Arbeitslosigkeit sinkt im Oktober auf 2,955 Millionen
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegionale Unterschiede und Ausbildungszahlen
- Die Bundesagentur meldete im Oktober 654.000 offene Stellen, 31.000 mehr als im Vorjahr.
- Bremen verzeichnete mit 11,0 Prozent die höchste Arbeitslosenquote, Bayern mit 4,0 Prozent die niedrigste.
- Bis Ende September begannen 179.000 junge Menschen eine Ausbildung, 12.000 weniger als im Vorjahr.
Arbeitslosigkeit sinkt saisonbedingt auf 2,955 Millionen
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober saisonbedingt um 40.000 auf 2,955 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zurück.
Im Vergleich zum Oktober 2025 waren 44.000 Menschen mehr arbeitslos, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.
Rückgang fällt schwach aus
Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles bewertete die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht ausreichend für eine Besserung am Arbeitsmarkt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit falle im Oktober vergleichsweise schwach aus; im Vorjahr hatte das Minus ebenfalls 44.000 betragen.
Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt niedrig
Bei den Arbeitsagenturen waren im Oktober 654.000 offene Stellen gemeldet. Das waren 31.000 mehr als ein Jahr zuvor.
Nach einer Hochrechnung der Bundesagentur erhielten 1,065 Millionen Menschen Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung. Das waren 88.000 mehr als im Vorjahr.
Grundsicherung und regionale Unterschiede
Die Zahl der erwerbsfähigen Menschen in der Grundsicherung sank um 172.000 auf 3,559 Millionen. Diese Gruppe besteht nicht ausschließlich aus Arbeitslosen, weil viele ihr Erwerbseinkommen mit Leistungen aufstocken.
Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete Bremen mit 11,0 Prozent, gefolgt von Berlin mit 10,4 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 7,9 Prozent. Bayern lag mit 4,0 Prozent vor Baden-Württemberg mit 4,6 Prozent.
Weniger Lehrstellen, weniger Ausbildungsstarts
Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern 469.000 Lehrstellen gemeldet, darunter 453.000 betriebliche. Das waren 31.000 weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig nahmen 447.000 Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildungsvermittlung in Anspruch, 3.000 mehr als im Vorjahr. Bis Ende September begannen 179.000 junge Menschen eine Berufsausbildung, 12.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Der Anteil von 40 Prozent war nach Angaben der Bundesagentur der niedrigste seit der Wiedervereinigung.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober folgt dem üblichen saisonalen Muster, fällt diesmal aber schwächer aus als in vielen früheren Jahren. Die Entwicklung zeigt, dass die Herbstbelebung den insgesamt gedämpften Arbeitsmarkt nicht überlagert: Zwar melden die Arbeitsagenturen weiterhin mehrere Hunderttausend offene Stellen, doch die Nachfrage der Unternehmen bleibt niedrig.
Für Beschäftigte und Arbeitssuchende bedeutet das eine uneinheitliche Lage. Die Zahl der gemeldeten Stellen liegt über dem Vorjahreswert, gleichzeitig stieg die Zahl der Menschen mit Arbeitslosengeld deutlich. Das verweist auf eine verhaltene Einstellungsdynamik und auf die Folgen der wirtschaftlichen Schwäche. Regional unterscheiden sich die Chancen erheblich: Zwischen Bremen und Bayern liegt ein Abstand von sieben Prozentpunkten bei der Arbeitslosenquote.
Ausbildung unter Druck
Besonders angespannt ist der Ausbildungsmarkt. Weniger gemeldeten Lehrstellen stehen mehr Bewerberinnen und Bewerber gegenüber; zugleich begannen bis Ende September deutlich weniger junge Menschen eine Ausbildung. Für Jugendliche erschwert das den Übergang von der Schule in den Beruf. Für Unternehmen verschärft die Entwicklung langfristig die Suche nach Nachwuchskräften, selbst wenn die aktuelle Konjunktur die Nachfrage nach Arbeitskräften bremst.
n-tv: „Stellenindex: Arbeitskräfte-Nachfrage in Deutschland weiter auf niedrigem Niveau“ (29.10.2026)
Der Beitrag berichtet, der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit sei im Oktober um einen Punkt auf 102 Zähler gesunken. Er ordnet die schwache Nachfrage ein und nennt zugleich Branchen mit einem Stellenplus gegenüber dem Vorjahr.
