Amazon-Logistik: Löhne steigen auf über 16 Euro ab September
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 15:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab September 2025 steigen die Einstiegslöhne zunächst auf 15,65 Euro brutto pro Stunde. Ein Jahr später, ab September 2026, liegt die Basisvergütung an allen Standorten dann über 16 Euro.
Bis zu 17 Euro pro Stunde an 40 Standorten
Der durchschnittliche Einstiegslohn soll ab September 2026 bundesweit bei 16,66 Euro liegen. Eine Untergrenze von 16,22 Euro hat das Unternehmen festgelegt. An rund 40 Standorten erhalten Beschäftigte sogar mindestens 17 Euro pro Stunde.
Für Vollzeitkräfte mit zwei Jahren Betriebszugehörigkeit ergibt sich ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von über 40.000 Euro. Der Stundenlohn liegt dann bei 18,87 Euro. Innerhalb von fünf Jahren entspricht das einer Steigerung von insgesamt 29 Prozent.
Die Erhöhungen betreffen ein großes Netzwerk: 23 Logistikzentren, neun Sortierzentren und mehr als 70 Verteilzentren. In Zweibrücken entsteht zudem ein neues Logistikzentrum mit rund 1.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2026.
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Millionen für Weiterbildung und Zusatzleistungen
Parallel zu den Gehaltsanpassungen investiert Amazon in die berufliche Qualifizierung. Für 2026 sind europaweit über 30 Millionen Euro für Weiterbildungsprogramme vorgesehen. Mitarbeiter können dabei bis zu 4.500 Euro für Fortbildungen nutzen.
Zum Leistungspaket gehören außerdem ein kostenloses Deutschlandticket, eine betriebliche Altersvorsorge und Familienboni. Das Unternehmen will so im Wettbewerb um Arbeitskräfte attraktiv bleiben.
Verdi bleibt kritisch
Trotz der Ankündigungen hält die Gewerkschaft Verdi an ihrer Kritik fest. Die einseitigen Lohnankündigungen seien kein Ersatz für tarifvertragliche Regelungen, betonten die Arbeitnehmervertreter. Verdi fordert seit Langem die Anerkennung der regionalen Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels.
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Die Lohnentwicklung bei Amazon fällt in eine Phase steigender Gehälter in Deutschland. Das Medianentgelt für Vollzeitbeschäftigte stieg 2025 um 5,1 Prozent auf 4.217 Euro brutto monatlich. Die regionalen Unterschiede sind deutlich: Hamburg führt mit 4.768 Euro, Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 3.497 Euro. Die Inflationsrate betrug im selben Zeitraum 2,2 Prozent.
Erfolg vor Gericht
In einem separaten Verfahren konnte Amazon einen juristischen Erfolg verbuchen. Das Oberste Landesgericht Bayern wies eine Sammelklage von rund 324.000 Personen ab. Sie hatten sich gegen Werbung beim Streamingdienst Prime Video gewandt. Das Gericht sah keine Täuschung der Verbraucher. Die Verbraucherzentrale Sachsen will allerdings Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.
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