ROUNDUP, Rechentricks

Keine Rechentricks bei der Rente

01.04.2025 - 15:26:35

(Aktualisierung: ErgÀnzt um ErklÀrung des DGB-Vorstands am Ende des Texts.)BERLIN - DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt vor "Rechentricks" bei der Sicherung des Rentenniveaus.

(Aktualisierung: ErgÀnzt um ErklÀrung des DGB-Vorstands am Ende des Texts.)

BERLIN (dpa-AFX) - DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt vor "Rechentricks" bei der Sicherung des Rentenniveaus. "Wer herzzerreißende Worte fĂŒr die Anerkennung der Leistungen aller MĂŒtter findet, sollte nicht zugleich eine RentenkĂŒrzung fĂŒr alle zukĂŒnftigen Rentnerinnen und Rentner vorschlagen", sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. Auch die amtierende Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek kĂŒndigte Widerstand gegen Einschnitte bei der Rente an.

Beide bezogen sich auf einen Vorschlag von CDU/CSU aus den KoalitionsgesprĂ€chen mit der SPD. Demnach könnten als Grundlage fĂŒr die sogenannte Standardrente nicht mehr 45 Beitragsjahre angesetzt werden, sondern 47 Jahre - es mĂŒsste also fĂŒr dasselbe Rentenniveau lĂ€nger eingezahlt werden. "Die Renten sehen dann auf dem Papier stabil aus, aber der Schein trĂŒgt", kritisierte Fahimi. Stattdessen mĂŒsse mit einer Ausbildungsoffensive und gezielter Zuwanderung die Zahl der Beitragszahler erhöht werden.

"Angriff auf den Sozialstaat"

Reichinnek erklĂ€rte: "Eine VerlĂ€ngerung der Beitragsjahre um zwei Jahre ist nichts anderes als eine RentenkĂŒrzung. Das ist ein Angriff auf den Sozialstaat, dem wir uns als Linke mit aller Entschiedenheit entgegenstellen werden."

Noch haben sich Union und SPD aber nicht festgelegt. Die SPD setzt sich dafĂŒr ein, das heutige Rentenniveau von 48 Prozent ohne Änderung der Berechnungsgrundlage zu erhalten. In dem Fall könnten die BeitragssĂ€tze etwas stĂ€rker steigen, als dies wegen der Alterung der Gesellschaft ohnehin erwartet wird.

DGB-Vorstand warnt vor Schieflage

Der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds warnte insgesamt vor einer Schieflage bei der kĂŒnftigen Regierungspolitik. Höhere Eigenanteile bei Gesundheit und Pflege lehne der DGB ab. Bei der Steuer mĂŒssten untere und mittlere Einkommen entlastet und hohe Vermögen ĂŒber eine Vermögensabgabe und eine Vermögenssteuer herangezogen werden.

Wichtig ist dem Gewerkschaftsbund eine grĂ¶ĂŸere Tarifbindung. "Die neue Bundesregierung muss das Bundestariftreuegesetz umgehend auf den Weg bringen und sicherstellen, dass Vergabe- und Ansiedlungspolitik sozial nachhaltig gestaltet werden", heißt es in einer ErklĂ€rung des DGB-Vorstands.

@ dpa.de