Amtliche Ergebnisse: Jotowa zu Bulgariens PrÀsidentin gewÀhlt
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas geht aus den amtlichen Ergebnissen hervor, die von der Zentralen Wahlkommission (ZIK) nach AuszÀhlung aller Wahlprotokolle in Sofia veröffentlicht wurden.
Die frĂŒhere sozialistische EU-Abgeordnete Ilijana Jotowa kam den Angaben zufolge mit 57,5 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Herausforderer Andrej Gjurow landete als Kandidat des prowestlichen liberal-konservativen Oppositionslagers mit 39,4 Prozent auf dem zweiten Platz.
Jotowa wurde von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien unterstĂŒtzt. Es bleibt abzuwarten, ob sie als PrĂ€sidentin ein effektives Korrektiv der Regierung von MinisterprĂ€sident Rumen Radew sein wird.
Ukraine-Krieg prÀgt Wahl in Bulgarien
Der Ukraine-Krieg in Bulgariens unmittelbarer NĂ€he gab der Wahl auch eine auĂenpolitische Dimension. In der bulgarischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer - und auch in der des Nachbarlandes RumĂ€nien - hĂ€uften sich in den vergangenen Wochen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. Die prowestliche Opposition forderte die Mitte-Links-Regierung in Sofia zum konsequenteren Handeln auf.
Jotowa setzte sich im Wahlkampf immer wieder fĂŒr eine Friedenslösung fĂŒr die Ukraine durch Verhandlungen mit Russland ein. Sie sagte, sie wolle eine bulgarische "PrĂ€sidentin des Friedens" sein. Die neu gewĂ€hlte PrĂ€sidentin soll am 22. Januar 2027 ihr Amt antreten.
Erste gewÀhlte Frau im PrÀsidentenamt
Die 62-jĂ€hrige Jotowa wird Bulgariens siebtes Staatsoberhaupt nach der Wende von 1989 sein. Dabei ist sie die erste Frau, die direkt vom Volk gewĂ€hlt wurde - was in dem Balkanland als Zeichen fĂŒr Emanzipation gewertet wurde. Als PrĂ€sidentin ist Jotowa auch Oberbefehlshaberin der StreitkrĂ€fte.
Die frĂŒhere Journalistin bekleidet das höchste Staatsamt zwar bereits seit Januar 2026, wurde bislang aber nicht persönlich gewĂ€hlt. Als damalige VizeprĂ€sidentin ĂŒbernahm sie vorĂŒbergehend das Amt, nachdem Staatschef Radew zurĂŒckgetreten war, um an einer vorgezogenen Parlamentswahl teilzunehmen.
