Energie, Industrie

Netzbetreiber kritisieren ProduktionsengpĂ€sse fĂŒr Offshore-Anlagen

26.07.2023 - 01:12:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts gravierender ProduktionsengpÀsse haben Netzbetreiber und Experten vor einem Verfehlen der Offshore-Ausbauziele der Bundesregierung gewarnt.

DĂŒnen am Strand - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur
DĂŒnen am Strand - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

"Es fehlt an allem: Konverterplattformen, Turbinen, Fundamenten, Schiffen", sagte Andreas Mummert, Leiter Politik der Stiftung Offshore Windenergie, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Mittwochausgabe). Mit den aktuellen KapazitĂ€ten werde die Erreichung des Ausbauziels von 30 Gigawatt bis 2030 "nicht gelingen".

Der Vorsitzende des an vielen Offshore-Projekten beteiligten Übertragungsnetzbetreibers 50-Hertz, Stefan Kapferer, sagte der "NOZ": "Es mĂŒssen rasch Lösungen gefunden werden, sonst wird das grĂŒne Großkraftwerk in Nord- und Ostsee, ĂŒber das Bundeskanzler Olaf Scholz beim Offshore-Gipfel in Ostende im April gesprochen hat, nicht schnell genug fertig. Und das wĂ€re fĂŒr Deutschland und Europa nicht gut." Erst im Juni hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) ein Regierungsabkommen mit DĂ€nemark ĂŒber den Aufbau eines neuen Offshore-Parks vor der Insel Bornholm unterzeichnet, in das 50-Hertz eingebunden ist. Nun warnte dessen Chef Kapferer, die Verknappung auf den ZuliefermĂ€rkten durch den Energiewende-Turbo "könnte auch Bornholm Energy Island und vergleichbare Projekte verzögern", wenn benötigte Komponenten mit "erheblicher" VerspĂ€tung eingingen. "Wenn wir ehrlich sind, mĂŒssen wir feststellen: Es fehlt an allem. Und das wird auf Jahre so bleiben", sagte Kapferer. Angesichts der ProduktionsengpĂ€sse riefen Mummert und Kapferer die Bundesregierung auf, eine schon seit anderthalb Jahren auf dem BundeswehrgelĂ€nde in Rostock-WarnemĂŒnde geplante Offshore-Fabrik zu genehmigen, die Konverterplattformen in Serie bauen könnte. Die HĂ€ngepartie sei "mehr als bedauerlich", sagte Mummert. "Es braucht den politischen Willen zur Einigung und den Handschlag auf Kanzler- und Ministerebene." Kapferer warf dem Bundesverteidigungsministerium eine "sehr Ă€rgerliche" Blockade vor. "Das ist keine angemessene Antwort auf solche EngpĂ€sse. Da muss das Bundesverteidigungsministerium sich endlich bewegen." Das Wirtschaftsministerium teilte der NOZ auf Nachfrage mit, es liefen "intensive GesprĂ€che innerhalb der Bundesregierung" sowie mit Unternehmen mit dem Ziel, die Plattform-Produktion zu ermöglichen. Kapferer forderte die Politik auf, insgesamt mehr zu tun, um die benötigten KapazitĂ€ten zu schaffen. "Die BemĂŒhungen der Ampel reichen nicht aus. Hier geht es um Industrie- und Standortpolitik pur." Die Stiftung Offshore Windenergie drĂ€ngt auf eine Ausweitung der Finanzierungsinstrumente insbesondere fĂŒr Mittelstandsunternehmen, aber auch auf eine Bundesbeteiligung am Hafenausbau in Cuxhaven. "Eine Beteiligung des Bundes könnte hier zu einer schnellen Umsetzung fĂŒhren. Daran hĂ€ngt es", sagte Mummert.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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