Arbeitsmarkt-Krise, Fachkräfte

Arbeitsmarkt-Krise: 369.516 fehlende Fachkräfte treiben Gesundheitsrisiken

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SV Schweiz und SV Hotel Schweiz erhalten zum vierten Mal das Label für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Hintergrund ist der zunehmende Fachkräftemangel.

SV Schweiz erhält erneut Label für betriebliche Gesundheit
Modernes, ergonomisch gestaltetes Büro mit heller und freundlicher Atmosphäre als Symbol für betriebliche Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Qualitätslabel „Friendly Work Space" bleibt für weitere drei Jahre an SV Schweiz und SV Hotel Schweiz vergeben. Die erneute Auszeichnung durch Gesundheitsförderung Schweiz ist bereits die vierte Zertifizierung in Folge. Unternehmen erhalten das Label nur, wenn sie ein strategisch verankertes Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nachweisen können.

Gesundheitsförderung wird damit nicht als punktuelle Maßnahme, sondern als fester Bestandteil der Unternehmenskultur etabliert. In einem kompetitiven Arbeitsmarkt dienen solche Zertifizierungen zunehmend als Differenzierungsmerkmal. Die langfristige Sicherung der Leistungsfähigkeit und die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität stehen im Fokus.

Fachkräftemangel treibt Gesundheitsrisiken

Der Hintergrund der verstärkten Bemühungen ist eine angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Nach Erhebungen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) fehlten in Deutschland im Jahr 2025 rund 369.516 qualifizierte Arbeitskräfte. Dieser Personalmangel wirkt sich unmittelbar auf die bestehenden Teams aus.

Experten des TÜV Rheinland weisen auf die Risiken der Arbeitsverdichtung hin. Der Mangel an Personal führe häufig zu einer Überlastung der verbleibenden Mitarbeiter. Das äußere sich sowohl in physischen als auch in psychischen Belastungen. Präventive Maßnahmen seien daher nicht nur soziale Verantwortung, sondern ökonomische Notwendigkeit, um weiteren Personalausfällen vorzubeugen.

Psychische Erkrankungen als Hauptgrund für Fehlzeiten

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Aktuelle Daten der Barmer Krankenkasse untermauern die Relevanz systematischer Prävention. Im Jahr 2025 lag der Krankenstand in Rheinland-Pfalz bei 6,2 Prozent (Vorjahr: 6,3 Prozent), in Hessen bei 6,1 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent). Trotz des leichten Rückgangs bleibt die Belastung hoch: Arbeitnehmer fielen in Rheinland-Pfalz durchschnittlich 22,5 Tage aus, in Hessen 22,2 Tage.

Auffällig ist die Verteilung der Ursachen. Psychische Erkrankungen bildeten mit durchschnittlich 4,7 Tagen in beiden Bundesländern den Hauptgrund für Fehlzeiten. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Rechtslandschaft wider. Der Schweizer Rechtsschutzversicherer Axa-Arag meldete für 2025 einen Anstieg der Fälle wegen Verletzungen der Fürsorgepflicht um 36 Prozent. Auch missbräuchliche Kündigungen und Streitigkeiten um Arbeitszeugnisse nahmen deutlich zu. Als Ursachen nennen Experten Spardruck, Homeoffice-Herausforderungen und mangelndes Vertrauensverhältnis in Betrieben.

KI-Assistent soll kleine Betriebe unterstützen

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Der klassische Arbeitsschutz wandelt sich hin zu ganzheitlichen Gesundheitskonzepten. Der Dienstleister BG prevent (ehemals B·A·D), der im Juli sein 50-jähriges Jubiläum feierte, arbeitet an digitalen Lösungen zur Gefährdungsbeurteilung. Ein Fokus liegt auf der Entwicklung eines KI-Assistenten, der insbesondere kleine Betriebe bei der Beurteilung psychischer Belastungen unterstützen soll.

Ziel ist es, die Hürden für den Gesundheitsschutz durch technologische Unterstützung zu senken. Prävention soll effizienter in den betrieblichen Alltag integriert werden. Die Branche reagiert damit auf den Bedarf an niedrigschwelligen Werkzeugen, um die mentale Gesundheit der Beschäftigten zu sichern.

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