Tiger's Nest Kloster: Paro Taktsang hoch über Bhutan
14.06.2026 - 10:57:14 | ad-hoc-news.deWie ein weiß-goldener Adlerhorst klebt das Tiger's Nest Kloster an einer fast senkrechten Felswand hoch über dem Tal von Paro. Paro Taktsang, auf Deutsch sinngemäß „Zufluchtsort des Tigers“, scheint weniger gebaut als vielmehr in den Berg hineingewachsen – und genau dieser Eindruck macht den buddhistischen Klosterkomplex zu einem der eindrücklichsten heiligen Orte des Himalaya.
Tiger's Nest Kloster: Das ikonische Wahrzeichen von Paro
Für Bhutan gilt das Tiger's Nest Kloster als so etwas wie eine spirituelle Visitenkarte des Landes. Hoch über dem Paro-Tal gelegen, wird der Komplex in vielen offiziellen Publikationen der Tourismusbehörden als eine der wichtigsten buddhistischen Pilgerstätten des Königreichs beschrieben. Internationale Medien und Bildbände greifen das Motiv immer wieder auf: Die hellen Klostergebäude scheinen direkt aus der dunklen Granitwand zu wachsen, die Dächer leuchten in Rot und Gold, dahinter die Wälder des Himalaya.
Reiseführer wie etwa deutschsprachige Himalaya-Spezialausgaben und große Illustrierte zu Asien-Reisen betonen, dass kaum ein anderes Kloster im Himalaya so stark zum Symbol eines Landes geworden ist wie Paro Taktsang für Bhutan. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland spielt dabei nicht nur die spektakuläre Lage eine Rolle, sondern auch das Bild eines bewusst behutsam reisenden Landes, das den Tourismus streng reguliert und seine Kultur schützen möchte. Das Tiger's Nest steht so zugleich für religiöse Tiefe, landschaftliche Dramatik und ein eigenes Entwicklungsmodell, das Bhutan international bekannt gemacht hat.
Wer von Paro aus hinaufblickt, erkennt zunächst nur kleine weiße Rechtecke in der Felswand, fast 900 m über dem Talboden. Je näher man kommt, desto deutlicher werden die Holzbalustraden, Fenstergitter und Gebetsfahnen, die im Wind flattern. Das Zusammenspiel aus steilem Aufstieg, dünner Luft und der Stille der Gebetsräume macht den Besuch für viele Reisende zu einer körperlichen und geistigen Erfahrung zugleich.
Geschichte und Bedeutung von Paro Taktsang
Die Ursprünge von Paro Taktsang reichen in die frühe Geschichte des tibetischen Buddhismus zurück. Überlieferungen zufolge soll der indische Gelehrte und Yogi Padmasambhava, in Bhutan als Guru Rinpoche verehrt, im 8. Jahrhundert in einer Höhle an genau dieser Stelle meditiert haben. Er gilt als derjenige, der den Buddhismus im Himalaya-Raum, insbesondere in Tibet und Bhutan, fest verankert hat. Die Legende erzählt, er sei auf dem Rücken einer Tigerin zu dieser Felsnische gelangt – daher der Name „Tiger's Nest“.
Historiker weisen darauf hin, dass die heute sichtbaren Klostergebäude deutlich jünger sind als die spirituelle Tradition des Ortes. Schriftliche Quellen und kunsthistorische Untersuchungen datieren den Hauptteil der Bauten in das 17. Jahrhundert. Damit ist das Kloster ungefähr aus derselben Epoche wie viele barocke Kirchen in Mitteleuropa und wurde in etwa 200 Jahre vor der Reichsgründung in Deutschland errichtet. Bhutanische Herrscher ließen an der heiligen Höhle ein Kloster errichten, um die Verehrung Guru Rinpoches zu institutionalisieren und den Ort als Pilgerziel zu entwickeln.
Über die Jahrhunderte wurde Paro Taktsang immer wieder erweitert, restauriert und teils neu aufgebaut. Brände und Erdbeben setzten dem Baukomplex zu, der aus Holz, Stein und Lehm besteht und in extremer Hanglage errichtet ist. Nach einem besonders schweren Brand, über den internationale Nachrichtenagenturen und regionale Medien ausführlich berichteten, wurde das Kloster mit Hilfe der bhutanischen Regierung und privater Stifter sorgfältig restauriert. Offizielle Stellen betonten damals, dass man sowohl traditionelle Bauweisen als auch moderne Sicherheitsstandards berücksichtigen wolle, um den Fortbestand des Heiligtums zu sichern.
Religiös gesehen gilt das Tiger's Nest als einer der zentralen Pilgerorte im Vajrayana-Buddhismus Bhutans. Mönche leben und beten dort, regelmäßige Rituale, Opfergaben und Fastenzeiten strukturieren den Alltag. Für viele Bhutanerinnen und Bhutaner gehört eine Pilgerreise nach Paro Taktsang zu den großen spirituellen Momenten ihres Lebens. Für Gäste von außerhalb ist der Besuch zugleich eine seltene Gelegenheit, in die religiöse Praxis des Himalaya-Königreichs Einblick zu erhalten – wenn auch nur respektvoll von außen und ohne Störung der Rituale.
Internationale Organisationen wie UNESCO und ICOMOS führen Bhutan und seine Klöster regelmäßig als Beispiele für lebendige buddhistische Kultur im Himalaya. Auch wenn Paro Taktsang selbst derzeit nicht als eigenständiger Punkt auf der UNESCO-Welterbeliste eingetragen ist, wird der Ort in fachlichen Diskussionen häufig als Teil des kulturellen Erbes Bhutans erwähnt. Kulturhistoriker betonen, dass es sich nicht nur um ein fotogenes Motiv handelt, sondern um ein lebendiges Kloster mit Mönchsgemeinschaft, das durch den Pilgerbetrieb und die bhutanische Religionspolitik stark im Alltag des Landes verankert ist.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch folgt das Tiger's Nest Kloster der typischen Bauweise bhutanischer Klöster, passt sich aber in besonderem Maß an die extreme Topografie an. Mehrere einzelne Gebäude – Tempel, Wohntrakte, Lagerräume und Meditationszellen – sind wie in Stufen direkt am Fels befestigt. Außen dominieren weiß verputzte Wände, dunkle Holzrahmen, bunt bemalte Fensterlaibungen und goldene Dachelemente. Die Dächer sind in traditioneller Weise leicht nach oben geschwungen, ähnlich wie bei dzongs, den Festungsklöstern des Landes.
Ein markantes Merkmal ist die Kombination aus massiven Steinmauern und fein gearbeiteter Holzarchitektur. Gerade für Besucherinnen und Besucher aus Mitteleuropa ist der Kontrast interessant: Wo gotische Kathedralen wie der Kölner Dom auf einem flachen Fundament emporragen, scheinen die Gebäude von Paro Taktsang sich eher an den Fels anzuschmiegen und ihn zu umarmen. Der Bau ist nicht nur vertikal, sondern auch horizontal in den Berg hineingezogen, mit kleinen Innenhöfen, schmalen Treppen und Balkonen, die oft direkt über dem Abgrund hängen.
Im Inneren erwarten Besucherinnen und Besucher – soweit die Räume zugänglich sind – reich verzierte Altäre, Wandmalereien und Skulpturen. Typische Motive sind Darstellungen von Guru Rinpoche, buddhistischen Schutzgottheiten, Mandalas und Szenen aus der buddhistischen Lehre. Farben wie tiefes Rot, Gold, Dunkelblau und Ocker dominieren. Experten für Himalaya-Kunst betonen, dass viele der Malereien und Statuen nicht nur dekorativ, sondern didaktisch gemeint sind: Sie erzählen Lehrgeschichten und sollen Gläubige beim Meditieren unterstützen.
Besonders ehrfurchtgebietend ist die Höhle, in der Guru Rinpoche der Überlieferung nach meditiert haben soll. Sie liegt heute innerhalb des Komplexes und ist in der Regel nur für Mönche oder an bestimmten religiösen Tagen zugänglich. Für Außenstehende bleibt sie zumeist unsichtbar – was den mythischen Charakter noch verstärkt. In Berichten aus Bhutan wird hervorgehoben, dass gerade dieser Kern des Klosters für viele Bhutanerinnen und Bhutaner ein Ort tiefer spiritueller Kraft ist.
Ein weiteres charakteristisches Bild sind die zahllosen Gebetsfahnen und Gebetsmühlen entlang des Pilgerwegs und rund um das Kloster. Die Fahnen tragen Mantras und Gebete, die nach traditioneller Vorstellung durch den Wind verbreitet werden. Für Reisende aus Europa gehören diese farbigen Banner oft zu den stärksten Erinnerungsbildern eines Besuchs, gerade wenn sie sich scharf vom dunklen Fels und dem tiefen Grün der Wälder abheben.
Tiger's Nest Kloster besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
Ein Besuch im Tiger's Nest Kloster erfordert etwas Planung, zumal Bhutan seinen Tourismus bewusst steuert. Für Reisende aus Deutschland ist es wichtig zu wissen, dass eine Reise nach Bhutan in der Regel über ein lizenziertes bhutanisches Reisebüro oder eine Partneragentur gebucht wird. Das Land erhebt eine tägliche Gebühr für internationale Besucherinnen und Besucher, die neben Unterkunft und Verpflegung auch einen Beitrag zu Bildung und Gesundheitswesen leisten soll. Die genauen Bestimmungen können sich ändern, daher empfiehlt sich ein Blick in aktuelle Informationen der bhutanischen Tourismusbehörden und der jeweiligen Reiseanbieter.
Die Anreise aus Deutschland erfolgt meist per Flug über große internationale Drehkreuze in Asien, etwa Delhi, Kathmandu oder Bangkok. Von dort fliegen wenige spezialisierte Airlines den Flughafen von Paro an, der als einer der anspruchsvollsten Flughäfen der Welt gilt, weil er in einem engen Tal liegt. Die reine Flugzeit von Deutschland nach Bhutan lässt sich nicht pauschal angeben, da sie von Verbindung und Umstiegen abhängt, doch Reisende sollten in der Regel von einem Reisetag mit Zwischenstopp ausgehen. Direkte Linienflüge aus Deutschland nach Bhutan gibt es derzeit nicht.
Vom Flughafen Paro oder von Unterkünften im Tal aus wird die Fahrt zum Ausgangspunkt des Wanderwegs zum Tiger's Nest normalerweise durch lokale Fahrer oder Reiseleiter organisiert. Die Fahrzeit vom Zentrum Paros zum Parkplatz am Fuß des Berges liegt typischerweise bei deutlich unter einer Stunde, oft kürzer, abhängig von Straßen- und Verkehrslage. Von dort beginnt der eigentliche Aufstieg.
- Lage und Anreise: Paro Taktsang liegt auf rund 3.000 m Höhe in einer Felswand oberhalb des Paro-Tals im Westen Bhutans. Der Talboden von Paro selbst befindet sich auf etwa 2.200–2.300 m. Besucherinnen und Besucher aus Deutschland fliegen meist zunächst nach Asien und dann weiter nach Paro. Nach der Ankunft wird der Weg zum Startpunkt der Wanderung üblicherweise über das Reisebüro organisiert. Eine individuelle Anreise mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln spielt im bhutanischen Kontext eine untergeordnete Rolle, da Reisen überwiegend als Pauschalpaket strukturiert sind.
- Der Aufstieg: Der Wanderweg vom Parkplatz zum Kloster ist steil und führt über mehrere Hundert Höhenmeter. Je nach Kondition benötigen viele Reisende zwischen 2 und 3 Stunden für den Aufstieg und 1,5 bis 2 Stunden für den Abstieg. Unterwegs gibt es eine Teestube auf einem etwa halben bis zwei Drittel des Weges, von der man einen besonders schönen Blick auf das Kloster hat. Der Pfad kann bei Regen schlammig sein, im Winter mit Schnee und Eis bedeckt, weshalb gutes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser wichtig sind. Für Menschen mit eingeschränkter Fitness bieten manche Anbieter Reittiere für einen Teil der Strecke an; aus Tierschutzsicht wird jedoch häufig dazu geraten, die eigene Kondition realistisch einzuschätzen und Tiere nicht zu überlasten.
- Öffnungszeiten: Das Kloster hat festgelegte Besuchszeiten, die jedoch variieren können – etwa abhängig von religiösen Festen, Zeremonien oder Wartungsarbeiten. Es ist daher ratsam, sich über das betreuende Reisebüro oder direkt vor Ort nach den jeweils aktuellen Öffnungszeiten zu erkundigen. Häufig werden Besuche vormittags und am frühen Nachmittag ermöglicht, während bestimmte Bereiche nur Mönchen zugänglich bleiben. Formulierungen wie „Öffnungszeiten können sich ändern“ finden sich regelmäßig in Reiseinformationen, weshalb eine tagesaktuelle Rückfrage sinnvoll ist.
- Eintritt: Für internationale Besucherinnen und Besucher wird in der Regel ein Eintritts- oder Besichtigungsentgelt erhoben, das häufig bereits in den umfassenden Tagessätzen bzw. in der Tourpauschale enthalten ist. Die konkrete Höhe kann sich ändern und wird von vielen Agenturen in US-Dollar, bhutanischen Ngultrum (BTN) oder in einer Umrechnung in Euro angegeben. Da Wechselkurs und Gebührenstrukturen schwanken, empfiehlt es sich, bei der Buchung nach den jeweils aktuellen Kosten zu fragen. Ein typischer Hinweis vieler Anbieter lautet, dass im Pauschalpreis Besichtigungen zentraler Sehenswürdigkeiten – darunter häufig auch Paro Taktsang – bereits inbegriffen sind.
- Beste Reisezeit: Für einen Besuch des Tiger's Nest Klosters werden von vielen Reiseexpertinnen und -experten vor allem das Frühjahr (etwa März bis Mai) und der Herbst (etwa September bis November) empfohlen. In dieser Zeit sind die Sichtverhältnisse oft klar, und die Temperaturen liegen für Wanderungen im angenehmen Bereich. Im Sommer bringt der Monsun viel Niederschlag, was den Weg rutschig machen und die Aussicht einschränken kann. Im Winter können Schnee und Eis den Aufstieg erschweren, dafür ist es oft ruhiger. Für den Besuch selbst gilt: Der Vormittag und der frühe Morgen gelten als besonders stimmungsvoll, zudem sind Gewitter am Nachmittag in Gebirgsregionen nicht ungewöhnlich.
- Sprache und Kommunikation: Die Amtssprache Bhutans ist Dzongkha, doch in der Tourismusbranche ist Englisch weit verbreitet. Deutschsprachige Reiseleitungen werden teilweise angeboten, vor allem bei Gruppenreisen. Viele Informationsmaterialien zu Paro Taktsang liegen auf Englisch vor. Reisende aus Deutschland kommen mit Englischkenntnissen in der Regel gut zurecht.
- Zahlung und Währung: In Bhutan wird mit dem Ngultrum (BTN) bezahlt, der an die indische Rupie gekoppelt ist. In Paro und der Hauptstadt Thimphu akzeptieren viele Hotels und größere Geschäfte internationale Kreditkarten, kleinere Läden und Märkte arbeiten eher mit Bargeld. Euro (€) lassen sich häufig in der Hauptstadt und in Paro wechseln, teilweise auch US-Dollar. Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay sind außerhalb großer Hotels und weniger verbreiteter moderner Einrichtungen kaum gängig, weswegen eine Mischung aus Karte und Bargeld sinnvoll ist.
- Trinkgeld-Kultur: Trinkgeld ist in Bhutan nicht so strikt institutionalisiert wie in manchen anderen Ländern, wird in der Tourismusbranche aber als Zeichen der Wertschätzung geschätzt. Für Reiseleiter, Fahrer und Hotelpersonal sind moderate Trinkgelder üblich, deren Höhe häufig vom Reiseveranstalter empfohlen wird. In Klöstern und Tempeln stehen oft Spendenboxen; Spenden sind freiwillig und sollten angemessen sein.
- Kleiderordnung und Verhalten: Da es sich um einen heiligen Ort handelt, sollten Schultern und Knie bedeckt sein, auch bei warmem Wetter. Kurze Hosen und sehr eng anliegende Oberteile sind im Inneren der Klostergebäude unpassend. Schuhe müssen vor dem Betreten der Tempelräume ausgezogen werden; das Mitbringen von Mützen oder Hüten in Innenräume ist nicht üblich. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, leise zu sprechen und laufende Gebete nicht zu stören. Fotografieren ist in vielen Innenräumen untersagt, während Außenaufnahmen in der Regel erlaubt sind – genaue Hinweise geben Schilder oder Begleitpersonen.
- Fotografieregeln: Die Fotoregeln variieren je nach Bereich des Klosters. In den meisten Tempelräumen ist Fotografieren strikt verboten, um die spirituelle Atmosphäre zu schützen und Kunstwerke nicht durch Blitzlicht zu beschädigen. Draußen sind Fotos meist erlaubt, doch sollten Mönche und Pilger nur mit deren Zustimmung fotografiert werden. Viele Reiseagenturen weisen im Vorfeld darauf hin, dass man sich an die Anweisungen des Klosterpersonals halten soll.
- Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger: Deutsche Staatsangehörige benötigen für Bhutan ein Visum, das in der Regel über das Reiseunternehmen organisiert wird. Da sich Einreisebedingungen und Gebühren ändern können, sollten Reisende die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie die Informationen der bhutanischen Behörden prüfen. Wichtig ist außerdem eine gültige Reisekrankenversicherung, die auch Höhenaufenthalte und mögliche medizinische Evakuierungen abdeckt.
- Zeitverschiebung: Bhutan liegt zeitlich vor Mitteleuropa. Der Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) bewegt sich in einer Größenordnung von mehreren Stunden. Da halb- und vollstündige Zeitverschiebungen in Südasien üblich sind und sich Sommerzeiten in Europa ändern können, empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die jeweils aktuelle Zeitdifferenz, etwa über offizielle Reisehinweise oder seriöse Zeitzonenübersichten.
Warum Paro Taktsang auf jede Paro-Reise gehört
Viele Bhutan-Reisende beschreiben den Besuch von Paro Taktsang als emotionalen Höhepunkt ihrer Reise. Das hat mehrere Gründe: Zunächst ist da die körperliche Herausforderung des Aufstiegs. Wer vom Parkplatz aus Schritt für Schritt den Hang hinaufsteigt, erlebt, wie der Blick auf das Tiger's Nest Kloster sich langsam verändert. Zunächst liegt es in weiter Ferne, dann erscheint es immer größer, bis man schließlich auf einer gegenüberliegenden Anhöhe steht und direkt auf die Gebäude blickt. Allein dieser Moment, wenn das Kloster zum Greifen nah scheint, aber noch von einem tieferen Taleinschnitt getrennt ist, zählt zu den ikonischen Bildern vieler Himalaya-Reisen.
Hinzu kommt die Atmosphäre im Kloster selbst. Weihrauch liegt in der Luft, Gläubige murmeln Mantras, butterlampen flackern in halbdunklen Räumen. Für Reisende aus einem weitgehend säkularen und christlich geprägten Deutschland ist das Eintauchen in den Vajrayana-Buddhismus Bhutans oft zugleich fremd und faszinierend. Reiseführer und kulturelle Einführungen empfehlen, sich vor dem Besuch kurz mit Grundbegriffen des Buddhismus, mit Figuren wie Guru Rinpoche und mit der Bedeutung von Mantras vertraut zu machen, um die Symbolik besser zu verstehen.
Auch die landschaftliche Einbindung macht Paro Taktsang zu einem besonderen Erlebnis. Das Kloster ist von Wald, Fels und steilen Hängen umgeben; in der Ferne öffnen sich Blicke ins Tal von Paro, das durch Felder und traditionelle Bauernhäuser geprägt ist. An klaren Tagen leuchten die Farben besonders intensiv. Wer nach dem Besuch wieder ins Tal blickt, nimmt die Geräusche der Stadt – Autohupen, Stimmen, Marktleben – ganz anders wahr. Der Kontrast zwischen dem heiligen Ort in der Höhe und dem Alltag im Tal ist für viele ein Kern der Erfahrung.
Ein weiterer Aspekt, der gerade für Reisende aus der DACH-Region wichtig ist, ist der Kontext des nachhaltigen Tourismus in Bhutan. Das Land verfolgt seit Jahren das Ziel, Qualität statt Masse anzuziehen und Einnahmen so zu nutzen, dass Bildung, Gesundheit und Kultur gefördert werden. Das Tiger's Nest Kloster ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein stark nachgefragtes Reiseziel eingebettet ist in ein Regelwerk aus Eintrittsbeschränkungen, Verhaltensregeln und Bewahrungsmaßnahmen. Für viele Besucherinnen und Besucher ist es faszinierend zu sehen, wie Bhutan versucht, zwischen Offenheit und Schutz zu balancieren.
In der Umgebung von Paro Taktsang gibt es zudem weitere Sehenswürdigkeiten, die sich oft in ein Gesamtprogramm einfügen. Dazu gehören der Paro Dzong – eine große Klosterfestung im Tal –, Museen zur Kulturgeschichte Bhutans und traditionelle Dörfer. Mancher Reiseverlauf kombiniert den Besuch des Tiger's Nest mit Fahrten in die Hauptstadt Thimphu, in das Punakha-Tal oder über Hochpässe mit Gebetsfahnen und Panoramablicken. Für Reisende aus Deutschland entsteht so ein Reisebild, das weit über ein einzelnes Fotomotiv hinausgeht.
Tiger's Nest Kloster in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Netzwerken gehört das Tiger's Nest Kloster zu den meistgeteilten Motiven Bhutans. Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok sind voll von Aufnahmen des Aufstiegs, der Aussicht von der Teestube und der dramatischen Silhouette der Felswand. Reisevideos zeigen häufig den Moment, wenn der erste Anblick des Klosters sich zwischen den Bäumen öffnet. Hashtags rund um Paro Taktsang stehen stellvertretend für eine Sehnsucht nach „Entschleunigung“, „Heiligtümern in der Höhe“ und „bewusstem Reisen“, die viele deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer anspricht.
Tiger's Nest Kloster — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Tiger's Nest Kloster
Wo liegt das Tiger's Nest Kloster genau?
Das Tiger's Nest Kloster, lokal Paro Taktsang genannt, liegt oberhalb des Paro-Tals im Westen Bhutans, in einer Felswand auf etwa 3.000 m Höhe. Der Zugang erfolgt über einen markierten Wanderweg, der vom Talboden aus in mehreren Serpentinen nach oben führt.
Wie alt ist Paro Taktsang und warum ist es so wichtig?
Die spirituellen Ursprünge gehen auf den im 8. Jahrhundert wirkenden Gelehrten Guru Rinpoche zurück, der der Überlieferung nach in einer Höhle an dieser Stelle meditierte. Die heute sichtbaren Klostergebäude stammen überwiegend aus dem 17. Jahrhundert und wurden später mehrfach restauriert, wodurch Paro Taktsang zu einem der bedeutendsten Pilgerorte des bhutanischen Buddhismus wurde.
Wie anstrengend ist der Aufstieg zum Tiger's Nest für Reisende aus Deutschland?
Der Aufstieg ist durchaus anspruchsvoll, da mehrere Hundert Höhenmeter überwunden werden und man sich in großer Höhe bewegt. Viele Reisende benötigen 2 bis 3 Stunden hinauf und etwa 1,5 bis 2 Stunden hinunter. Mit guter Grundkondition, festen Wanderschuhen, ausreichend Wasser und Pausen ist der Weg jedoch für viele Besucherinnen und Besucher gut zu bewältigen.
Kann man im Tiger's Nest Kloster fotografieren?
Im Außenbereich und entlang des Wanderwegs sind Fotos in der Regel erlaubt, jedoch sollten Pilger und Mönche nur mit deren Einverständnis fotografiert werden. In den meisten Innenräumen des Klosters ist Fotografieren verboten, um religiöse Praktiken und Kunstwerke zu schützen; auf entsprechende Hinweise des Klosterpersonals ist zu achten.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch von Paro Taktsang?
Als besonders geeignet gelten das Frühjahr und der Herbst, wenn die Sichtbedingungen gut und die Temperaturen angenehm für Wanderungen sind. In der Monsunzeit im Sommer ist mit Regen und rutschigen Wegen zu rechnen, während der Winter Schnee und Eis bringen kann, dafür aber oft ruhigere Besuchsbedingungen bietet.
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