Steinmeier: Partner fĂŒr freien Welthandel suchen
04.03.2025 - 17:10:19Die tÀglich neuen Forderungen nach Zöllen und Protektionismus sollten kein Anlass sein, zu lamentieren oder zu wehklagen, sagte Steinmeier bei der Eröffnung eines deutsch-chilenischen Wirtschaftsforums in Santiago de Chile.
"Wir sollten uns umschauen und uns fragen: Wo sind die KrĂ€fte, die die StĂ€rke des Rechts weiterhin ĂŒber das Recht des StĂ€rkeren stellen? Wo sind die KrĂ€fte, die nicht Regellosigkeit als neues Prinzip fĂŒr den Umbau der Welt betrachten? Und wo sind die KrĂ€fte, die freien Welthandel noch immer als ihr Ziel begreifen und Protektionismus ablehnen?" Er sei sich sicher, dass es solche Partner fĂŒr Deutschland in SĂŒdamerika und vor allem in Chile gebe.
Steinmeier betonte: "Wir finden hier in Chile einen Partner, der politisch fĂŒr StabilitĂ€t und fĂŒr VerlĂ€sslichkeit steht." Dies seien auch die Bedingungen, die Unternehmen suchten. "TĂ€glich neue Androhungen von Zöllen etwa helfen nicht", sagte Steinmeier, ohne US-PrĂ€sident Donald Trump beim Namen zu nennen. "Helfen werden gesicherte Investitionen oder mit anderen Worten ein stabiles Wirtschaftsumfeld, so wie unsere beiden LĂ€nder es anbieten können."
Der BundesprĂ€sident wies auf den Reichtum Chiles bei BodenschĂ€tzen wie Lithium hin, das zur Batterieherstellung benötigt wird, und auf seine Möglichkeiten zur Produktion grĂŒnen Wasserstoffs. "FĂŒr mein Land ist Chile geradezu ein idealer Partner beim Umbau unserer Energielandschaft." Steinmeier warb fĂŒr eine intensive Zusammenarbeit Deutschlands und Chiles bei grĂŒnem Wasserstoff. Daraus könnten beide LĂ€nder Nutzen ziehen.
Chile ist die letzte Station auf der fast einwöchigen SĂŒdamerika-Reise Steinmeiers, die ihn zuvor nach Uruguay und Paraguay gefĂŒhrt hatte. An diesem Mittwoch wird er in Santiago de Chile GesprĂ€che mit dem chilenischen PrĂ€sidenten Gabriel Boric fĂŒhren.

