LA verhÀngt Ausgangssperre in Innenstadt wegen Protesten
11.06.2025 - 06:10:02 | dpa.deDie Regelung greife zunĂ€chst bis zum frĂŒhen Mittwochmorgen Ortszeit, teilte die BĂŒrgermeisterin von LA, Karen Bass, mit. Am Mittwoch werde die Lage neu bewertet. Sie rechne aber damit, dass die nĂ€chtliche Ausgangssperre ĂŒber mehrere Tage aufrechterhalten werde, sagte Bass.
Sie betonte, lediglich ein Bruchteil des gesamten Stadtgebietes sei betroffen. "Einige Bilder von den Protesten und der Gewalt erwecken den Anschein, als handele es sich um eine stadtweite Krise", sagte Bass. Das sei nicht der Fall. Es gebe auĂerdem Ausnahmen fĂŒr Anwohner, Menschen auf dem Weg zur Arbeit wie auch fĂŒr Medienvertreter in dem betroffenen Gebiet in der Innenstadt. Von der Polizei in LA hieĂ es, wer nicht von der Ausgangssperre ausgenommen sei und sich trotzdem zu den genannten Stunden drauĂen in dem ausgewiesenen Gebiet aufhalte, werde festgenommen.
Trumps umstrittene Entsendung von Soldaten
In Los Angeles demonstrieren seit Tagen Menschen gegen Trumps harten Migrationskurs. Die US-Regierung hat deshalb inzwischen 4.000 Soldaten der Nationalgarde und 700 Marineinfanteristen der regulĂ€ren StreitkrĂ€fte fĂŒr den Einsatz in Los Angeles mobilisiert - gegen den Willen des Gouverneurs des Bundesstaates Kalifornien, Gavin Newsom.
Die Soldaten treffen nach und nach ein und sollen nach Trumps Willen so lange in der Stadt bleiben, bis es keine Gefahr mehr gebe. Bisher ist ein Einsatz fĂŒr maximal 60 Tage anberaumt. Das US-Verteidigungsministerium schĂ€tzt die Kosten fĂŒr die Entsendung von Soldaten der Nationalgarde und von Marineinfanteristen nach LA auf 134 Millionen US-Dollar (117 Millionen Euro).
Demonstrationen halten an
In Los Angeles kam es erneut zu Protesten und Festnahmen, allerdings weiter in ĂŒberschaubarem AusmaĂ. Auch am Dienstagnachmittag Ortszeit versammelten sich an verschiedenen Orten der WestkĂŒstenmetropole wieder Hunderte Menschen, um gegen Trumps Abschiebepolitik zu protestieren. Ihnen steht eine wachsende Zahl an Polizisten gegenĂŒber- und Soldaten, die BundesgebĂ€ude in der Stadt beschĂŒtzen.
Trumps Entscheidung, Mitglieder der Nationalgarde und der regulÀren StreitkrÀfte nach LA zu schicken, gegen den Willen des zustÀndigen Gouverneurs, ist eine bedeutsame Eskalation und Machtdemonstration des republikanischen PrÀsidenten. Sein Vorgehen ist höchst ungewöhnlich und umstritten.
Trump: Demonstranten sind "Tiere"
Trump bezeichnete die Proteste als "voll entfalteten Angriff auf den Frieden, die öffentliche Ordnung und unsere nationale SouverĂ€nitĂ€t". Die Demonstranten seien "Randalierer mit auslĂ€ndischen Flaggen, mit dem Ziel, eine auslĂ€ndische Invasion in unserem Land fortzusetzen", sagte Trump bei einem Auftritt auf dem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina. "Wir werden alle uns zur VerfĂŒgung stehenden Mittel einsetzen, um die Gewalt zu beenden und Recht und Ordnung sofort wiederherzustellen."
Generationen von Soldaten hĂ€tten ihr Blut nicht an fernen KĂŒsten vergossen, um dann zuzusehen, wie das eigene Land durch "eine Invasion und die Gesetzlosigkeit der Dritten Welt" zerstört werde, sagte der Republikaner weiter. "Ich werde das niemals geschehen lassen." Die Demonstranten in Los Angeles seien "Tiere" und wĂŒrden bezahlt. FĂŒr diese Behauptung lieferte er keine Belege. Auf Nachfrage der Presse, wer die Demonstranten bezahle, entgegnete der Republikaner: "Irgendjemand bezahlt das."
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