Frontstaaten, EU-Geld

Frontstaaten fordern EU-Geld fĂŒr Grenzschutz zu Russland und Belarus

27.06.2024 - 05:23:12 | dpa.de

Angesichts der Bedrohungen durch Russland und Belarus fordern Polen, Estland, Lettland und Litauen EU-UnterstĂŒtzung bei der militĂ€rischen und zivilen Grenzsicherung.

"Wir benötigen eine Verteidigungsinitiative, um die EuropĂ€er heute und in den kommenden Jahren zu schĂŒtzen", schrieben die Staats- und Regierungschefs der LĂ€nder kurz von dem EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in einem Brief an EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident Charles Michel.

Als konkretes Projekt nennen sie den "Aufbau eines Verteidigungsinfrastruktursystems entlang der EU-Außengrenze zu Russland und Belarus". Dieses könne der dringenden Notwendigkeit Rechnung tragen, die EU vor militĂ€rischen und hybriden Bedrohungen zu schĂŒtzen. Von den hybriden Bedrohungen beeintrĂ€chtige insbesondere die instrumentalisierte Migration die Sicherheit des gesamten EU-Gebiets, heißt es in dem Brief. Damit sind Versuche gemeint, gezielt Menschen aus armen oder konfliktreichen LĂ€ndern in die EU zu schleusen.

Das Ausmaß und die Kosten der angedachten Verteidigungsinitiative erfordern aus Sicht der Autoren des Schreibens politische und finanzielle EU-UnterstĂŒtzung. Planung und Umsetzung sollten aber in Abstimmung mit der Nato und deren militĂ€rischen Anforderungen erfolgen, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er wurde von Polens Regierungschef Donald Tusk, Estlands MinisterprĂ€sidentin Kaja Kallas, Kaja Kallas, Litauens PrĂ€sident Gitanas Nauseda und Lettlands MinisterprĂ€sidentin Evika Silina unterzeichnet.

Mit Blick auf die Politik des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin und des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko schreiben die Staats- und Regierungschefs, sie hĂ€tten wenig Zweifel, dass deren Absichten zunehmend feindselig wĂŒrden, wenn man sie nicht zurĂŒckhalte. "Russland hat seine strategischen Ziele, die die Wiederherstellung von Pufferzonen und Einflussbereichen der Vergangenheit beinhalten, nicht geĂ€ndert und das stellt eine existenzielle Bedrohung fĂŒr Europa und die transatlantische Gemeinschaft dar", warnen sie. "Wir leben im Schatten des Krieges und unsere LĂ€nder spĂŒren, was es bedeutet, die Frontstaaten der EU zu sein."

UnabhĂ€ngig von der EU-UnterstĂŒtzung fĂŒr die Grenzsicherung fordert Polen gemeinsam mit Griechenland zudem eine gemeinschaftliche EU-Finanzierung des Ausbaus der europĂ€ischen Luftverteidigung. In einem neuen Konzeptpapier zu der Initiative mit dem Namen "Shield and Spear" (deutsch: Schild und Speer) heißt es: "Da sich die Luftbedrohungen an den europĂ€ischen Grenzen weiterentwickeln, (...) wird ein neuer strukturierter und umfassender Ansatz fĂŒr die Luftverteidigung auf unserem Kontinent unverzichtbar." Die Bedrohungen reichten von fortschrittlichen Drohnen und elektronischer KriegsfĂŒhrung bis hin zu Langstreckenraketen, Hyperschall-Marschflugkörpern oder Kampfflugzeugen der fĂŒnften Generation.

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