Apothekenreform, Impfungen

Apothekenreform ab Juli: Impfungen und Blutentnahmen für 9 Euro

27.06.2026 - 19:53:15 | boerse-global.de

Pflegeorganisationen bemängeln fehlende Strategie im Digitalisierungsgesetz und fordern verbindliche Finanzierungszusagen.

Pflege-Digitalisierung: Verbände kritisieren Gesetzesentwurf scharf
Apothekenreform - Eine Apothekerin verabreicht einer älteren Patientin eine Impfung, mit medizinischer Ausrüstung im Vordergrund. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein breites Bündnis aus Pflegeorganisationen hat den Entwurf des Gesetzes zur Digitalisierung in der Pflege (GeDIG) scharf kritisiert. Die Verbände vermissen eine klare Strategie für die sektorenübergreifende Versorgung – und fordern gesicherte Finanzen.

„Keine ausreichende Vision“

Das Verbändebündnis Digitalisierung in der Pflege erklärte am Freitag, der aktuelle Entwurf biete keine Zukunftsperspektive. Die Rolle der Pflege werde innerhalb der digitalen Infrastruktur zu schwach gewichtet. Statt nur über Technik zu reden, brauche es eine klare strategische Positionierung.

Ein zentraler Punkt: die Finanzierung. Ohne nachhaltige Zusagen drohten Innovationen auszubleiben. Das Bündnis fordert verbindliche Standards, damit die Systeme zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen überhaupt zusammenarbeiten.

Gematik-Umbau in Planung

Parallel zum GeDIG arbeitet das Gesundheitsministerium an zwei weiteren Digitalisierungsgesetzen. Bundesministerin Nina Warken (CDU) bereitet den Umbau der Nationalen Agentur für Digitale Medizin (Gematik) vor. Die Details sind noch vertraulich.

Zusätzlich plant das Ministerium eine Stärkung der Suizidprävention. Ein Gesetzentwurf sieht eine Bundesfachstelle und eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer vor. Rund 10.000 Suizide pro Jahr zeigen den Handlungsdruck.

Milliardenlöcher in den Kassen

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Die Digitalisierungsdebatte läuft vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage. Warken bezeichnete die Pflegeversicherung jüngst als Sanierungsfall. Für 2027 wird eine Finanzlücke von rund 7,5 Milliarden Euro erwartet – bei Ausgaben von rund 70 Milliarden Euro 2025.

Der Pflegebeitrag für Kinderlose soll von 4,2 auf 4,3 Prozent steigen. Auch die Einstufung in Pflegegrade soll strenger werden. Die Gesetzliche Krankenversicherung steht unter ähnlichem Druck: DAK-Chef Andreas Storm warnt vor einer Finanzlücke von bis zu 12 Milliarden Euro 2027. Eine Kommission soll bis Ende März konkrete Vorschläge vorlegen.

Apotheken bekommen mehr Kompetenzen

Ab Juli tritt die Apothekenreform in Kraft. Apotheken dürfen dann Impfungen mit Totimpfstoffen, Blutentnahmen und Injektions-Schulungen anbieten. Das Honorar liegt zunächst bei 9 Euro, 2027 steigt es auf 9,50 Euro.

Die Apothekerschaft begrüßt die neuen Befugnisse. Ärztevertreter sehen dagegen mögliche Überschneidungen in den Verantwortungsbereichen.

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Strengere Regeln für KI gefordert

Der Bundesrat forderte am Freitag strengere Regeln im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Ziel: Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz verhindern. Die Bundesregierung lehnte ab – die bestehenden Regeln seien technologieneutral und auch auf KI anwendbar.

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