AI Act: EU verschÀrft Strafen bis 35 Millionen Euro ab August
Veröffentlicht am: 19.06.2026 um 06:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juni 2026 umfassende Ănderungen am AI Act beschlossen. Das âKI-Omnibusâ-Paket soll BĂŒrokratie abbauen und Innovationen fördern â aber auch die Strafen verschĂ€rfen.
Fristen verschieben sich â aber nicht alle
FĂŒr Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III gilt jetzt eine Compliance-Frist bis zum 2. Dezember 2027. Eingebettete Systeme nach Anhang I mĂŒssen bis zum 2. August 2028 nachgerĂŒstet sein.
Anzeige: Bereits ab August 2026 drohen BuĂgelder bis 35 Mio. Euro fĂŒr VerstöĂe gegen den AI Act. Unternehmen, die jetzt keine KI-Inventur und Risikoanalyse vorlegen, riskieren existenzielle Strafen. Unser Report liefert die vollstĂ€ndige Fristen-Checkliste und eine DSFA-Vorlage fĂŒr Ihre KI-Systeme. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Doch Unternehmen sollten nicht aufatmen: Bereits ab dem 2. August 2026 greifen strikte Anforderungen fĂŒr bestimmte Hochrisiko-Systeme und umfassende Transparenzpflichten. Bis dahin mĂŒssen Firmen eine vollstĂ€ndige Inventur ihrer KI-Anwendungen und eine Risikoanalyse vorlegen.
Wer zu spĂ€t kommt, zahlt drauf: BuĂgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Ab Dezember 2026 kommen Verbote fĂŒr KI-generierte sexuelle Deepfakes und eine Wasserzeichen-Pflicht fĂŒr bestimmte KI-Inhalte hinzu.
DSFA bleibt die HĂŒrde Nr. 1
UnabhĂ€ngig vom AI Act fordert die DSGVO weiterhin Datenschutz-FolgenabschĂ€tzungen (DSFA) nach Artikel 35. Pflichtig wird eine DSFA immer dann, wenn KI ein hohes Risiko fĂŒr die Rechte natĂŒrlicher Personen birgt â etwa bei KI-Scoring, Ăberwachung öffentlicher Bereiche oder der Verarbeitung sensibler Daten nach Artikel 9.
Der Aufwand? Ein bis drei Beratertage pro PrĂŒfung, schĂ€tzen Experten. Das Risiko bei Nichtbeachtung: BuĂgelder bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. ZusĂ€tzlich verlangt Artikel 27 des AI Acts fĂŒr Betreiber von Hochrisiko-KI eine Grundrechte-FolgenabschĂ€tzung.
Transkription und Personalwesen: Besondere Fallstricke
Ein aktueller Leitfaden des LfDI Baden-WĂŒrttemberg zeigt, wie konkret die Anforderungen werden. Beispiel KI-basierte Transkription von Videokonferenzen: Eine DSFA ist hier eher Regel als Ausnahme. Unternehmen mĂŒssen wĂ€hrend der Sitzung Transparenzhinweise geben, ein Löschkonzept vorlegen und Zugriffsrechte nach dem âNeed-to-knowâ-Prinzip vergeben. Menschliche Kontrolle der Ergebnisse und ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Dienstleister sind Pflicht.
Besonders heikel bleibt der KI-Einsatz im Personalwesen. Systeme zur automatischen Bewerberbewertung oder emotionalen Erkennung stuft die EU entweder als verboten oder hochriskant ein. Automatisierte Entscheidungen mit Rechtswirkung sind nach Artikel 22 DSGVO meist unzulĂ€ssig. Sobald KI als Entscheidungshilfe dient â etwa beim Bewerber-Ranking â ist eine DSFA zwingend.
Anzeige: Ihre KI-Systeme im Personalwesen oder bei Scoring-Verfahren sind besonders gefĂ€hrdet: Bereits ab August 2026 greifen die neuen Transparenzpflichten. Ohne DSFA drohen BuĂgelder bis 20 Mio. Euro allein nach DSGVO. Unser Report zeigt, wie Sie Ihre Hochrisiko-KI rechtzeitig compliant machen â mit konkreten MaĂnahmen und einer Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung. KI-Compliance-Report jetzt sichern
KI hilft bei der Compliance
Kein Wunder, dass Unternehmen auf KI-gestĂŒtzte Governance-Lösungen setzen. Der Markt wĂ€chst rasant: Analysten prognostizieren bis 2030 ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Tools wie der KI-Assistent von caralegal helfen, Verzeichnisse von VerarbeitungstĂ€tigkeiten und DSFAs strukturiert aufzubereiten.
Technisch setzen viele auf DatensouverĂ€nitĂ€t. Anbieter wie amaiko oder meinGPT versprechen Betrieb auf deutschen Servern und DSGVO-KonformitĂ€t. Neben VerschlĂŒsselung und Zugriffskontrollen bleibt die Schulung der Mitarbeiter entscheidend. Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-VO gilt bereits seit Februar 2025 â und verlangt, dass alle BeschĂ€ftigten Funktionsweise und Risiken der eingesetzten Werkzeuge verstehen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
