzugsgebiet das Delta flutet und Tiere sich an Wasserstellen konzentrieren. Die grüne Regenzeit von ungefähr November bis März hat ihren eigenen Reiz mit üppiger Vegetation und intensiver Vogelbeobachtung, kann aber mit mehr Niederschlägen und eingeschränkter Befahrbarkeit mancher Wege einhergehen. Die konkreten Verhältnisse variieren von Jahr zu Jahr.
Wie reist man aus Deutschland am besten ins Okavango-Delta?
Die meisten Reisenden fliegen von Deutschland aus mit einer internationalen Airline über Drehkreuze wie Johannesburg oder Kapstadt nach Maun. Direktflüge aus Deutschland nach Botswana sind unüblich. Von Maun aus übernehmen lokale Airlines und Safari-Anbieter den Weitertransport zu Camps und Lodges im Delta. Für deutsche Staatsbürger ist es ratsam, aktuelle Einreise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt zu prüfen und eine ausreichende Reise- und Auslandskrankenversicherung abzuschließen.
Ist das Okavango-Delta fĂĽr Familien mit Kindern geeignet?
Grundsätzlich sind Safaris im Okavango-Delta auch mit Kindern möglich, allerdings haben viele Lodges Mindestalter-Regelungen für bestimmte Aktivitäten, vor allem für Buschwanderungen oder Mokoro-Fahrten. Familien sollten sich vorab genau informieren, welche Camps kinderfreundlich sind, welche Sicherheitsvorkehrungen gelten und ob die Reisedauer den Bedürfnissen der Kinder entspricht. Eine Reiseberatung durch spezialisierte Veranstalter kann helfen, passende Angebote zu finden.
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