AOK, Fehltage

AOK: Immer mehr Fehltage im Job wegen psychischer Erkrankung

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 13:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Depressionen, Angststörungen: Psychische Erkrankungen sorgen in den sĂ€chsischen Unternehmen fĂŒr immer lĂ€ngere PersonalausfĂ€lle.

Durchschnittlich entfielen im vergangenen Jahr 417 Fehltage wegen solcher Diagnosen auf 100 AOK-versicherte BeschÀftigte. Vor zehn Jahren waren es noch 269 Fehltage, wie die Krankenkasse mitteilte. Das sei ein Anstieg um 55 Prozent. Erstellt wurde der "Fehlzeiten-Report" vom Wissenschaftlichen Institut der AOK.

Wer psychisch erkranke, falle oft wochenlang aus. Deswegen werde das Thema fĂŒr Arbeitgeber zunehmend relevant. Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag bei psychischen Erkrankungen bei 26,7 Tagen - das sei viermal so lang wie bei Atemwegserkrankungen mit 6,5 Tagen.

"Psychische Gesundheit ist lĂ€ngst kein Randthema mehr. Die steigenden Fehlzeiten zeigen, wie wichtig es ist, Belastungen frĂŒhzeitig zu erkennen und ihnen vorzubeugen, damit die Menschen mehr gesunde Jahre haben", erklĂ€rte Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus.

Besonders viele FĂ€lle im Dialogmarketing

Die meisten Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen (41 pro 100 AOK-versicherte BeschÀftigte) gab es demnach im Dialogmarketing. Darunter fallen zum Beispiel Callcenter. Hohe Raten wurden auch bei Berufen in der Heilerziehungspflege und SonderpÀdagogik (28,1 FÀlle), der Altenpflege (27,5 FÀlle) und der Haus- und Familienpflege (27,4 FÀlle) gezÀhlt.

Die AOK wies darauf hin, dass steigende Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen nicht automatisch bedeuten, dass diese in der Bevölkerung im gleichen Umfang zunehmen. Ein Teil des Anstiegs sei damit zu erklĂ€ren, dass psychische Erkrankungen heute besser erkannt, offener angesprochen und hĂ€ufiger behandelt werden, hieß es.

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