Ifo-PrÀsident, Steigende

Ifo-PrÀsident: Steigende Zinslast erfordert mehr Reformen

01.09.2025 - 10:10:43

Angesichts der zu erwartenden höheren Zinsbelastung hĂ€lt Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest Reformen bei den Staatsausgaben fĂŒr dringend geboten.

Das teilte das Ifo-Institut am Montag mit. Seiner SchĂ€tzung zufolge könnten bei unverĂ€nderten Bedingungen rund 13 Prozent des deutschen Haushalts bis 2040 in Zinszahlungen fließen. "Klar ist, dass bei höherer Zinslast weniger Geld fĂŒr andere Aufgaben ĂŒbrigbleibt, was den Reformdruck erhöht", so Fuest. Der Schwerpunkt der Reformen muss nach Ansicht des Ökonomen auf der Ausgabenseite liegen.

Es gelte, Bundesausgaben kritisch zu prĂŒfen und deren Wachstum zu bremsen, vor allem bei Sozialausgaben und der Kranken- und Pflegeversicherung. Ein Weg könnte auch sein, das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben und den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor wieder einzufĂŒhren, der Rentensteigerungen bei weniger Beitragszahlern automatisch dĂ€mpft. Steuererhöhungen hĂ€lt Fuest fĂŒr keine gute Option: "Das wĂŒrde dem Ziel zuwiderlaufen, das Wirtschaftswachstum zu stĂ€rken. Hinzu kommt, dass die deutsche Staatsquote von 46 Prozent im Jahr 2019 auf mittlerweile knapp 50 Prozent gestiegen ist. Das spricht dafĂŒr, die bei der Konsolidierung einen Schwerpunkt auf der Ausgabenseite zu legen." Heute gibt der Bund rund sechs Prozent seines Haushalts fĂŒr Zinsen aus. WĂŒrden die Zinsen bei rund 2,5 Prozent liegen und wĂŒrden die Staatsausgaben (ohne Zinsen) ab 2030 im gleichen Maße steigen wie das Bruttoinlandsprodukt (Annahme: drei Prozent pro Jahr), dann mĂŒssten 2040 13 Prozent des Bundeshaushalts fĂŒr Zinsen aufgewendet werden. WĂ€re diese Quote jetzt schon erreicht, wĂŒrde allein dies im Haushalt 2025 eine LĂŒcke von 35 Milliarden Euro erzeugen. Das errechnete Szenario geht allerdings davon aus, dass bis 2040 keine grĂ¶ĂŸeren Krisen auftreten, die die Staatsverschuldung sprunghaft erhöhen. Angesichts der Alterung der Gesellschaft und der damit verbundenen Mehrausgaben fĂŒr Rente, Gesundheit und Pflege sei auch die Annahme optimistisch, dass die Ausgaben (ohne Zinsen) ab 2030 nicht schneller wachsen als die Wirtschaftsleistung, so das Institut.

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