Orban-Reise, Putin

Nach Orban-Reise zu Putin: Schweden schickt keine Minister nach: Ungarn

11.07.2024 - 17:37:36

Als Reaktion auf die AlleingĂ€nge von Ungarns Regierungschef Viktor Orban zu Beginn der EU-RatsprĂ€sidentschaft seines Landes will Schweden vorĂŒbergehend keine Ministerinnen und Minister zu Treffen nach Ungarn schicken.

Das ungarische Vorgehen sei schĂ€dlich und mĂŒsse Konsequenzen nach sich ziehen, erklĂ€rte Schwedens derzeitige EU-Ministerin und designierte EU-Kommissarin Jessika Roswall. Schweden werde sich daher im Juli lediglich auf Beamtenebene an informellen Treffen in Ungarn beteiligen.

Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen wollen Roswalls Angaben zufolge Ă€hnlich auf das ungarische Vorgehen reagieren. Auch in weiteren LĂ€ndern laufen demnach Diskussionen darĂŒber.

Orban war zuletzt ohne Absprache mit BrĂŒssel ĂŒberraschend zu Kremlchef Wladimir Putin nach Moskau gereist und hatte dafĂŒr deutliche Kritik aus der EU geerntet. Schwedens MinisterprĂ€sident Ulf Kristersson hatte die Reise bereits kurz Bekanntwerden als "verantwortungslos und illoyal" kritisiert. Nun legte er noch einmal nach: Orban missbrauche die EU-RatsprĂ€sidentschaft und kidnappe sie fĂŒr seine eigenen Zwecke, sagte Kristersson am Rande des Nato-Gipfels in Washington.

Ungarn hat seit Anfang Juli die EU-RatsprĂ€sidentschaft inne, die turnusmĂ€ĂŸig alle sechs Monate zwischen den 27 EU-Mitgliedstaaten wechselt. Das bedeutet auch, dass Ungarn eine Reihe von informellen Ministertreffen in Budapest abhalten wird. Dabei kommen in der Regel die jeweiligen Ressortchefs aus den einzelnen LĂ€ndern zusammen.

@ dpa.de