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Treffen 'mit krÀftigem HÀndedruck'? ZollgesprÀche in London

09.06.2025 - 17:09:06

(aktualisierte Fassung)LONDON/PEKING - Mit neuen HandelsgesprÀchen wollen China und die USA einer Lösung in ihrem erbitterten Zollstreit nÀherkommen.

(aktualisierte Fassung)

LONDON/PEKING (dpa-AFX) - Mit neuen HandelsgesprÀchen wollen China und die USA einer Lösung in ihrem erbitterten Zollstreit nÀherkommen. Vertreter beider Seiten trafen sich zu Verhandlungen in London, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Der Wirtschaftsberater von US-PrÀsident Donald Trump rechnet mit einem raschen Durchbruch. "Ich gehe davon aus, dass es ein kurzes Treffen mit einem krÀftigen HÀndedruck wird", sagte Kevin Hassett dem Sender CNBC.

In London stehen demnach weniger die gegenseitigen Zölle, sondern die chinesischen ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden im Fokus. Ziel sei eine grundsĂ€tzliche Einigung in dieser Frage, sagte Hassett. Die Volksrepublik kontrolliere rund 90 Prozent des globalen Markts fĂŒr diese Rohstoffe sowie fĂŒr spezielle Magnetmaterialien. Die US-Regierung nehme an, dass Peking die AusfuhrbeschrĂ€nkungen nach einer Einigung rasch lockere. Im Gegenzug wĂŒrden auch die USA ihre Exportkontrollen zurĂŒckfahren.

Wie drastisch die Konsequenzen des Streits bereits sind, zeigen neue Zahlen des chinesischen Zolls: Demnach brach der Handel zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Erde im Mai ein.

Wer spricht mit wem wo ĂŒber was?

Es wurde nicht ausgeschlossen, dass die GesprĂ€che in London an diesem Dienstag fortgesetzt werden. FĂŒr China nimmt Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng teil. FĂŒr die USA hatte PrĂ€sident Donald Trump im Vorfeld der GesprĂ€che angekĂŒndigt, dass unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent Teil der Delegation sei.

Trump zufolge geht es darum, Feinheiten der gemeinsamen Handelsvereinbarung zu besprechen. Allerdings dĂŒrften Exportkontrollen auf Rohstoffe seitens China beziehungsweise BeschrĂ€nkungen auf den Verkauf wichtiger Technologie seitens der USA nach China im Mittelpunkt stehen.

Wie sich der Handel entwickelt hat

Wie aus den Mitteilungen der Behörde in Peking hervorging, sanken Aus- und Einfuhren im Handel mit den USA wie schon im April deutlich. Im Mai gingen die Exporte in US-Dollar berechnet demnach um 34,5 Prozent verglichen mit Mai 2024 zurĂŒck, wĂ€hrend die Importe um 18,1 Prozent verloren.

Insgesamt konnte Chinas Wirtschaft dank gestiegener Exporte in andere Regionen, darunter auch Deutschland, im Mai jedoch ihre Ausfuhren erhöhen.

Themen auf der Agenda

China und die USA hatten Mitte Mai in Genf erstmals seit der Eskalation im Zollstreit miteinander gesprochen. Damals vereinbarten beide Seiten, ihre Zölle vorĂŒbergehend fĂŒr 90 Tage deutlich zu senken. US-PrĂ€sident Trump hatte im April die AufschlĂ€ge auf Waren aus China auf bis zu 145 Prozent erhöht. Peking zog mit Gegenzöllen auf Importe aus den USA auf 125 Prozent nach und verhĂ€ngte Exportkontrollen, unter anderem auf bestimmte seltene Erden.

Dabei handelt es sich um Rohstoffe, welche die Industrie zum Beispiel fĂŒr Elektromotoren und Sensoren braucht. China dominiert den Weltmarkt dafĂŒr, weshalb die ExportbeschrĂ€nkungen bei Unternehmen weltweit Besorgnis ausgelöst hatten.

Peking wiederum könnte die US-BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Verkauf wichtiger Technologieprodukte an China ansprechen. Die Volksrepublik ist etwa bei Computerchips oder wichtigen Bauteilen in der Luftfahrtindustrie immer noch vom Ausland abhĂ€ngig.

Ebnet ein Telefonat den Weg?

US-PrĂ€sident Trump und der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten das Treffen am Donnerstag in einem Telefonat vereinbart. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte im US-Fernsehen, China mĂŒsse seine Seite der Vereinbarung einhalten. Damit könnte der Weg fĂŒr ein umfassenderes Abkommen bereitet werden.

China hatte sich nach dem Telefonat der Staatschefs eher zurĂŒckhaltend geĂ€ußert und die USA ermahnt, sich an die gegenseitigen Absprachen des Abkommens zu halten. Die US-Seite solle die erzielten Fortschritte objektiv bewerten und ihre negativen Maßnahmen gegen China zurĂŒcknehmen, forderte Peking.

Auswirkungen auf Weltwirtschaft

Der Handelskonflikt der beiden Staaten hĂ€lt die Weltwirtschaft in Atem. Trump fĂ€hrt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegen China. Trotz der getroffenen Vereinbarung ĂŒber eine Zollpause in Genf wurde der Ton zuletzt wieder rauer - und die zugrundeliegenden Meinungsverschiedenheiten sind keineswegs gelöst.

Die USA importieren deutlich mehr Waren, als sie exportieren. China hingegen treibt seinen Wirtschaftsmotor mit Ausfuhren an und importiert - auch wegen der schwachen Nachfrage in der Volksrepublik- wenig. Trump will dieses Handelsdefizit mit Hilfe höherer Zöllesenken und damit auch die heimische Produktion stĂ€rken. Viele Volkswirte warnen jedoch, dass Trumps zusĂ€tzliche ImportgebĂŒhren in den USA mittelfristig zu höheren Preisen und weniger Wachstum fĂŒhren dĂŒrften.

Trumps Problem: Handelsdefizit mit China

Die USA exportierten 2024 nach Regierungsangaben Waren im Wert von gut 143 Milliarden US-Dollar nach China, im Gegenzug kamen von dort Waren im Wert von 439 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von knapp 300 Milliarden Dollar.

Trump hat "Zölle" wiederholt als sein Lieblingswort bezeichnet. Er hat zahlreiche zusĂ€tzliche ImportgebĂŒhren angekĂŒndigt, angedroht oder schon umgesetzt. Neben einer neuen Strafabgabe in Höhe von zehn Prozent des Warenwerts auf fast alle Importe hat er auch spezifische, höhere Zölle auf Einfuhren vieler LĂ€nder angekĂŒndigt. Davon sind auch große Handelspartner wie China und die EU betroffen.

@ dpa.de

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