Arbeitsschutz-Reform, Bundesregierung

Arbeitsschutz-Reform: Bundesregierung plant bis zu 1 Mrd. Euro Entlastung pro Jahr

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KFK bietet Prüf- und Wartungsleistungen an; die Bundesregierung erwägt Änderungen bei Sicherheitsbeauftragten und Anlagenprüfungen.

KFK Torservice wirbt mit Prüfungen, während Reformen geplant sind
Lagerhalle mit Regalsystemen und poliertem Betonboden in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Dienstleister KFK Torservice & Safety Prüfservice bewirbt bundesweit die Übernahme gesetzlich vorgeschriebener UVV- und DGUV-Prüfungen sowie damit verbundene Wartungs- und Reparaturarbeiten. Das Angebot umfasst nach Unternehmensangaben unter anderem Tore, Brandschutztüren, Krananlagen, Regalsysteme sowie Absturzsicherungen, wie aus einem Bericht vom 30.09.2026 hervorgeht.

Für Betreiber gelten bei vielen technischen Anlagen feste Prüffristen. So müssen kraftbetätigte Tore und Türen gemäß der Arbeitsstättenregel ASR A1.7 in der Regel mindestens jährlich kontrolliert werden. Für Krananlagen und Hebezeuge schreibt das Regelwerk ebenfalls jährliche Prüfungen vor.

Um Ausfallzeiten im Betrieb zu minimieren, setzt der Dienstleister auf abgestimmte Prüfabläufe: Laut eigenen Angaben verursachen diese in 90 % der Fälle keine Arbeitsausfallzeit. Das Unternehmen verweist zudem auf eine Zertifizierung nach ISO-9001:2015 sowie auf mehr als 30 Jahre Erfahrung.

Begleitend wird eine Neukunden-Aktion angeboten, die einen Bonus von 10 % auf die erste Beauftragung, 5 % Preisvorteil bei Abschluss eines Wartungsvertrags mit 3 Jahren Laufzeit und 5 % Nachlass auf Reparaturen im Bereich der Torprüfungen vorsieht.

Öffentliche Träger schreiben Prüfungen und Instandhaltung aus

Die kontinuierliche Sicherheitsprüfung betrieblicher Arbeitsmittel beschäftigt derzeit auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen. So plant das Universitätsklinikum Magdeburg laut einer Mitteilung vom 29.09.2026 eine Rahmenvereinbarung für wiederkehrende Sicht- und Funktionsprüfungen von Leitern und Tritten.

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Die Überprüfungen sollen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der DGUV Information 208-016 sowie den Normen DIN EN 131 und DIN EN 14183 durch befähigte Personen gemäß TRBS 1203 erfolgen. Neben einer Bestandsaufnahme verlangt die Klinik Prüfprotokolle je Betriebsmittel, Prüfplaketten mit Angabe von Monat und Jahr der nächsten Prüfung sowie eine Mängelklassifizierung.

Frist für die Einreichung von Interessenbekundungen für die Klinikstandorte in Magdeburg ist der 16.10.2026 um 12:00 Uhr, wobei 3 Referenzen vergleichbarer Leistungen aus den letzten 3 Jahren verlangt werden.

Auch an der Georg-August-Universität Göttingen stehen umfangreiche Arbeiten an sicherheitsrelevanten Gebäudeanlagen an. Die Universität schrieb laut einem Bericht vom 29.09.2026 Metallbau- und Verglasungsarbeiten am Georg-Elias-Müller-Institut aus.

Die Angebotsfrist läuft bis zum 27.10.2026. Der Auftrag umfasst unter anderem T30/RS- und T90/RS-Aluminium-Brandschutztüren, Rauchschutz- und Innenglastüren sowie Automationen. Die Ausführung ist für den Zeitraum vom 01.03. bis 02.04.2027 über 32 Kalendertage im laufenden Betrieb geplant, mit dem Preis als alleinigem Zuschlagskriterium (100 %).

Vorgeschrieben sind unter anderem die jährliche Wartung von Türantrieben und Feststellanlagen in Intervallen von maximal 12 Monaten, 3 Referenzen aus den letzten 5 Kalenderjahren, ein Funktionsnachweis über 1.000.000 Zyklen sowie eine Nachkaufgarantie für Aluminium-Fenster- und Beschlagssysteme von mindestens 10 Jahren.

Hohe Personalnachfrage bei Prüfdienstleistern

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Prüfbranche schlägt sich parallel in zahlreichen Stellenausschreibungen nieder. Die WISAG Produktionsservice GmbH sucht in Bochum Elektroniker beziehungsweise Elektriker für DGUV-Prüfungen und Elektrosicherheit in Vollzeit und Festanstellung mit erforderlicher Berufserfahrung.

DPS – Das Prüfunternehmen, das nach eigenen Angaben rund 500 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt, sucht in Bremerhaven Servicetechniker oder Elektroniker für bundesweite Prüfungen elektrischer Betriebsmittel, Anlagen und Maschinen nach DGUV 3 und DGUV 4, wobei Berufserfahrung nicht vorausgesetzt wird.

Ähnliche Angebote ohne zwingende Berufserfahrung veröffentlichten weitere Branchenunternehmen: Die SHP Prüftechnik GmbH sucht in Worms Betriebsmittelprüfer unter anderem für elektrische Betriebsmittel, Leitern, Tritte und Ladestationen.

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Die KPS Prüfservice GmbH stellt in Bad Füssing Servicetechniker und Elektriker für Prüfungen von Betriebsmitteln, Anlagen, Maschinen, Aufzügen und PV-Anlagen ein. Zudem schrieb die OMS Prüfservice GmbH eine Festanstellung für Elektriker für elektrische Sicherheitsprüfungen in St. Augustin aus.

Politische Debatte über Entlastung und Prüfpflichten

Während Dienstleister ihr Prüfgeschäft ausbauen, plant die Bundesregierung laut einem Bericht vom 29.09.2026 Anpassungen im Arbeitsschutzrecht, um dieses bürokratieärmer und risikoorientierter auszugestalten. Betriebe sollen Gefährdungen künftig stärker eigenverantwortlich bewerten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beziffert die möglichen Entlastungen für die Wirtschaft auf rund 1 Mrd. Euro pro Jahr.

Vorgesehen ist unter anderem, dass in Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten die generelle Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten entfallen kann, wenn die Gefährdungslage dies rechtfertigt.

In Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitenden soll grundsätzlich höchstens ein Sicherheitsbeauftragter verpflichtend sein. Dadurch könnten rund 123.000 Beauftragte weniger vorgeschrieben sein und jährlich etwa 135 Mio. Euro eingespart werden.

Weitere geplante Änderungen betreffen Prüfpflichten für elektrische Anlagen und überwachungsbedürftige Anlagen. Verbände und Sozialpartner warnen allerdings vor einer möglichen Absenkung des bestehenden Schutzniveaus.

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