ROUNDUP, Alarmstarts

Alarmstarts in RumÀnien - Russische Drohnen verletzten Nato-Luftraum

14.12.2023 - 13:06:30

Alarm an der SĂŒdostflanke der Nato: Das russische MilitĂ€r hat in der Nacht zum Donnerstag den Luftraum ĂŒber RumĂ€nien mit Drohnen verletzt und damit deutsche und rumĂ€nische Kampfflugzeuge auf den Plan gerufen.

Dabei wurden russische Luftfahrzeuge nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von den Besatzungen auch durch Sichtkontakt identifiziert, ohne dass von der Nato ein Befehl zum Abschuss erfolgte.

Bei der Angriffswelle auf Ziele in der Ukraine wurden demnach bis zu 70 russische Drohnen des Typs Shahed 136 registriert, von denen eine nach vorlĂ€ufigen Erkenntnissen auch ĂŒber dem Luftraum RumĂ€niens explodiert ist. Diese Waffen können einen bis zu 60 Kilogramm schweren Sprengkopf tragen und werden - auch wegen ihrer mangelhaften PrĂ€zision - oftmals in SchwĂ€rmen eingesetzt.

Das rumÀnische Verteidigungsministerium meldete am Donnerstag einen Bombenkrater von 1,5 Meter Tiefe im Donaudelta nahe des rumÀnischen Dorfs Grindu, 6,5 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und in unbewohntem Gebiet. Der Ort liegt direkt am Donauufer, an einem Knie, wo beide Flussufer noch auf rumÀnischem Territorium sind.

Bislang hatte eine als sehr genaue bezeichnete Analyse der anderen ZwischenfĂ€lle gezeigt, dass diese von russischer Seite wohl nicht beabsichtigt waren. Es ist nun aber der inzwischen fĂŒnfte Vorfall dieser Art, der publik wird, und der bisher am weitesten westlich gelegene Einschlag. Das Gebiet befindet sich in der NĂ€he des DreilĂ€nderecks Ukraine-Moldau-RumĂ€nien. Die ukrainische Luftwaffe hat eigenen Angaben nach in der Nacht 41 von 42 russischen Kampfdrohnen mehrheitlich ĂŒber dem an RumĂ€nien grenzenden Gebiet Odessa abgeschossen.

Der russische Angriff auf Ziele in der Ukraine in dem Grenzgebiet wurde von den Nato-MilitĂ€rs von 21.42 Uhr deutscher Zeit an bemerkt und in einem multinational besetzten Gefechtsstand zur FĂŒhrung von LuftstreitkrĂ€ften der Nato ("Combined Air Operations Centre") verfolgt. Demnach erging um 22.02 Uhr der Befehl zu einem Alarmstart ("Alpha Scramble"), um 22.11 Uhr waren die bewaffneten deutschen Eurofighter in der Luft. RumĂ€nien ließ F-16-Kampfjets vom östlichen LuftwaffenstĂŒtzpunkt Fetesti aufsteigen. Nach Angaben des rumĂ€nischen MilitĂ€r zog sich der Einsatzzeitraum bis um 2.00 Uhr am Freitag.

Die Luftwaffe beteiligt sich derzeit mit vier Kampfflugzeugen und bewaffneten SchutzflĂŒgen von dem rumĂ€nischen MilitĂ€rflugplatz Mihail Kogalniceanu bei Constanta an der Sicherung der SĂŒdostflanke der Nato. Der Einsatz hilft dem Nato-Partner mit militĂ€rischen FĂ€higkeiten, die dieser nicht ausreichend selbst hat. Auf dem Flugplatz sind dazu etwa 150 MĂ€nner und Frauen der Bundeswehr, die ihre FĂ€higkeiten Anfang des Monats öffentlich demonstriert hatten.

Der Raum ist geografisch eng und der Ukraine-Krieg findet aus fliegerischer Sicht praktisch in Sichtweite statt, wie dabei deutlich wurde. So sind es von dem MilitĂ€rflugplatz Mihail Kogalniceanu bis an die ukrainische Grenze fĂŒnf bis acht Flugminuten. Ganz nah ist auch die SchwarzmeerkĂŒste. Dort beginnt die rumĂ€nische Zwölf-Meilen-Zone bis zum internationalen Luftraum, der auch von russischen MilitĂ€rflugzeugen genutzt wird.

"Wir sind sehr nahe", sagt der KontingentfĂŒhrer Oberstleutnant Markus Kuchenbaur in der vergangenen Woche auf dem Fliegerhorst vor Journalisten. Neben Flugzeugen des Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke" und Fachleuten einer Flugabwehrraketentruppe sind auch Soldaten des Objektschutzregimentes "Friesland" der Luftwaffe auf dem Flugplatz. Kuchenbaur sagte: "Meine Piloten sind instruiert, defensiv zu agieren." So verlassen die deutschen Piloten mit ihren Eurofightern die Zwölf-Meilen-Zone vor der rumĂ€nischen KĂŒste nicht, wurde erklĂ€rt, fliegen also nicht weiter in Richtung des Konfliktgebietes und signalisieren damit einen Verteidigungsauftrag.

@ dpa.de