Arbeitszeit sinkt auf 28,5 Stunden: 460.000 Vollzeitstellen entsprechend verloren
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat am 12. August 2026 neue Daten zur Entwicklung der Erwerbsarbeit in Deutschland vorgelegt. Demnach ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit pro Kopf in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen im Jahr 2025 auf 28,5 Stunden gesunken. Damit liegt der Wert um 0,3 Stunden unter dem Niveau des bisherigen Rekordjahres 2023, in dem die Arbeitszeit noch 28,8 Stunden betragen hatte.
Rückgang entspricht rechnerisch 460.000 Vollzeitstellen
Die Berechnungen des Instituts verdeutlichen die gesamtwirtschaftliche Dimension dieser Entwicklung. Der Rückgang der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Vergleich zum Vorjahr beträgt demnach 18 Minuten pro Erwerbstätigem. In der Summe entspricht dieser Schwund an Arbeitsvolumen einer Kapazität von etwa 460.000 Vollzeitstellen. Als wesentlicher Faktor für diese Entwicklung wird die anhaltende wirtschaftliche Flaute angeführt, die sich unmittelbar auf den Umfang der geleisteten Stunden auswirkt.
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Unterschiedliche Trends bei Geschlechtern und Altersgruppen
Die Analyse des BiB zeigt deutliche Unterschiede in der Arbeitszeitgestaltung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf. Der Rückgang der geleisteten Stunden betrifft primär Männer sowie die Altersgruppe der 25- bis 54-Jährigen. Bei den männlichen Erwerbstätigen wurde für das Jahr 2025 eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 32,6 Stunden ermittelt. Dies stellt einen spürbaren Rückgang gegenüber dem Jahr 2019 dar, als Männer im Schnitt noch 33,5 Stunden pro Woche arbeiteten.
Im Gegensatz dazu zeigt sich die Arbeitszeit bei Frauen stabil. Diese lag laut den Untersuchungen des Instituts im Jahr 2025 unverändert bei durchschnittlich 24 Stunden pro Woche. Einen gegenläufigen Trend beobachteten die Forscher zudem bei der älteren Generation: Erwerbstätige über 60 Jahre arbeiten demnach inzwischen mehr als in vorangegangenen Zeiträumen.
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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen als Hauptursache
Das Institut ordnet die sinkenden Zahlen vor allem in den Kontext der konjunkturellen Lage ein. Da der Rückgang der Pro-Kopf-Arbeitszeit zeitlich mit einer wirtschaftlichen Schwächephase zusammenfällt, gilt die wirtschaftliche Flaute als primärer Grund für die geringere Inanspruchnahme von Arbeitskraft. Während die Erwerbsbeteiligung in bestimmten Segmenten zwar stabil bleibt oder durch den späteren Renteneintritt bei Älteren sogar steigt, sinkt das durchschnittliche Volumen pro Kopf durch die konjunkturellen Rahmenbedingungen und die Veränderungen in der Altersgruppe der 25- bis 54-Jährigen.
