FLI, Milch-

FLI erwartet sinkende Milch- und Butter-Preise wegen MKS

16.01.2025 - 01:00:00

Angesichts von HandelsbeschrĂ€nkungen nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland erwartet die PrĂ€sidentin des Friedrich-Loffler-Instituts (FLI), Christa KĂŒhn, kurzfristig sinkende Preise im Supermarkt.

Durch die Importverbote und der ZurĂŒckhaltung von Handelspartnern, Produkte aus Deutschland zu nehmen, sei der Handel gestört, sagte die Leiterin des staatlichen Forschungsinstituts den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). "Das heißt, die Nachfrage nach in Deutschland hergestellten Produkten sinkt. Verbraucher werden das schnell daran bemerken, dass sie vermutlich ĂŒber einen kurzen Zeitraum weniger Geld fĂŒr Milch und Butter ausgeben mĂŒssen", so KĂŒhn weiter. Die Maul- und Klauenseuche war Ende vergangener Woche in einem BĂŒffelbetrieb im brandenburgischen Hönow festgestellt worden.

Seither gab es keine weiteren bestĂ€tigten FĂ€lle. Die Tierkrankheit hat zu zahlreichen HandelsbeschrĂ€nkungen insbesondere mit Nicht-EU-LĂ€ndern, sogenannten Drittstaaten gefĂŒhrt. Die deutsche Fleischwirtschaft befĂŒrchtet eigenen Angaben zufolge SchĂ€den im Bereich von Hunderten Millionen Euro. "Die SchĂ€den durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche fĂŒr die gesamte Fleischwirtschaft insbesondere durch Exportsperren sind immens, denn derzeit können Lieferungen in die meisten DrittlĂ€nder, die Rind- und Schweinefleisch aus Deutschland importieren, nicht mehr abgefertigt werden", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands der Fleischwirtschaft (VdF), Steffen Reiter, den Funke-Zeitungen. Mit einem schnellen Ende der BeschrĂ€nkungen rechnet der Verband nicht: "Viele dieser Abnehmerstaaten fordern in den Importbedingungen, dass das Lieferland frei von der Maul- und Klauenseuche ist. Diesen Status hat Deutschland nun verloren", hieß es. VdF-Angaben zufolge betrĂ€gt der Exportumsatz mit DrittlĂ€ndern bei Fleisch und Wurst etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Eine der grĂ¶ĂŸten Fleischproduzenten Deutschlands, Westfleisch aus MĂŒnster, teilte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit, vorrangig Produkte, die in Deutschland nur auf wenig bis keine Nachfrage stoßen, gehen als Exporte in DrittlĂ€nder. Auf die eigene Verarbeitung habe die Lage bislang keine Auswirkungen: "Unsere Produktion lĂ€uft ohne Unterbrechung weiter. Mit VersorgungsengpĂ€ssen ist nicht zu rechnen, solange das Seuchengeschehen regional begrenzt bleibt", so ein Westfleisch-Sprecher. Auch die Milchwirtschaft rechnet mit SchĂ€den wegen der HandelsbeschrĂ€nkungen mit DrittlĂ€ndern. "Durch von Drittstaaten ausgerufene Importverbote entsteht Marktdruck, der von der abnehmenden Hand (Molkereien und Schlachtunternehmen) sofort in Form von sinkenden Erzeugerpreisen an die Landwirte weitergegeben wird. Wirtschaftliche Einbußen sind die Folge davon", teilte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit.

@ dts-nachrichtenagentur.de