Sossusvlei in Namibia: Wo die Dünen der Namib leuchten
14.06.2026 - 12:59:28 | ad-hoc-news.deWenn die Sonne über Sossusvlei aufgeht, beginnt die Namib zu glühen: Die bis zu mehrere hundert Meter hohen Dünen wechseln in Minuten von kühlem Grau zu tiefem Orange und Rot – ein Schauspiel, das viele Namibia-Reisende als stärksten Moment ihrer Reise beschreiben. Sossusvlei, eine Lehmpfanne inmitten der Namib-Wüste, gilt längst als ikonisches Wahrzeichen des Namib-Naukluft-Nationalparks und als eine der eindrucksvollsten Wüstenlandschaften der Welt.
Sossusvlei: Das ikonische Wahrzeichen von Namib-Naukluft
Sossusvlei (sinngemäß „blinder Sumpf“, aus einer lokalen Khoekhoegowab- und Afrikaans-Bezeichnung abgeleitet) bezeichnet eine abflusslose Lehmpfanne am Ende einer selten wasserführenden Senke innerhalb des Namib-Naukluft-Nationalparks in Namibia. Der Name steht heute zugleich als Synonym für eine ganze Region aus roten Sterndünen und Salz-Ton-Pfannen am Ostrand der Namib-Wüste, die sich zu einem der bekanntesten Reiseziele des Landes entwickelt hat.
Charakteristisch für Sossusvlei sind die gewaltigen Sandberge der Namib, die nach Angaben namibischer Tourismusorganisationen und internationaler Reiseportale Höhen von rund 300 bis etwa 325 m erreichen. Oft zitierte Beispiele sind Dune 45, die leicht zugängliche, fotogene Düne nahe der Zufahrt, und Big Daddy, eine der höchsten Besteigungen in der Region mit rund 300 m Höhendifferenz über der Lehmpfanne Deadvlei. Der Sand leuchtet je nach Sonnenstand in Nuancen von Apricot über Kupfer bis Tiefrot, was Sossusvlei zu einem beliebten Motiv in Bildbänden, auf Social Media und in Naturdokumentationen macht.
Die Landschaft liegt im Namib-Naukluft-Nationalpark, einem der größten Schutzgebiete Afrikas, und grenzt an das UNESCO-Welterbe „Namib Sand Sea“, das weite Teile der Küstenwüste umfasst. Für Reisende aus Deutschland ist Sossusvlei daher nicht nur ein Fotomotiv, sondern ein Zugang zu einer der ältesten und trockensten Wüsten der Erde, die Geologen und Klimaforscher seit Jahrzehnten beschäftigt.
Geschichte und Bedeutung von Sossusvlei
Die Namib-Wüste gilt in der Forschung seit Langem als eine der ältesten Wüsten der Erde, mit Wüstenbedingungen, die sich über viele Millionen Jahre gehalten haben. Diese enorme geologische Zeitspanne spiegelt sich in der heutigen Landschaft von Sossusvlei wider: Die Dünen sind das Ergebnis eines langen Zusammenspiels von Meeresströmungen, Windrichtungen und dem Sedimenttransport des Oranje-Flusses, der Sand aus dem südlichen Afrika an die Atlantikküste transportiert, von wo aus der Wind ihn landeinwärts treibt.
Die markante Lehmpfanne von Sossusvlei selbst liegt am Ende eines episodisch wasserführenden Flusses, des Tsauchab. In besonders regenreichen Jahren – was in diesem extrem trockenen Klimaraum selten ist – erreicht Wasser die Pfanne und verwandelt sie in einen flachen See. In den meisten Jahren bleibt Sossusvlei jedoch trocken und zeigt die typischen, von Sonne gebrannten Salz- und Lehmböden. Dieses Spannungsfeld zwischen Trockenheit und gelegentlichen Flutereignissen prägt auch die Ökologie: Viele Pflanzen und Tiere sind auf seltene, aber intensive Regenereignisse spezialisiert.
Historisch war das Gebiet lange nur schwer zugänglich. Erst mit den Entwicklungen des Autotourismus im 20. Jahrhundert und dem Ausbau von Straßen im Zuge der kolonialen und später unabhängigen Entwicklung Namibias wurde Sossusvlei für Reisende erreichbar. Mit der wachsenden Bedeutung des Naturtourismus und Safaritourismus in Namibia stieg die Aufmerksamkeit für die roten Dünen stark an; Reiseverlage wie GEO Saison, National Geographic Deutschland oder das ADAC Reisemagazin stellen die Region seit Jahren regelmäßig als Highlight der Namibia-Reise vor.
Politisch gehört Sossusvlei seit der Ausweisung und Erweiterung des Namib-Naukluft-Nationalparks zu einem Kerngebiet der namibischen Naturschutzpolitik. Der Park dient dem Schutz fragiler Wüstenökosysteme, die gegenüber Störungen besonders sensibel sind, und ist zugleich ein zentraler Baustein für den nachhaltigen Tourismus des Landes. Behörden und Parkverwaltung versuchen, Besucherlenkung, Straßenführung und Übernachtungsangebote so zu organisieren, dass die empfindliche Vegetation in Dünen und Pfannen nicht überbeansprucht wird.
Für die Bevölkerung Namibias hat die Region zudem wirtschaftliche Bedeutung: Lodges, Gästefarmen, Campsites und Tourunternehmen schaffen Arbeitsplätze in ansonsten dünn besiedelten Gebieten. Gleichzeitig sind in der weiteren Region archäologische Spuren und Felsgravuren belegt, die auf eine längere Nutzung der Wüste durch Jäger- und Sammlergruppen sowie später pastorale Gemeinschaften hinweisen. Für diese Gruppen war Wasser – so selten es auftrat – existenziell, weshalb Pfannen wie Sossusvlei eine besondere Rolle spielten.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn Sossusvlei kein klassisches Bauwerk ist, sprechen viele Architekt:innen und Landschaftsplaner in Bildbänden von der „Architektur der Dünen“. Die sterndünenartige Form entsteht dort, wo Winde aus verschiedenen Richtungen Sand über lange Zeit aufhäufen. Statt einer klaren Kammlinie wie bei Wanderdünen bilden sich pyramiden- oder sternförmige Hügel, deren Arme sich in verschiedene Richtungen erstrecken. Diese Form sorgt für besonders markante Licht-Schatten-Kontraste, die bei Fotograf:innen sehr beliebt sind.
Typisch für die Region sind darüber hinaus die Kontraste zwischen dem roten Sand der Dünen, den hellen Lehmböden der Pfannen und den dunklen Silhouetten abgestorbener Kameldornbäume (Vachellia erioloba, vormals Acacia erioloba). Das berühmteste Beispiel ist Deadvlei, eine ausgetrocknete Pfanne mit abgestorbenen Baumstämmen, die – durch die trockene Luft und intensive Sonneneinstrahlung konserviert – seit Jahrhunderten stehen. Diese Szenerie erinnert viele Betrachter an surrealistische Gemälde und ist zu einem der meistfotografierten Motive Namibias geworden.
Neben Deadvlei sind weitere Pfannen wie Hiddenvlei oder Nara Vlei bekannte Ziele. Jede Pfanne hat ihren eigenen Charakter und ist je nach Lage etwas abgeschiedener oder stärker frequentiert. Während Deadvlei mit Big Daddy als „Hausdüne“ sportlich ambitionierte Besucher anzieht, bietet Hiddenvlei eher ruhige Spaziergänge über ebene Sandflächen und Dünenkämme.
Die natürliche „Farbpalette“ von Sossusvlei ist Ergebnis eines physikalischen Prozesses: Der Sand enthält Eisenoxide, die durch Oxidation und Alterung den typischen Rotton erzeugen. Ältere Dünen erscheinen daher oft intensiver rot als jüngere; dieses Zusammenspiel von Geologie und Zeit wird in geowissenschaftlichen Publikationen regelmäßig hervorgehoben. Gleichzeitig bleibt die Oberfläche in Bewegung: Stürme und Passatwinde formen die Dünen ständig neu, kleine Sandrippel wandern täglich, während die großen Strukturen vergleichsweise stabil bleiben.
Künstlerisch haben Sossusvlei und die Namib zahlreiche Fotoprojekte, Filmproduktionen und Malereien inspiriert. Reisefotograf:innen nutzen die Region, um Minimalismus, Linienführung und Farbkontraste zu studieren. In deutschen Reise- und Naturmagazinen wird Sossusvlei häufig als Gegenpol zu urbaner Verdichtung inszeniert – als „Landschaft der Stille“, in der Weite, Horizont und klare Formen dominieren.
Sossusvlei besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Sossusvlei liegt im südwestlichen Namibia im Namib-Naukluft-Nationalpark. Die Region ist nicht per Linienflug direkt aus Deutschland erreichbar, lässt sich aber gut über das Drehkreuz Windhoek anfliegen. Von Frankfurt am Main bestehen in vielen Jahren saisonale oder ganzjährige Flugverbindungen nach Windhoek; von München, Berlin oder Zürich sind Windhoek-Flüge meist mit Umstieg, etwa über Johannesburg, Addis Abeba oder Doha, erreichbar. Von Windhoek nach Sossusvlei fahren Reisende typischerweise mit einem Mietwagen (oft 4x4 empfohlen) oder in organisierten Touren. Die Fahrzeit von Windhoek beträgt – je nach Route und Straßenverhältnissen – typischerweise etwa 4,5 bis 6 Stunden; sie führt über Teerstraßen und Schotterpisten durch dünn besiedelte Halbwüstenlandschaft. Alternativ bieten einige Lodges und Reiseveranstalter Inlandsflüge mit Kleinflugzeugen an, die direkt zu nahegelegenen Airstrips fliegen; dies ist zeitlich komfortabel, aber kostenintensiv. - Zugang zum Nationalpark und Straßen
Der touristische Zugang zu Sossusvlei erfolgt in der Regel über das Parktor bei Sesriem. Von hier aus führt eine Teerstraße etwa 60 km tief in den Nationalpark bis in die Nähe von Sossusvlei, Deadvlei und weiteren Pfannen. Die letzten Kilometer ab dem Ende der Teerstraße verlaufen durch tiefen Sand; zahlreiche Anbieter empfehlen daher Fahrzeuge mit Allradantrieb oder nutzen Shuttle-Fahrzeuge des Parks beziehungsweise lokaler Betreiber. Reisende, die mit einem normalen Pkw unterwegs sind, können am Ende der Teerstraße parken und mit diesen Shuttles weiterfahren. - Öffnungszeiten
Der Namib-Naukluft-Nationalpark ist typischerweise tagsüber zugänglich; die Öffnungszeiten orientieren sich vielerorts an Sonnenauf- und -untergang. Da sich Regelungen zu Einlasszeiten, frühmorgendlichen Einfahrten für Lodgegäste und möglichen Abendfahrten immer wieder ändern können, sollten Reisende die aktuell gültigen Zeiten kurz vor dem Besuch direkt bei ihrer Unterkunft, beim Parkeingang Sesriem oder auf den offiziellen Informationskanälen des Parks prüfen. Wer im Park oder in unmittelbar angrenzenden Lodges übernachtet, erhält je nach Regelung oft die Möglichkeit, früher zum Sonnenaufgang in Richtung Sossusvlei zu starten. - Eintrittspreise
Für den Besuch von Sossusvlei und des Namib-Naukluft-Nationalparks wird eine Parkgebühr erhoben, die typischerweise pro Person und Fahrzeug berechnet wird und vor Ort oder über autorisierte Stellen gezahlt werden kann. Da sich Preise in Namibia aufgrund von Währungsschwankungen (namibischer Dollar, N$) und Anpassungen der Parkverwaltung von Zeit zu Zeit ändern, sollten Reisende vorab oder bei Ankunft die aktuell gültigen Tarife erfragen. Als grobe Orientierung liegen die Kosten für internationale Besucher häufig im moderaten Bereich im Vergleich zu vielen privaten Wildreservaten in Afrika; in Euro umgerechnet bewegen sie sich meist im zweistelligen Bereich pro Tag, je nach Wechselkurs. - Beste Reisezeit und Tageszeit
Namibia liegt auf der Südhalbkugel; die Jahreszeiten sind gegenüber Mitteleuropa umgekehrt. Als angenehmste Reisezeit für die Namib-Wüste gelten häufig die Wintermonate von etwa Mai bis September, wenn die Temperaturen tagsüber meist milder und die Nächte frisch bis kühl sind. In den Sommermonaten von etwa Dezember bis März kann es im Binnenland sehr heiß werden, mit Temperaturen weit über 30 °C. Für Sossusvlei ist neben der Jahreszeit vor allem die Tageszeit entscheidend: Zum Sonnenaufgang und in den frühen Morgenstunden sind Licht und Schatten besonders spektakulär, die Temperaturen noch erträglich und die Besucherzahlen etwas geringer. Viele Reisende versuchen, rechtzeitig zum Gate-Öffnen in Sesriem zu sein, um die ersten Sonnenstrahlen auf den Dünen zu erleben; auch der späte Nachmittag bietet schöne Fotomöglichkeiten, während die Mittagssonne die Kontraste etwas flacher erscheinen lässt. - Gesundheit, Klima und Sicherheit
Die Namib ist ein extrem trockenes, sonniges Umfeld. Reisende sollten ausreichend Trinkwasser mitführen, Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und lockere, helle Kleidung einplanen. Wanderungen auf Dünen erfordern eine gewisse Grundfitness; der sandige Untergrund kann anstrengend sein, vor allem in der Hitze. Es empfiehlt sich, körperliche Aktivitäten auf die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden zu legen und die Mittagshitze in schattigen Bereichen oder Unterkünften zu verbringen. Innerhalb des Parks sollten markierte Wege und Hinweise der Parkverwaltung beachtet werden; die Region ist zwar im Vergleich zu Big-Five-Safarigebieten weniger durch Großwild geprägt, doch bleibt es eine Wildnis mit möglichen Risiken wie Hitze, Dehydration und orientierungsarmen Landschaften. - Sprache und Kommunikation
Amtssprache in Namibia ist Englisch, daneben sind zahlreiche lokale Sprachen sowie Afrikaans verbreitet. Deutsch wird in einigen Regionen Namibias aufgrund der kolonialen Vergangenheit noch von Teilen der Bevölkerung gesprochen und ist in touristischen Kontexten (Lodges, Gästefarmen, Reiseleitungen) überdurchschnittlich präsent. Reisende aus Deutschland kommen in Sossusvlei und Umgebung mit Englisch in der Regel problemlos zurecht; Deutschkenntnisse sind ein Bonus, aber nicht zwingend erforderlich. Mobilfunkempfang ist im Nationalpark nur eingeschränkt vorhanden, in Lodges und Camps wird jedoch häufig WLAN angeboten. - Zahlung, Währung und Trinkgeld
Landeswährung ist der Namibische Dollar (N$), der im Verhältnis von 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt ist. In vielen touristischen Einrichtungen wie Lodges, Tankstellen größerer Orte und Reisebüros werden internationale Kreditkarten akzeptiert; in kleineren Betrieben oder bei Parkgebühren kann jedoch Bargeld erforderlich sein. Es empfiehlt sich, nach Ankunft in Windhoek oder größeren Städten Geld abzuheben. Trinkgeld ist im gehobenen und mittleren Tourismussegment üblich: Für Kofferträger sind einige Namibia-Dollar pro Gepäckstück üblich, für Restaurantbesuche etwa 10 % bei gutem Service, sofern keine Servicepauschale berechnet wurde. Guides und Fahrer freuen sich – falls ein Trinkgeld gewünscht und leistbar ist – über eine dem gebotenen Service entsprechende Anerkennung, die oft in den Reiseunterlagen der Veranstalter grob empfohlen wird. - Kleidung, Ausrüstung und Fotografie
Für Sossusvlei ist praktische, atmungsaktive Kleidung empfehlenswert: lange, leichte Hosen oder Shorts, atmungsaktive Oberteile, ein breitkrempiger Hut und feste, geschlossene Schuhe für das Laufen im Sand. Offene Sandalen sind möglich, aber für längere Dünenaufstiege oft weniger angenehm, da Sand schnell eintreten kann. Eine Stirnlampe oder Taschenlampe ist hilfreich, wenn in der Morgendämmerung gestartet wird. Fotofreunde sollten mit feinem Staub rechnen und ihre Kameraausrüstung entsprechend schützen, etwa mit Schutzhüllen oder regelmäßiger Reinigung; Objektivwechsel im Wind sollten möglichst vermieden werden. Drohnen unterliegen in Namibia und insbesondere in Schutzgebieten strengen Regeln; wer Luftaufnahmen plant, muss sich unbedingt vorab bei der zuständigen Behörde oder Parkverwaltung über erlaubte Nutzung und Genehmigungspflichten informieren. - Einreisebestimmungen für Reisende aus Deutschland
Deutsche Staatsbürger sollten die jeweils aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise für Namibia beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für touristische Aufenthalte gelten je nach politischer Lage und bilateralen Vereinbarungen unterschiedliche Bestimmungen zu Reisedokumenten, Visumspflicht, Einreisedauer und Impfanforderungen. In der Regel sind ein noch ausreichend gültiger Reisepass und gegebenenfalls ein nachweisbarer Rück- oder Weiterflug erforderlich. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption ist für Reisen außerhalb der EU generell empfehlenswert, ebenso das Mitführen persönlicher Medikamente in ausreichender Menge. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Namibia liegt in einer Zeitzone, die sich von der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) je nach jahreszeitlicher Umstellung unterscheiden kann. Reisende aus Deutschland sollten vor Abflug die aktuelle Zeitverschiebung prüfen, da Namibia teilweise eine eigene Sommer- oder Winterzeitregelung angewendet hat beziehungsweise wieder ändern kann. Im Ergebnis liegt die lokale Zeit oft etwa eine Stunde vor oder hinter der Zeit in Deutschland; für die Planung von Flügen, Mietwagenübernahmen und geführten Touren ist eine aktuelle Kontrolle sinnvoll.
Warum Sossusvlei auf jede Namib-Naukluft-Reise gehört
Sossusvlei zählt für viele Namibia-Kenner zu den Orten, an denen sich die Essenz des Landes in einem einzigen Panorama verdichtet: unendliche Weite, klares Licht, eine scheinbar lebensfeindliche Umgebung – und doch überall Spuren von Anpassung und Leben. Frühmorgens zeichnen sich die Schatten der Dünen scharf ab, Oryxantilopen ziehen durch das trockene Flussbett, und mit etwas Glück sind die Spuren nachtaktiver Tiere im Sand zu erkennen.
Reiseexperten betonen oft, dass Sossusvlei nicht nur ein Fotoziel ist, sondern eine Erfahrung aus Stille, Himmel und Horizont. Während Städte wie Windhoek oder Swakopmund – die Küstenstadt am Atlantik – die moderne Seite Namibias repräsentieren, steht Sossusvlei für das archaische Afrika, das viele mit Safari und Wüste verbinden. In deutschen Reiseführern wird die Region häufig mit ikonischen Wüstenlandschaften anderer Kontinente verglichen, etwa dem Monument Valley in den USA oder dem Wadi Rum in Jordanien – mit dem Unterschied, dass Sossusvlei seine charakteristische Farbigkeit und Dünenform aus der einzigartigen Namib bezieht.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit ist die Kombination mit anderen Attraktionen im Namib-Naukluft-Gebiet: Die nahe gelegene Sesriem-Schlucht bietet einen Einblick in erosive Prozesse im Wüstenklima, während sich weiter nördlich Küstenstädte wie Swakopmund und Walvis Bay mit kolonialen Bauten, Meeresbrise und Aktivitäten wie Bootstouren oder Wüstenausflügen anschließen lassen. Viele Rundreisen aus Deutschland kombinieren so mehrere landschaftlich völlig unterschiedliche Regionen in relativ kurzer Zeit.
Für nachhaltig orientierte Reisende spielt Sossusvlei zudem eine Rolle als Beispiel für naturnahen Tourismus in empfindlichen Ökosystemen. Zahlreiche Lodges setzen auf ressourcenschonende Bauweisen, Solarenergie und wassersparende Konzepte; einige beteiligen sich an lokalen Naturschutz- und Community-Projekten. Wer eine Reise plant, kann durch die Auswahl von Anbietern mit klarer Nachhaltigkeitsstrategie dazu beitragen, dass die Wüste auch langfristig geschützt bleibt.
Nicht zuletzt hat die Region einen hohen emotionalen Wiedererkennungswert: Die markanten Motive von Deadvlei und den roten Dünen tauchen in Reiseprospekten, Social-Media-Feeds und Werbekampagnen regelmäßig auf. Viele Menschen entwickeln so bereits vor der Reise eine sehr konkrete Bildvorstellung von Sossusvlei – die Realität übertrifft diese Erwartung oft, vor allem dann, wenn ausreichend Zeit für mehrere Sonnenaufgänge und -untergänge eingeplant wird und nicht nur ein kurzer Fotostopp auf der Durchreise erfolgt.
Sossusvlei in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Netzwerken hat sich Sossusvlei zu einem regelrechten Sehnsuchtsmotiv entwickelt: Fotos von endlosen Dünenkämmen, Silhouetten auf dem Grat von Big Daddy und surrealen Bäumen in Deadvlei gehören zu den meistgeteilten Namibia-Bildern auf Plattformen wie Instagram oder TikTok. Viele Reisende nutzen Hashtags, um ihre Eindrücke zu teilen, und inspirieren so andere, eine Reise in die Namib zu planen. Zugleich verweisen erfahrene Namibia-Reisende zunehmend auf die Verantwortung, sensible Ökosysteme nicht als bloße Selfie-Kulisse zu behandeln, sondern Regeln zu respektieren, auf Pfaden zu bleiben und Rücksicht auf andere Besucher und die Natur zu nehmen.
Sossusvlei — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Sossusvlei
Wo liegt Sossusvlei genau?
Sossusvlei liegt im südwestlichen Namibia im Namib-Naukluft-Nationalpark, einem der größten Schutzgebiete des Landes. Die Region befindet sich im Übergang zwischen der Küstenwüste Namib und dem höher gelegenen Binnenland und ist über das Parktor bei Sesriem erreichbar, das wiederum per Straße mit Windhoek und anderen größeren Orten verbunden ist.
Was ist das Besondere an Sossusvlei?
Besonders an Sossusvlei ist die Kombination aus bis zu mehreren hundert Meter hohen, tiefrot leuchtenden Sterndünen, hellen Salz- und Lehmpfannen und den silhouettescharfen, abgestorbenen Kameldornbäumen in Pfannen wie Deadvlei. Dieses Zusammenspiel aus Farben, Formen und Licht macht die Region zu einem der ikonischsten Wüstenpanoramen Afrikas. Zugleich liegt Sossusvlei in einer der ältesten Wüsten der Erde, was geologisch und klimatisch von großem Interesse ist.
Wie erreicht man Sossusvlei von Deutschland aus?
Von Deutschland führt der Weg in der Regel zunächst per Langstreckenflug nach Windhoek, die Hauptstadt Namibias. Von dort reisen Besucher meist mit einem Mietwagen – idealerweise ein Fahrzeug mit höherer Bodenfreiheit – oder im Rahmen einer organisierten Rundreise weiter nach Süden in Richtung Sesriem, dem Eingang zum Namib-Naukluft-Nationalpark. Die Fahrzeit von Windhoek beträgt bei guten Bedingungen etwa 4,5 bis 6 Stunden. Alternativ bieten manche Lodges und Reiseveranstalter Kleinflugzeuge an, die nahe gelegene Landepisten anfliegen.
Wann ist die beste Reisezeit für Sossusvlei?
Als besonders angenehm gelten die namibischen Wintermonate von etwa Mai bis September, wenn die Temperaturen tagsüber oft mild und die Nächte kühl sind. Wer extreme Hitze vermeiden möchte, sollte hochsommerliche Monate mit sehr hohen Temperaturen im Inland eher meiden oder Aktivitäten in die frühen Morgenstunden legen. Unabhängig von der Jahreszeit sind Sonnenaufgang und früher Vormittag die beste Tageszeit, um die starken Licht-Schatten-Kontraste der Dünen zu erleben und Fotografien mit intensivem Farbspiel zu machen.
Braucht man ein Allradfahrzeug für Sossusvlei?
Für die Anfahrt von Windhoek bis zum Parkeingang Sesriem ist ein Allradfahrzeug nicht zwingend erforderlich, eine gewisse Bodenfreiheit ist auf Schotterpisten jedoch vorteilhaft. Die letzten Kilometer von der asphaltierten Straße in die Pfannen von Sossusvlei und Deadvlei verlaufen durch tiefen Sand; hier ist ein 4x4-Fahrzeug sinnvoll. Wer keinen Allradwagen fährt, kann sein Fahrzeug am Ende der Teerstraße auf dem Parkplatz abstellen und einen Shuttle-Service nutzen, der Besucher in die Pfannen bringt.
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