Beschwerden, Telefonwerbung

Weniger Beschwerden ĂŒber unerlaubte Telefonwerbung

19.01.2024 - 06:13:57 | dpa.de

Am Telefon wollen Werbetreibende Gehör finden und ihre Produkte gut verkaufen. Doch manche Anrufe hĂ€tte es nie geben dĂŒrfen. Gegen solche unerlaubte Telefonwerbung geht die Bundesnetzagentur vor.

Werbeanrufe von aufdringlichen Call-Centern: 34.714 Beschwerden gingen im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur ein. - Foto: Britta Pedersen/zb/dpa
Werbeanrufe von aufdringlichen Call-Centern: 34.714 Beschwerden gingen im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur ein. - Foto: Britta Pedersen/zb/dpa

Ob Gewinnspiel oder ein angeblich so billiger Energievertrag: Werbeanrufe von aufdringlichen Call-Centern haben auch im vergangenen Jahr wieder Zehntausende BundesbĂŒrger so verĂ€rgert, dass sie sich an die Bundesnetzagentur gewandt haben. Es seien 34.714 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung eingegangen, teilte die Bundesbehörde in Bonn mit. Das waren deutlich weniger als 2022, als bei der Aufsichtsbehörde 64.704 Beschwerden ankamen und damit fast so viele wie 2021.

Den RĂŒckgang der Beschwerdezahlen bewertete Netzagentur-Chef Klaus MĂŒller als «Lichtblick». Die Behörde, die bei unerlaubter Telefonwerbung Bußgelder verhĂ€ngt, begrĂŒndete die Entwicklung mit ihrer konsequenten Arbeit und damit, dass viele Menschen nicht mehr im Homeoffice seien. Dadurch wĂŒrden sie nicht gestört, wenn Firmen tagsĂŒber auf dem Festnetz anrufen und Dienstleistungen bewerben.

Möglicherweise liegt der RĂŒckgang auch daran, dass die Netzagentur die ÜbeltĂ€ter-Unternehmen seit einem verlorenen Rechtsstreit nicht mehr namentlich nennt. Dadurch kommt das Thema seltener in Medien vor, und viele Menschen werden nicht daran erinnert oder erfahren gar nicht erst, dass man sich bei der Netzagentur beschweren kann.

Werbeanrufe dĂŒrfen nur getĂ€tigt werden, wenn die Angerufenen vorher eingewilligt haben. Die Werbe-Einwilligung kann spĂ€ter widerrufen werden - klingelt danach trotzdem das Telefon, ist auch das ein Rechtsverstoß. Eine Beschwerde ist unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde möglich.

Höhere Bußgelder verhĂ€ngt

WĂ€hrend die Beschwerdezahl sank, stieg die Gesamtsumme der Bußgelder, die von der Bundesnetzagentur wegen unerlaubter Telefonwerbung verhĂ€ngt wurden. Im vergangenen Jahr waren es den Angaben zufolge 1,435 Millionen Euro - nach 1,15 Millionen Euro im Jahr 2022. «Noch immer halten sich viele Unternehmen bei der DurchfĂŒhrung von Werbeanrufen nicht an die gesetzlichen Vorgaben», sagte Behördenchef MĂŒller. «Dies fĂŒhrt dazu, dass die Bundesnetzagentur im Jahr 2023 besonders hohe Bußgelder verhĂ€ngen musste.»

HÀufig gaben sich die Anrufer zu Beginn des Telefonats als Vertreter des Energieversorgers aus, bei dem der Anrufer ohnehin schon ist, oder als Mitarbeiter eines Vergleichsportals. Damit wurde versucht, das Vertrauen des Angerufenen zu gewinnen und diesen zur Preisgabe persönlicher Daten zu bewegen, etwa von ZÀhlernummer und ZÀhlerstand. Solche Verhaltensmuster hÀtten sich im vergangenen Jahr «in schwerwiegender Form» bemerkbar gemacht, so die Netzagentur.

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