Adipositas-Therapie, Semaglutid-Tablette

Adipositas-Therapie: EU lässt Semaglutid-Tablette zu – 17% Gewichtsverlust

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EU-Kommission genehmigt orales Semaglutid gegen Adipositas. Zeitgleich fehlen in Ă–sterreich tausende Medikamente, besonders Psychopharmaka sind betroffen.

EU-Zulassung für orale Abnehmtablette: 17% Gewichtsverlust möglich
Hände eines Apothekers halten ein Smartphone mit einer digitalen Rezeptanzeige, im Hintergrund unscharfe Medikamentenregale. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleichzeitig fehlen in Österreich rund 74.000 Medikamentenpackungen – besonders betroffen: Psychopharmaka.

Neue Hoffnung bei Adipositas

Am 15. Juli 2026 gab die EU-Kommission grünes Licht für die orale Form des Wirkstoffs Semaglutid. Die Tablette in 25-mg-Dosierung ist ab sofort in allen 27 Mitgliedstaaten sowie im Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen. Klinische Studien zeigen: Patienten verlieren damit rund 17 Prozent ihres Gewichts.

Experten rechnen mit einer enormen Nachfrage. In anderen Märkten stieg die Nachfrage nach solchen Präparaten bereits kurz nach der Einführung massiv an.

Ebenfalls neu auf dem deutschen Markt: das Dexcom Flex System. Es handelt sich um ein kontinuierliches Glukose-Monitoring-System (CGM) für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes ohne intensivierte Insulintherapie. Die Glukosewerte werden in Echtzeit an eine App übertragen. Das klassische Fingerstechen soll damit seltener nötig sein. Die Kostenübernahme prüfen die Krankenkassen individuell.

Lieferengpässe: Jeder zehnte Bürger betroffen

Trotz dieser Fortschritte bleibt die Patientenversorgung angespannt. Aktuelle Daten aus Juli 2026 zeigen: Allein in Ă–sterreich fehlen rund 74.000 Medikamentenpackungen. Besonders dramatisch ist die Lage bei Arzneimitteln fĂĽr das Nervensystem. Rund 33 Prozent aller als lieferkritisch eingestuften Wirkstoffe betreffen Psychopharmaka.

Statistisch ist etwa jeder zehnte Bürger jährlich auf diese Medikamente angewiesen. Die genauen Hintergründe der Lieferprobleme bleiben unklar – das erschwert den Versorgungsalltag zusätzlich.

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Seit April 2025 gelten verschärfte Lagerpflichten: Die 400 umsatzstärksten Packungen müssen für vier Monate vorrätig gehalten werden. Ob das reicht, ist fraglich.

Sparpaket trifft Apotheken

Die schwarz-rote Koalition hat ein Sparpaket geschnürt. Grund: eine erwartete Finanzlücke von 18,8 Milliarden Euro für 2027. Ziel ist es, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent zu stabilisieren – aktuell liegt er bei 3,1 Prozent.

Das Paket sieht Ausgabenbremsen vor. Neben Kliniken und der Pharmabranche sind auch Apotheken betroffen. Die Kassenverbände sehen darin die Grundlage für stabile Beiträge in den kommenden zwei Jahren.

Komplex bleibt die Rechtslage bei Rabattmodellen. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt: Preisnachlässe beim Bezug von Medikamenten aus dem Ausland sind nur für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zulässig. Bei verschreibungspflichtigen Mitteln bleiben sie aufgrund der Preisvorschriften verboten.

Telemedizin auf dem Vormarsch

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Trotz aller Hürden gewinnt die digitale Transformation an Fahrt. Telemedizinische Anbieter wie TeleClinic melden starkes Wachstum – inzwischen auch bei Patienten über 65 Jahren. Insgesamt wurden bereits über vier Millionen Videosprechstunden durchgeführt.

In Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen liefen über 100.000 Behandlungen. 80 Prozent davon wurden komplett auf telemedizinischem Weg abgeschlossen. Das E-Rezept und digitale Versandwege gewinnen damit an Bedeutung – besonders wenn lokale Apotheken mit Engpässen oder Sparzwängen kämpfen.

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