BrieftrÀger, Post

Es gibt immer weniger klassische BrieftrÀger

07.12.2024 - 05:15:35

Allzu effizient ist das nicht: Die Post schickt zwei unterschiedliche Mitarbeiter separat voneinander zur selben HaustĂŒr - der eine bringt Briefe, der andere Pakete. Doch das Ă€ndert sich allmĂ€hlich.

Die Post setzt bei der Zustellung von Briefen immer weniger auf klassische BrieftrÀger. Stattdessen gewinnt die sogenannte Verbundzustellung an Bedeutung, wie der Bonner Logistiker auf Anfrage mitteilte. Hierbei liefert der Zusteller sowohl Briefe als auch Pakete aus. Bereits 68 Prozent aller Sendungen stellt die Post derzeit schon auf diese Art und Weise zu, Tendenz steigend. 2020 lag der Anteil noch 57 Prozent und 2023 bei 65 Prozent. Bis 2030 soll der Anteil bei 90 Prozent liegen, und 2035 soll die Umstellung weitgehend abgeschlossen sein.

Hintergrund des allmÀhlichen Abschieds vom reinen BrieftrÀger ist der Strukturwandel in der Branche: Im Digitalzeitalter verschicken die Verbraucher und Firmen immer weniger Briefe, weil sie stattdessen auf digitale Kommunikation setzen. WÀhrend die Briefmenge sinkt, zieht die Paketmenge an. Das liegt am boomenden Online-Handel - anstatt einkaufen zu gehen, bestellen viele Menschen lieber daheim und lassen sich die Ware zuschicken.

Weniger Briefe im GepÀck, aber mehr Pakete

Der Konzern DHL, dessen nationales BriefgeschĂ€ft Deutsche Post heißt, sieht die Verbundzustellung auch als eine Art Arbeitsplatzsicherung: «Die BeschĂ€ftigung in der Zustellung wird zukunftsfĂ€hig gemacht, weil die Auslastung der Zusteller hoch bleibt - sie haben zwar immer weniger Briefe dabei, dafĂŒr aber immer mehr Pakete», sagt ein Post-Sprecher. 

Wann stellt der letzte klassische BrieftrĂ€ger seinen Dienst ein? So eine Prognose sei angesichts des dynamischen Strukturwandels in der Logistikbranche schwierig, sagt der Firmensprecher. «In großen Metropolregionen wird es auch nach 2035 wohl noch vereinzelt reine Briefzusteller geben.»

@ dpa.de