AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte ab 2. August
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern Meta hat den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-Inhalten unterzeichnet. Die freiwillige Selbstverpflichtung bereitet das Unternehmen auf die verbindlichen Regeln des EU AI Acts vor, die am 2. August in Kraft treten.
Verbindliche Kennzeichnungspflicht ab August
Mit der Unterschrift verpflichtet sich Meta, KI-generierte Medien systematischer zu kennzeichnen und technische Standards zu fördern. Der Schritt erfolgt unmittelbar vor der Wirksamkeit von Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung.
Ab dem 2. August müssen Betreiber von KI-Systemen Deepfakes und andere KI-Inhalte eindeutig markieren. Auch Chatbots müssen künftig klar machen, dass Nutzer mit einer Maschine kommunizieren. Für bestehende KI-Anwendungen gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember.
Die Strafen für Verstöße sind happig: Bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen. Ausgenommen sind lediglich künstlerische, satirische oder redaktionell geprüfte Werke.
Die neuen Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte sind nur ein Teil der komplexen Anforderungen, die der EU AI Act an moderne Unternehmen stellt. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den nötigen Überblick über alle relevanten Fristen und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Metas Weg zum „AI Info“-Label
Meta hat bereits eigene Maßnahmen umgesetzt. Seit Frühjahr 2024 nutzt der Konzern auf Instagram und Facebook das Label „AI Info“. Es ersetzte die frühere Version „Made with AI“, die laut Unternehmensangaben für Verwirrung gesorgt hatte. Aktuell testet Meta erweiterte Label-Varianten auf Instagram.
Technisch setzt der Konzern auf die Zusammenarbeit mit der Partnership on AI und der C2PA. Ziel sind maschinenlesbare Markierungen wie digitale Wasserzeichen oder Metadaten, die plattformübergreifend Bestand haben. Eine Forschungs-Demo zeigt zudem ein Werkzeug zur Erkennung von Bildern aus der hauseigenen Meta AI.
Während große Plattformen bereits reagieren, müssen viele Unternehmen erst noch klären, ob ihre eingesetzten KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden. Ein kostenloser Experten-Report hilft Ihnen dabei, die rechtlichen Pflichten der neuen EU-Verordnung rechtzeitig zu erfüllen. Gratis-Report zur KI-Verordnung herunterladen
Branche zieht mit – doch Hürden bleiben
Neben Meta haben auch Google und OpenAI den Kodex unterzeichnet. Branchenberichten zufolge hat TikTok bereits über drei Milliarden Beiträge mit KI-Kennzeichnungen versehen. Trotz der breiten Unterstützung warnt Meta vor Überregulierung und fordert praktikable, interoperable Lösungen.
Experten sehen jedoch weiter Herausforderungen: Digitale Wasserzeichen sind technisch oft entfernbar, zudem fehlen einheitliche Industriestandards für alle Medientypen. Der EU-Verhaltenskodex soll als dynamischer Rahmen dienen – in Zusammenarbeit mit dem neuen EU-KI-Amt sollen die technischen Hürden Stück für Stück abgebaut werden.
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