Versicherer: SchÀden durch Starkregen könnten zunehmen
27.07.2023 - 07:03:09 | dpa.de
Starkregen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach Berechnungen der Versicherer bundesweit SchÀden in Höhe von 12,6 Milliarden Euro verursacht. Von 2002 bis 2021 wurde rechnerisch jedes zehnte Wohnhaus durch Starkregen beschÀdigt, mit Kosten von durchschnittlich 7600 Euro. Das teilte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit.
Versicherer und Meteorologen gleichermaĂen fĂŒrchten, dass sintflutartige RegenfĂ€lle in Zukunft hĂ€ufiger auftreten und damit auch die SchĂ€den weiter zunehmen werden.
Regionale Unterschiede bei SchÀden und Kosten
«Klimawandel bedeutet: Mehr Hitze, mehr DĂŒrre, aber auch mehr StĂŒrme und Starkregen», sagte GDV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jörg Asmussen. Die Zwanzig-Jahres-Schadenbilanz fĂ€llt regional sehr unterschiedlich aus: Am hĂ€ufigsten traf es demnach Berlin, wo die Hausbesitzer im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre fĂŒr gut jedes siebte Haus - 148 von 1000 WohngebĂ€uden - einen Schaden durch Starkregen meldeten.
Was die Kosten betrifft, liegt unter den BundeslÀndern Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 11.000 Euro an der Spitze - eine Folge der immensen SchÀden der Flutkatastrophe des Jahres 2021.
Warnung vor kĂŒnftigen Ereignissen
Auf kommunaler Ebene traf es Euskirchen in Nordrhein-Westfalen mit 590 SchĂ€den je 1000 WohngebĂ€uden und durchschnittlichen Reparaturkosten von ĂŒber 45.000 Euro am schwersten; auch dies ist laut GDV auf das damalige Sturmtief «Bernd» mit seinen Sturzfluten zurĂŒckzufĂŒhren. Am seltensten war Starkregen demnach in Bremen, wo im Schnitt lediglich 56 von 1000 HĂ€usern beschĂ€digt wurden.
Doch das bedeutet laut Deutschem Wetterdienst nicht, dass Hausbesitzer in bislang vergleichsweise selten getroffenen Regionen unbesorgt sein könnten. «Wir gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit fĂŒr ein extremes Ereignis, wie es 2021 den Westen Deutschlands getroffen hat, in Folge des Klimawandels bis zu neunmal höher ist», zitierte der Versicherungsverband die Meteorologin Katharina Lengfeld.
«Gegenden, die in den letzten 20 Jahren nur wenige SchĂ€den durch Starkregen erlebten, haben bislang einfach GlĂŒck gehabt.» Gegen ElementarschĂ€den versichert ist laut GDV nur gut die HĂ€lfte der Hausbesitzer.
Forderungen an die Politik
Die Zwanzig-Jahres-Bilanz des GDV birgt politischen ZĂŒndstoff. Denn angesichts der Zunahme extremer Wetterlagen stellte der GDV die Frage, ob die Versicherer langfristig alle Naturgefahren noch versichern können. «Wir mĂŒssen in Deutschland PrĂ€vention und Klimafolgenanpassung konsequent umsetzen», forderte Asmussen.
«Ansonsten könnten sich nach unseren SchĂ€tzungen allein infolge der KlimaschĂ€den innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre die PrĂ€mien fĂŒr WohngebĂ€udeversicherungen verdoppeln.» Von der Politik verlangte der GDV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer unter anderem einen Baustopp in Ăberschwemmungsgebieten und eine Verringerung der FlĂ€chenversiegelung.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

