Die drei dystopischen Zukunftsszenarien des Journalismus – und die Rückkehr der Elitepresse
13.02.2026 - 08:30:00Wien - Der Journalismus steht an einem historischen Wendepunkt. Der massive Job-Abbau bei einer der renommiertesten Zeitungen der Welt, der Washington Post, zeigt, wohin es geht. Nicht schleichend, sondern strukturell. Was sich heute in Stellenabbau, Redaktionszusammenlegungen und der Verdrängung investigativer Arbeit zeigt, ist der Beginn einer Rückkehr zu einem vormodernen Zustand der Presse: Information als hochbezahltes Privileg von wenigen, nicht als Gemeingut. Die Masse wird mit Fun und Viral-Content "bespielt". Es entsteht eine Brot- und Spiele Generation wie im alten Rom. Darum sind aktuelle Tendenzen, die in Amerika passieren, auch extrem relevant für Europa und Österreich. Ethik pro Austria sieht drei realistische Zukunftsszenarien für die kommenden zehn bis 20 Jahre – alle mit weitreichenden Folgen für Demokratie, Öffentlichkeit und Machtverteilung. https://www.ethikproaustria.at ( https://www.ethikproaustria.at )
Szenario 1: Der simulierte Pluralismus
Die Mehrheit der Bevölkerung wird über kostenlose, algorithmisch kuratierte Inhalte informiert. Nachrichten werden verkürzt, vereinfacht, emotionalisiert. KI generiert Inhalte in industriellem Maßstab, Plattformen bestimmen Sichtbarkeit.
Vielfalt wird suggeriert, während die Quellenbasis schrumpft.
Viele Meinungen, wenig Recherche.
Pluralismus wird zur Oberfläche – nicht zur Substanz.
Journalismus verkommt hier zum Content-Noise, zur Dauererregung ohne Erkenntnisgewinn. Das demokratische Korrektiv fällt aus.
Szenario 2: Der RĂĽckzug in den Elitenjournalismus
Parallel entsteht ein exklusiver Gegenraum: hochpreisige Abonnements, kleine Leserkreise, juristisch abgesicherte Langformate, investigativer Tiefgang. Zugang erhält, wer zahlen kann – oder dazugehört.
Dieses Modell ist historisch nicht neu.
So funktionierten Zeitungen in ihrer Frühphase: als Informationsmedien für Kaufleute, Machteliten, politische Entscheidungsträger.
Wahrheit wird wieder selektiv distribuiert.
Nicht geheim – aber faktisch unzugänglich.
Die Gesellschaft spaltet sich in Wissende und Informierte, in Analyse und Narrative.
Szenario 3: Der stiftungsgetragene Journalismus
Recherche überlebt dort, wo sie extern finanziert wird: durch Stiftungen, NGOs, Mäzene. Unabhängig von Klickzahlen – aber thematisch begrenzt. Fokus statt Breite, Haltung statt Öffentlichkeit. Und immer getragen vom Meinungsdiktat der Stiftung oder der Sponsoren. Mehr noch als heute durch große Werbepartner von Medien.
Ein kleiner Rettungsanker, aber kein Ersatz fĂĽr eine freie, breit getragene Presselandschaft.
Die bittere Konstante aller Szenarien – KI als Beschleuniger
Journalismus verliert seine Rolle als allgemeines demokratisches Korrektiv.
Nicht durch Zensur.
Nicht durch Diktatur.
Sondern durch viel gezielt gesteuertes Geld von Milliardären oder Staaten
Künstliche Intelligenz wirkt dabei nicht als Ursache, sondern als Beschleuniger. Sie macht Mittelmaß billig, Austauschbarkeit total und entzieht dem Journalismus seine ökonomische Basis – während PR, Narrative und Interessenkommunikation florieren.
ETHIK PRO AUSTRIA warnt vor Aushebelung der Demokratie durch Wenige
Eine Demokratie, in der relevante Information wieder zum Luxusgut wird, ist keine vollwertige Demokratie mehr. Sie wird gesteuert von der Meinung und von der finanziellen Potenz Weniger. Eine Öffentlichkeit ohne Recherche ist manipulierbar. Ein Journalismus ohne Breite wird elitär – oder belanglos und zum reinen Klick-Bait für die Massen.
Die Rückkehr der Elitepresse ist kein Zukunftsszenario. Sie hat bereits begonnen. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob dieser Wandel kommt – sondern wer sich Wahrheit künftig noch leisten kann. Und wie wir diese dystopische Zukunft stoppen können. Big Brother is watching you – right now!
Ethik pro Austria Alois Gmeiner, Präsident E-Mail: [email protected] Web: https://www.ethikproaustria.at
(Ende)
Aussender: Ethik pro Austria Ansprechpartner: Alois Gmeiner Tel.: +43 699 133 20 234 E-Mail: [email protected] Website: www.ethikproaustria.at
@ pressetext.de
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