WHO, Masern

WHO: Masern breiten sich weltweit stark aus

14.11.2024 - 19:07:09

Ärzte dachten, die gefĂ€hrliche Krankheit Masern fast im Griff zu haben, aber neue Daten zeigen eine erschreckende Entwicklung: Weltweit ist die Zahl der Infektionen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gestiegen, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-Gesundheitsbehörde CDC mit.

2023 lag die Zahl der FÀlle weltweit geschÀtzt bei 10,3 Millionen.

Fast 110.000 Menschen seien gestorben, die meisten davon Kinder unter fĂŒnf Jahren. Dies seien rund acht Prozent weniger als im Vorjahr gewesen. Der Grund: grĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche passierten 2023 in LĂ€ndern, in denen Kinder besser ernĂ€hrt waren und die Krankheit besser wegstecken konnten und in denen es eine bessere Gesundheitsversorgung gab.

Eine der ansteckendsten Krankheiten der Welt sei mit zwei Dosen Impfstoff zu vermeiden, hieß es. Aber im vergangenen Jahr hĂ€tten 22 Millionen Kinder ihre erste Impfdosis nicht erhalten. Weltweit hĂ€tten 83 Prozent der Kinder eine erste Dosis erhalten, aber nur 74 Prozent eine zweite. Wenn in jedem Land in jeder Region und Gruppe 95 Prozent der Kinder geimpft sind, könnten AusbrĂŒche verhindert werden.

Bei einer Masern-Ansteckung zeigen sich meist erst Fieber, Lichtscheue und EntzĂŒndungen der Schleimhaut im Mund, anschließend auch ein Hautausschlag. Die meisten FĂ€lle heilen ohne bleibende Folgen, aber es besteht die Gefahr von Hirn-, Lungen- und MittelohrentzĂŒndung, die bleibende SchĂ€den und den Tod verursachen können.

"Masernimpfungen haben mehr Leben gerettet als jeder andere Impfstoff der vergangenen 50 Jahre", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach WHO-Angaben wurden zwischen den Jahren 2000 und 2020 wegen der Impfungen rund 57 Millionen TodesfĂ€lle verhindert. Es mĂŒsse mehr dafĂŒr getan werden, dass alle Kinder ĂŒberall auf der Welt geimpft werden, so Tedros.

57 LĂ€nder hĂ€tten 2023 AusbrĂŒche gemeldet, fast die HĂ€lfte davon in Afrika, teilten WHO und CDC weiter mit. Kinder verpassen unter anderem ihre Impfungen, wenn die Familien vor Gewalt und Konflikten auf der Flucht sind. Die Zahl der Konflikte und der Vertriebenen weltweit wĂ€chst seit Jahren.

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut seit 2023 "und insbesondere seit Januar 2024" einen Anstieg der MasernfÀlle beobachtet. Sie lagen aber noch deutlich unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Vom 1. Januar 2023 bis zum 15. MÀrz 2024 wurden 94 FÀlle gemeldet, 2019 waren es 516. Mit dem weltweiten Anstieg könnten Infektionen auch wieder zunehmend nach Deutschland importiert werden, warnte das RKI im MÀrz.

@ dpa.de