Altersvorsorgedepot, Regeln

Altersvorsorgedepot: Neue Regeln für Millionen Sparer ab Januar

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das neue Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente und lockt mit gestaffelten Zulagen sowie steuerfreien Umschichtungen für Anleger.

Altersvorsorgedepot 2027: Neue Riester-Nachfolge mit Steuervorteilen
Eine Person betrachtet aufmerksam ein Tablet mit Finanzdiagrammen, im Hintergrund eine moderne Büroumgebung und Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Reform setzt auf mehr Kapitalmarktorientierung und steuerliche Anreize. Vor allem Gutverdiener dürften profitieren.

Gestaffelte Zulagen locken

Das neue Fördermodell kombiniert direkte Zuschüsse mit Steuervorteilen. Wer bis zu 360 Euro einzahlt, bekommt 50 Prozent vom Staat dazu. Für Beiträge zwischen 361 und 1.800 Euro gibt es 25 Prozent Förderung – maximal 540 Euro pro Jahr.

Für Besserverdiener lohnt sich der Steuereffekt besonders. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sind 443 Euro Erstattung drin. Liegt der Satz bei 50 Prozent, steigt der Vorteil auf bis zu 630 Euro.

Praktisch: Anleger dürfen „übersparen". Möglich sind bis zu zwei Verträge mit je 6.840 Euro – macht maximal 14.040 Euro jährlich. Der ungeförderte Anteil kann dabei auf 11.880 Euro pro Jahr klettern.

Steuerfreie Umschichtungen und Renditechancen

Ein dicker Vorteil gegenüber alten Modellen: In der Ansparphase fällt keine Vorabpauschale an. Umschichtungen im Depot bleiben steuerfrei. Das begünstigt langfristige Zinseszinseffekte.

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Experten halten bei 6,5 Prozent Rendite über 30 Jahre ein Endkapital von über 1,3 Millionen Euro für realistisch. Der Vergleich mit staatlich verwalteten Geldern spricht fürs eigene Depot: Die Bundesbank erzielte mit Sondervermögen zwischen 1999 und 2023 nur 4,8 Prozent pro Jahr. Der MSCI World brachte es im selben Zeitraum auf 9,9 Prozent. Und der Staatsfonds Kenfo legte im ersten Halbjahr 2026 um 7,9 Prozent zu – nach 6,2 Prozent im Jahr 2025.

Besteuerung im Ruhestand

In der Auszahlungsphase unterscheidet der Fiskus zwischen geförderten und ungeförderten Anteilen. Staatlich geförderte Beiträge werden mit dem vollen Einkommensteuersatz besteuert. Beim ungeförderten Teil greift das Halbeinkünfteverfahren – oder ein Steuersatz zwischen 17 und 18 Prozent.

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Erste Anbieter stehen in den Startlöchern

Trade Republic hat bereits angekündigt, Anfang 2027 ein Altersvorsorgedepot anzubieten. CEO Christian Hecker betont, man kämpfe seit einem Jahrzehnt gegen die Rentenlücke. Konkrete Gebühren nennen die meisten Anbieter aber noch nicht.

Parallel dazu treibt die Bundesregierung die Kapitalrente voran. Sie soll ab 2028 schrittweise kommen – startet mit 0,5 Prozent des Bruttolohns und steigt bis 2031 auf den vollen Satz von einem Prozent. Das entspricht rund 30 Milliarden Euro jährlich.

Fachverbände wie die Deutsche Aktuarvereinigung und das Institut der Versicherungsmathematischen Sachverständigen mahnen unterdessen eine präzisere Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung an. Zwar ist die bAV für zwei Drittel der Unternehmen ein zentrales Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte. Doch Experten weisen auf Umsetzungsrisiken hin und fordern eine renditeorientierte Ausgestaltung der neuen Kapitalrente.

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