Arbeitsschutz: KI-Kompetenz wird ab August 2026 sanktionierbar
26.06.2026 - 13:18:26 | boerse-global.de
Die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten greift jetzt erst ab 50 Mitarbeitern – bisher lag die Grenze bei 20 Beschäftigten.
Weniger Pflichten, mehr Eigenverantwortung
Die Neufassung des § 22 SGB VII trat am 29. Mai 2026 in Kraft. Das Ziel: Bürokratische Hürden für kleinere Betriebe abbauen. Für Friseursalons, Kosmetikstudios und andere Dienstleister bedeutet das weniger Formalitäten.
Trotz der Erleichterung bleibt die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz Pflicht. Unternehmer müssen weiterhin Risiken an den Arbeitsplätzen ermitteln und Schutzmaßnahmen umsetzen. Die Eigenverantwortung steigt also.
Trotz bürokratischer Erleichterungen bleibt die Gefährdungsbeurteilung das zentrale Element im Arbeitsschutz. Diese kostenlosen Vorlagen und Checklisten helfen Ihnen, rechtssichere GBUs zu erstellen, die jeder behördlichen Prüfung standhalten. Rechtssichere Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen sichern
Jeder vierte Beschäftigte beobachtet Suchtmittelkonsum
Ein aktueller Befund der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt: Psychische Gesundheit und Suchtprävention werden wichtiger. Eine Forsa-Umfrage unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen im Juni 2026 ergab: Jeder vierte Beschäftigte hat problematischen Substanzkonsum im Job beobachtet.
Alkohol steht mit 21 Prozent an der Spitze, Cannabis und Nikotin folgen mit je 5 Prozent. Besonders alarmierend: Nur 54 Prozent der Befragten kennen betriebliche Regelungen zum Umgang mit Suchtmitteln. Experten raten zu klaren Betriebsvereinbarungen und Präventionskonzepten – vor allem in personalintensiven Dienstleistungsbereichen.
Digitale Unterweisungen: Neue Online-Lösungen ab 25. Juni
Die jährlichen Sicherheitsunterweisungen nach § 12 ArbSchG wandern ins Digitale. Seit dem 25. Juni 2026 gibt es neue Online-Lösungen für rechtssichere Unterweisungsnachweise – ohne Abo-Zwang.
Anbieter wie Sekurio haben Module zu Ergonomie, Brandschutz und Arbeitsmitteln entwickelt. Für Dienstleister sind besonders Inhalte zu Stolperunfällen und psychischen Belastungen relevant. Die Kosten: rund 39 Euro pro Dokumentation.
Auch die Prüfung elektrischer Betriebsmittel bleibt Pflicht. Dienstleister wie Prüfhelden haben Ende Juni ihr Standortnetz erweitert.
Damit Ihre digitalen Unterweisungen auch rechtlich Bestand haben, ist eine lückenlose Dokumentation unverzichtbar. Schützen Sie sich vor Haftungsrisiken mit dieser praxiserprobten Word-Vorlage für rechtssichere Unterweisungsnachweise. Kostenlose Vorlage für den Unterweisungsnachweis herunterladen
KI-Kompetenz wird Pflicht – und zwar bald
Ab dem 2. August 2026 wird die KI-Kompetenz-Pflicht aus dem EU AI Act sanktionierbar. Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen, müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter die Technologien verstehen.
Gleichzeitig gewinnen IT-Sicherheitsrichtlinien an Bedeutung. Für medizinische Einrichtungen gelten seit Januar 2026 neue Vorgaben. Der Trend zeigt: Auch kleinere Betriebe müssen ihre IT-Infrastruktur und Dokumentation regelmäßig prüfen. Für bestimmte elektronische Heilberufsausweise endet zudem am 30. Juni 2026 die Übergangsfrist für ältere Verschlüsselungszertifikate.
