Gesundheit, TK-Chef

TK-Chef fordert Gewinn-Deckel fĂŒr Pharmafirmen

01.07.2023 - 15:14:13 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts steigender Preise fĂŒr Arzneimittel fordert der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, einen Gewinn-Deckel fĂŒr Pharmaunternehmen gefordert.

Tabletten - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Tabletten - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Wir brauchen fĂŒr die Zukunft faire Preise fĂŒr neue Arzneimittel, bestehend aus den tatsĂ€chlich anfallenden Kosten und einer gesellschaftlich akzeptablen Marge", sagte er dem "Handelsblatt". "Dann sollten Kassen nur noch fĂŒr Medikamente bezahlen, deren Hersteller diesen Gewinn-Deckel akzeptieren."

Pharmafirmen machten "teils obszöne Gewinne", so Baas. "Sie ziehen auf eine Art und Weise Geld aus unserem Gesundheitssystem, die gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel ist." Die Arzneimittelpreise wĂŒrden zu einem "ernstzunehmenden Problem" fĂŒr das Gesundheitssystem. "SpĂ€testens in fĂŒnf bis zehn Jahren haben wir derart viele teure Gentherapien auf dem Markt, dass sich unser Gesundheitssystem deren breiten Einsatz nicht mehr leisten kann", fĂŒrchtet er. Das seien Arzneimittel, die pro Patient Millionen kosteten. "Wenn wir also nicht irgendwann die hĂ€ssliche Debatte fĂŒhren wollen, wer solche immens teuren Therapien bekommt und wer nicht, mĂŒssen wir jetzt etwas an der Preisbildung Ă€ndern." Die Forderungen finden auch in der Politik Gehör. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich etwa sagte dem "Handelsblatt", grundsĂ€tzlich befĂŒrworte sie "mehr Preistransparenz im Pharmabereich". Eine verpflichtende Offenlegung und eine festgelegte Marge "halte ich jedoch fĂŒr den falschen Weg". Die GrĂŒnen-Politikerin Paula Piechotta sagte wiederum, die "dramatisch steigenden Kosten" seien eine "alarmierende Entwicklung" fĂŒr die GKV. Diese Entwicklung mĂŒsse gestoppt werden. "Deswegen ist es verstĂ€ndlich, dass jetzt die Debatte an Fahrt aufnimmt, wie wir in Zukunft innovative Therapien bezahlbar halten", sagte sie. Neue VergĂŒtungsmodelle mĂŒssten aber weiter hohe Anreize fĂŒr neue Medikamente bieten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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