RWE, Braunkohle-Meiler

RWE: Braunkohle-Meiler könnten bis MÀrz 2025 laufen

24.10.2023 - 08:33:15

Angesichts des Ukraine-Krieges ermöglichte die Bundesregierung den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken - doch die Entscheidung darĂŒber, ob sie lĂ€nger laufen sollen als bis MĂ€rz 2024, steht noch aus.

Der Energiekonzern RWE wĂŒrde nach eigenen Angaben seine Braunkohle-Blöcke lĂ€nger laufen lassen als bislang geplant, wenn die Bundesregierung eine solche VerlĂ€ngerung befĂŒrwortet. «Wenn die Regierung in Absprache mit der Netzagentur der Meinung ist, dass man die Laufzeit der Blöcke Neurath D und E um ein weiteres Jahr bis MĂ€rz 2025 verlĂ€ngern sollte, um einen Sicherheitspuffer zu haben, werden wir die Anlagen lĂ€nger laufen lassen», sagte eine RWE-Sprecherin der «Rheinischen Post».

Um die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren und damit Gas zu sparen, hatte die Bundesregierung als Folge des Ukraine-Krieges im vergangenen Jahr die Wiederinbetriebnahme beziehungsweise den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken ermöglicht.

RWE: «Eine schnelle Entscheidung wÀre hilfreich»

Unter anderem darf RWE zwei Kraftwerksblöcke (Neurath D und E), die ursprĂŒnglich bis Ende 2022 abgeschaltet werden sollten, bis Ende MĂ€rz 2024 betreiben. Die Bundesregierung wollte prĂŒfen, ob die Anlagen noch ein Jahr lĂ€nger, also bis Ende MĂ€rz 2025, weiterbetrieben oder in eine Reserve ĂŒberfĂŒhrt werden sollen.

«Eine schnelle Entscheidung wĂ€re hilfreich, um Klarheit fĂŒr die Mitarbeiter zu schaffen und die notwendigen Technischen Maßnahmen vorzubereiten», sagte die RWE-Sprecherin.

WĂŒst: LaufzeitverlĂ€ngerungen keine Dauerlösung

MinisterprĂ€sident WĂŒst sagte, solche LaufzeitverlĂ€ngerungen dĂŒrften keine Dauerlösung sein. «Dieses energiepolitische Durchhangeln der Bundesregierung muss ein Ende haben», forderte er in der «Rheinischen Post». «Unserer Wirtschaft nimmt es auch jede Planungssicherheit. Das gefĂ€hrdet ArbeitsplĂ€tze und Investitionen in die Transformation.»

Die Bundesregierung mĂŒsse fĂŒr die Zeit nach der Stromerzeugung als Kohle dafĂŒr sorgen, dass es neue Gaskraftwerke gebe und dass fĂŒr die geplante Umstellung auf Wasserstoff als EnergietrĂ€ger die nötigen Pipelines gebaut wĂŒrden. «Das Industrieland Nordrhein-Westfalen kann sich keine weiteren Verzögerungen leisten», mahnte WĂŒst.

Die Umweltorganisation Greenpeace wies in der «Rheinischen Post» auf die schlechte Klimabilanz von Kohle hin: «Ausgerechnet die dreckigsten Anlagen am Netz zu lassen, wÀre klimapolitisch fatal und es wÀre auch energiepolitisch nicht nötig», sagte der Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid.

FĂŒr das Rheinische Revier haben sich die Politik und der Energiekonzern RWE auf einen um acht Jahre auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg geeinigt. FĂŒr die ostdeutschen Reviere ist das aber noch nicht entschieden.

@ dpa.de