Deutsche Wirtschaft fordert Entlastungen: Zeit lÀuft davon
01.03.2024 - 10:04:13 | dpa.de"Uns lĂ€uft die Zeit davon. Wir stehen im Wettbewerb global. Wir sind auf allen volkswirtschaftlichen Statistiken jetzt auf den letzten PlĂ€tzen", warnte der PrĂ€sident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, am Freitag vor einem GesprĂ€ch der groĂen deutschen WirtschaftsverbĂ€nde mit Scholz in MĂŒnchen der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche deshalb jetzt Entlastungen fĂŒr die Wirtschaft - und zwar schnell.
"Jetzt geht es darum, Aktion zu zeigen, also nicht mehr nur zu reden, sondern wirklich kurzfristig Dinge zu verĂ€ndern und die Möglichkeit fĂŒr die Wirtschaft zu schaffen, wieder zu wachsen", sagte Russwurm und forderte: "Wir brauchen BĂŒrokratieabbau - das hilft auch dem Staat. Wir brauchen niedrigere Energiekosten - weniger Steuern auf Strom zum Beispiel." Und noch immer mĂŒssten die Unternehmen in Deutschland deutlich, deutlich höhere Steuern zahlen als zum Beispiel im Mittel der EU. "All das sind Steine im Rucksack der Wirtschaft, die man ausrĂ€umen sollte. Und der Zeitdruck ist hoch."
Leider aber zögen sich viele angekĂŒndigte MaĂnahmen immer lĂ€nger hin. Das Wachstumschancengesetz zum Beispiel sei eine Schlussfolgerung aus der Kabinettsklausur im August letzten Jahres - jetzt hĂ€nge es wieder in der Diskussion zwischen Bundestag und Bundesrat. "Und dann reden wir ĂŒber neun Monate verbesserte Abschreibung auf geringwertige GĂŒter vom 1. April bis zum 31. Dezember - das ist ja eigentlich lĂ€cherlich und zeigt, dass wir viel zu viel Zeit verlieren in der Diskussion."
"Wir mĂŒssen schnell fĂŒr Verbesserungen sorgen", mahnte Russwurm. "Auch eine andere Steuergesetzgebung könnte man, wie wir meinen, zĂŒgig umsetzen. Aber es zieht sich alles in Deutschland. Und nochmal: Uns lĂ€uft im internationalen Wettbewerb die Zeit davon."
In einem Schreiben an Scholz hatten Russwurm und die PrĂ€sidenten der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Ende Januar Reformen fĂŒr einen wirtschaftlichen Aufbruch in Deutschland gefordert. Konkret setzen die VerbĂ€nde zum Beispiel auf schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, einen "Befreiungsschlag" bei der BĂŒrokratie, eine Steuerreform, ein "Stoppschild" bei den Sozialversicherungsabgaben sowie Reformen bei der Rente.
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