Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Fake-Spedition soll Waren im Millionenwert abgezweigt haben

04.12.2025 - 15:10:10

20 Tonnen Milchprodukte, 380.000 Tafeln Schokolade, 23 Tonnen Stahl – wie Betrüger im Namen einer Bremer Spedition Millionenbeute gemacht haben sollen.

Unter falsche Flagge: Weil sie im Namen einer Bremer Spedition Waren im Millionenwert ergaunert haben sollen, stehen in Düsseldorf vier mutmaßliche Betrüger vor Gericht. Den vier 34- bis 63-jährigen Angeklagten aus Dortmund und Düsseldorf wird vorgeworfen, gewerbsmäßig und als Bande Betrug und Urkundenfälschung begangen zu haben. Nur einer der Angeklagten machte Angaben, die anderen schwiegen beim Prozessauftakt. 

Laut Anklage hatte sich die Bande mit den Daten einer Bremer Spedition Zugang zu einer Onlinefrachtbörse verschafft und mit Hilfe der leicht abgewandelten E-Mail-Adresse der Bremer Firma Transportaufträge angenommen. So hatten sie anstelle der «.de»-Endung die Endung «.com» verwendet. Den Kunden sollen sie vorgetäuscht haben, als Angestellte oder im Auftrag der bekannten Spedition zu handeln.

Abgeholt und umgeleitet

Die Waren seien dann bei den Versendern abgeholt, aber nie bei den Bestellern abgeliefert worden. Stattdessen seien die Güter zum Teil weit unter Preis verscherbelt worden, in den meisten Fällen an einen Restpostenkäufer in Hagen. 

«Abgerechnet wurde über die von einer weiteren Komplizin Mitte 2024 gegründeten Scheinfirma», so die Staatsanwältin. Auf diese Weise sollen in Neuss im Januar 20 Tonnen Milchprodukte im Wert von 80.000 Euro abgeholt und für weniger als die Hälfte an den Restpostenkäufer in Hagen verkauft worden sein.

Mit fünf Lkw angerückt

Wenige Tage später habe die Fake-Spedition in Neuss Molkereiprodukte und Fruchtsäfte im Wert von knapp 43.000 Euro abgeholt. Nur einen Tag danach soll die Bande in Mülheim/Ruhr mit fünf Lastwagen angerückt sein, um 380.000 Tafeln der Schokolade mit einem Einzelhandelswert von 1,1 Millionen Euro abzuzweigen. 

Auch 23 Tonnen Stahl, 33 Paletten Waschmittel und 19 Paletten Schimmelentferner seien mit der gleichen Masche ergaunert worden. Nur einer der vier Angeklagten wollte beim Prozessauftakt reden: Er habe lediglich Rechnungen für die Firma geschrieben und kenne keinen der anderen Angeklagten, sagte der 34-Jährige. Für den Prozess sind bis Anfang Februar acht weitere Verhandlungstage angesetzt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Tchibo unterliegt auch im zweiten Anlauf gegen Aldi Süd. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kommt zu einer anderen Einschätzung. Tchibo wirft Aldi Süd vor, Kaffee zu billig verkauft zu haben. (Wirtschaft, 10.02.2026 - 14:34) weiterlesen...

Sturz bei Radtour mit Kanzler: Charlotte Merz in Klinik. Warum sie Glück hatte und schnell wieder entlassen wurde. Nach einem Sturz bei einer Radtour mit ihrem Mann Friedrich Merz musste Charlotte Merz ins Krankenhaus. (Politik, 10.02.2026 - 13:25) weiterlesen...

Tchibo verliert Rechtsstreit gegen Aldi Süd. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kommt zu einer anderen Einschätzung. Tchibo wirft Aldi Süd vor, Kaffee zu billig verkauft zu haben. (Wirtschaft, 10.02.2026 - 12:13) weiterlesen...

Weltweit fünftwärmster Januar der Geschichte. Doch weltweit war der erste Monat des Jahres der fünftwärmste seit Beginn der Messungen. Teile Deutschlands hatten im Januar mit Schnee und Eis zu kämpfen. (Wissenschaft, 10.02.2026 - 04:00) weiterlesen...

Polizei: Keine Hinweise auf Mittäter des verdächtigen Kindes. Die Behörden mahnen, Abstand von Vorverurteilungen und falschen Verdächtigungen zu nehmen. Nach dem gewaltsamen Tod eines 14-Jährigen gibt es Spekulationen über mögliche Mittäter des Verdächtigen. (Unterhaltung, 09.02.2026 - 13:23) weiterlesen...

Prozess um weggesperrtes Kind: «böswillige Vernachlässigung». Ihre Mutter sitzt auf der Anklagebank in Siegen. Drastische Details werden nun im Gericht bekannt. Eine Achtjährige wird nach langer Isolation mit schweren Störungen aus einem Haus in NRW befreit. (Unterhaltung, 09.02.2026 - 12:56) weiterlesen...