Arbeitsschutz: Öffentliche Hand vergibt Millionen für SiGeKo-Leistungen
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Deutschland werden derzeit verstärkt Leistungen für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination (SiGeKo) sowie Instandsetzungsarbeiten an der kritischen Infrastruktur vergeben. Öffentliche Auftraggeber schreiben in diesem Zusammenhang regelmäßig Projekte aus, um den gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz und den Erhalt baulicher Anlagen gerecht zu werden.
Ein aktueller Schwerpunkt liegt dabei unter anderem auf der externen sicherheitstechnischen Betreuung in Wuppertal sowie umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen an Justiz- und Verwaltungsgebäuden.
Fokus auf arbeitsmedizinische Betreuung in Wuppertal
Die gkv informatik eGbR hat ein Vergabeverfahren für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung durch ein externes Unternehmen eingeleitet. Der geschätzte Gesamtwert dieses Auftrags beläuft sich auf 563.531 EUR netto. Die geplante Laufzeit beträgt zunächst ein Jahr, wobei der Vertrag Optionen für maximal drei Verlängerungen um jeweils weitere 12 Monate vorsieht.
Interessierte Unternehmen können ihre Angebote bis zum 05.10.2026 um 12:00 Uhr einreichen. Bei der Bewertung der eingegangenen Unterlagen legen die Auftraggeber eine Gewichtung fest, nach der der Preis mit 60 % und qualitative Aspekte mit 40 % in die Entscheidung einfließen.
Umfangreiche Sanierungsprojekte in Freiburg und Bonn
Neben personellen Dienstleistungen stehen signifikante bauliche Maßnahmen im Fokus der öffentlichen Hand. Das Land Freiburg plant die Sanierung der Elektro-, Sicherheits- und informationstechnischen Anlagen im Gebäudeteil C des Justizzentrums Holzmarkt. Das Projekt umfasst ein Volumen von 1.606.951,06 EUR netto.
Die technischen Anforderungen sind detailliert festgelegt und beinhalten unter anderem die Verlegung von 60.000 m EDV-Verkabelung der Kategorie KAT6a sowie die Installation von 900 EDV-Anschlüssen und sieben EDV-Schränken. Die Submission für dieses Vorhaben ist für einen Zeitraum in etwa 30 Tagen vorgesehen.
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Parallel dazu treibt das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) die Modernisierung der Beleuchtung in einem Archivgebäude mit angeschlossenem Veranstaltungssaal in Bonn voran. Die Ausschreibung umfasst Leistungen nach DIN 18382 für Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen.
Der Leistungsumfang sieht den Abbruch von 2.854 Einzelleuchten sowie die Installation von 3.565 m Lichtbandsystem, 376 Anbauleuchten und diversen weiteren Leuchtentypen, darunter 229 Rettungszeichenleuchten, vor. Die Angebotsfrist endet am 02.10.2026, während die bauliche Ausführung für den Zeitraum zwischen Februar 2027 und Juni 2027 terminiert ist.
Instandsetzung und Ausbau im Schienenverkehr
Auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur wurden zuletzt bedeutende Aufträge vergeben oder neu ausgeschrieben. Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) bereitet derzeit den viergleisigen Ausbau der Straßenbahn zwischen dem Hauptbahnhof und der Düsseldorfer Straße vor.
Um die Untergrundsituation final zu klären, wurden Suchschachtungen und Suchschlitze in zwei Losen ausgeschrieben. Die Submission hierfür wird in etwa zehn Tagen erwartet.
Rückblickend auf abgeschlossene Verfahren zeigt sich eine kontinuierliche Investitionstätigkeit der DB InfraGO AG. So erhielt die Josef Rädlinger Ingenieurbau GmbH aus Windorf bereits im Juli 2025 den Zuschlag für Bauleistungen an Bahnanlagen in Frankfurt am Main, die unter anderem die Instandsetzung einer Kranbahn und die Sanierung von Betonflächen umfassten.
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Ebenfalls wurden Aufträge für den Ersatzneubau einer Eisenbahnüberführung in Hannover an die Bauunternehmung Gebr. Echterhoff GmbH & Co. KG sowie für Oberbauarbeiten im Abschnitt Troisdorf - Friedrich-Wilhelms-Hütte an die Schweerbau GmbH & Co. KG vergeben. Letzteres Projekt beinhaltete die Erneuerung von 35 Weichen und rund 6.000 m Gleis.
Bei diesen Infrastrukturprojekten fordern die Auftraggeber regelmäßig strenge Eignungskriterien ein. Dazu zählen neben dem Nachweis der wirtschaftlichen Stabilität durch die Abwesenheit von Insolvenzverfahren auch Referenzen über mindestens drei Projekte mit einem Wert von jeweils über 100.000 EUR sowie ein Jahresumsatz von mindestens 500.000 EUR und eine Zertifizierung nach ISO 9001.
In Karlsruhe wurde zudem ein Projekt zur Umnutzung einer Lagerhalle in ein Depot für drei Landesmuseen vorangetrieben. Das Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg erteilte der Ingenieurbüro Meier GbR den Zuschlag für Planungsleistungen in Höhe von 278.326 €. Der geschätzte Wert für dieses Vorhaben lag ursprünglich bei 223.215 €.
