Adidas wächst um zehn Prozent – Europa bleibt schwach
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAdidas steigert Gewinn und plant Europa-Erholung
- Adidas erhöhte den Umsatz in den ersten neun Monaten um zehn Prozent auf 20,587 Milliarden Euro.
- Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften lag bei 1,593 Milliarden Euro und damit 300 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
- FĂĽr das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro einschlieĂźlich 200 Millionen Euro Zollerstattung.
Adidas setzt auf Bekleidung und Europa-Erholung
Adidas will nach starken Geschäften außerhalb Europas zum Jahresende auch in seinem Heimatmarkt wieder deutlich wachsen. Der Sportartikelhersteller hob nach guten Ergebnissen in den ersten neun Monaten und einem Rekordquartal im dritten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr an.
Europa bleibt hinter anderen Regionen zurĂĽck
Im dritten Quartal sanken die Umsätze in Europa um vier Prozent. In den übrigen regionalen Märkten wuchsen sie dagegen um zweistellige Prozentsätze.
FĂĽr das vierte Quartal rechnet Adidas in Europa mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Dazu sollen unter anderem buchhalterische Effekte beitragen.
Bekleidung treibt das Lifestyle-Geschäft
In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um zehn Prozent auf insgesamt 20,587 Milliarden Euro. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftstätigkeiten erreichte 1,593 Milliarden Euro und lag damit 300 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
Die stärksten Zuwächse erzielte Adidas nach eigenen Angaben nicht bei Schuhen, sondern bei Bekleidung. Vorstandschef Bjørn Gulden sagte, neue Bekleidungskollektionen trieben das Lifestyle-Geschäft derzeit weltweit an.
Prognose steigt auf 2,5 Milliarden Euro
Für das Gesamtjahr erwartet Adidas ein Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von 2,5 Milliarden Euro. Darin enthalten ist auch eine Rückerstattung von US-Zöllen in Höhe von 200 Millionen Euro.
Adidas verbindet ein starkes internationales Geschäft mit einer regionalen Schwäche in Europa. Während der Umsatz im Heimatmarkt im dritten Quartal zurückging, legten andere Regionen zweistellig zu. Damit zeigt sich, dass die Erholung des Konzerns nicht gleichmäßig verläuft.
Besonders wichtig ist die Verschiebung innerhalb des Produktgeschäfts. Nach Angaben des Unternehmens treiben neue Bekleidungskollektionen derzeit vor allem das Lifestyle-Geschäft an. Das deutet auf eine stärkere Bedeutung von Mode, Design und Alltagsbekleidung neben dem klassischen Schuhgeschäft hin.
Europa bleibt der entscheidende PrĂĽfstein
Die erwartete Steigerung im vierten Quartal soll auch durch buchhalterische Effekte unterstĂĽtzt werden. FĂĽr die Beurteilung der operativen Entwicklung bleibt deshalb entscheidend, ob Adidas die Nachfrage in Europa nachhaltig beleben kann und nicht nur von Vergleichs- oder Bilanzierungseffekten profitiert.
Die angehobene Jahresprognose und die erwartete Erstattung von US-Zöllen verbessern die finanzielle Perspektive zusätzlich. Gleichzeitig machen die regional unterschiedlichen Ergebnisse deutlich, dass Adidas seine Wachstumsziele auf mehrere Märkte und Produktkategorien stützen muss.
